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SV Darmstadt 98 : Glückstor gegen die Blockade?

  • -Aktualisiert am

Könnte für neuen Jubel am Böllenfalltor sorgen: „Lilien“-Zugang Terrence Boyd. Bild: Imago

Nach 535 torlosen Minuten hoffen die Darmstädter auf einen Treffer gegen Köln. Im Kampf um den Klassenverbleib zählt für die „Lilien“ nur ein Sieg.

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          Es war eine hektische Woche im „Lilien“-Betrieb im Zeichen grundsätzlicher Personalentscheidungen. Von Änis Ben-Hatira getrennt (siehe Sport, Seite 36), Terrence Boyd aus Leipzig verpflichtet, Florian Jungwirth trotz Wechselwunschs zunächst nicht gehen lassen – man braucht keine überirdischen Fähigkeiten, um vorherzusagen, dass bis zur Schließung des Transferfensters am Dienstag noch mehr passieren wird. Bei den „Lilien“ ist viel im Fluss, was die Wahrscheinlichkeit auf einen dringend benötigten satten Aufschwung in der Bundesliga nicht gerade erhöht. Für Trainer Torsten Frings ist es auch ein Rennen gegen die Zeit. Der Punktgewinn gegen Gladbach am vorigen Wochenende wird bei den Südhessen als wichtige Wegmarke betrachtet.  Auch wenn die „Lilien“ noch deutlich zulegen müssen, um im Abstiegskampf als aussichtsreiche und nicht als abgeschlagene Kraft wahrgenommen zu werden.

          „Wenn man eine gute Mentalität und ein stabiles Gerüst hinbekommt, kann jeder Spieler seine Fähigkeiten mehr einbringen und wird mutiger“, sagte Frings und hob exemplarisch die technischen Fähigkeiten von Profis wie Sidney Sam, dessen Debüt gegen die Rheinländer erwartet wird, Marcel Heller oder Jan Rosenthal hervor. „Sie alle sind sehr gute Fußballer. Wenn die wissen, dass hinter ihnen nichts anbrennt, dann werden sie sich trauen, mehr Risiko einzugehen – und dann wird unser Spiel besser.“ Besser und erfolgreicher werden – und das möglichst schnell. Während der Winterpause wurden viele Hoffnungen in die beiden Jahresauftaktspiele daheim gegen als durchaus schlagbar empfundene Gegner gelegt. Nun geht es im ausverkauften Jonathan-Heimes-Stadion am Böllenfalltor gegen den 1. FC Köln, der seit sechs Matches auf einen drei Punkte trächtigen Erfolg wartet.

          „In der Bundesliga ist es schwer, Tore zu schießen“

          Nur der erste Sieg nach über drei Monaten würde neuen Glauben an den Klassenverbleib entfachen. Aber für einen Sieg braucht es mindestens einen Treffer. Und wer, wenn man nicht gerade auf ein Eigentor des Gegners warten möchte, soll den erzielen nach 535 torlosen Minuten? Über Boyd, den neuen amerikanischen Angreifer von robuster Statur, sagt Frings: „Ich bin überzeugt, dass er der Mannschaft schnell helfen kann. Wir haben einen Stürmer gesucht, der den Ball auch mal halten kann, wenn wir umschalten. Den Körper dazu hat er.“ Einen garantierten Platz in der Startelf wollte der einstige Nationalspieler Frings seiner amerikanischen Sturmhoffnung aber noch nicht zugestehen. In Sachen defensive Stabilität ist mit dem Zu-null-Spiel gegen Gladbach ein Schritt nach vorne gelungen. Die für die „Lilien“ überlebenswichtigen Kontersituationen wurden aber noch zu häufig schon im Ansatz vergeben.

          „Unsere Basis muss sein, hinten sicher zu stehen. Nach vorne müssen wir sicherer werden und unsere Umschaltsituationen ruhiger und mit mehr Qualität ausspielen“, fordert Frings, der wohl auf den unter der Woche angeschlagenen Jerome Gondorf bauen kann und vermutlich auch auf Peter Niemeyer in der Startformation setzen wird. Immerhin: Zu aktiven Zeiten war Frings eine Reizfigur für den 1. FC Köln. Von 15 Duellen gewann der SVD-Coach zehn und spielte dreimal Remis. „In der Bundesliga ist es schwer, Tore zu schießen. Meist steht ja auch noch ein überragender Torhüter hinten drin – wie bei uns. Einer, der auch mal unmögliche Dinger rausholt“, sagt Frings mit Kennerblick auf den im Saisonverlauf bisher so beständig guten Michael Esser im „Lilien“-Tor. „Wir brauchen vielleicht einfach mal ein Glückstor, das die Blockade löst. Vielleicht klappt es schon am Samstag gegen Köln. Wenn nicht, versuchen wir es in der nächsten Woche wieder mit voller Kraft.“

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