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Zweite Bundesliga : Ein Hoch über Darmstadt

  • -Aktualisiert am

Darmstadt 98 und Marvin Mehlem sind derzeit in guter Form in der zweiten Liga. Bild: dpa

Dimitrios Grammozis befindet sich nun auf Abschiedstournee. Im ersten Spiel, nach dem klar ist, dass der Trainer keine Zukunft in Darmstadt hat, besiegen die „Lilien“ Heidenheim und klettern in der Tabelle nach oben.

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          Dimitrios Grammozis ist auf dem besten Weg, das Haus am Saisonende geordnet und besenrein zu übergeben. Der scheidende Cheftrainer des SV Darmstadt 98 war am Samstagnachmittag sogar gefragt, zu etwaigen Aufstiegsabsichten der „Lilien“ Stellung zu nehmen. Der überzeugende 2:0-Heimerfolg gegen den 1. FC Heidenheim bedeutete den vierten Sieg in Serie, im Rahmen von nunmehr neun ungeschlagenen Zweitligapartien ist das mehr als nur ein Zwischensprint. Das stabile Hoch über dem Böllenfalltor hat dazu geführt, dass der sechtsplazierte SVD nach 24 Spieltagen nur noch sechs Punkte hinter dem Aufstiegsrelegationsrang rangiert.

          2. Bundesliga

          Am Mittwoch hatte es die Darmstädter noch ordentlich durchgeschüttelt, als bekannt wurde, dass Verein und Coach sich nicht auf eine Weiterbeschäftigung über das Vertragsende im Juni hinaus einigen konnten. Drei Tage später wirkte Grammozis angespannt während Spiel eins nach der überraschenden Entwicklung um seine Person – und gelöst nach Abpfiff. „Trotz der Vorkommnisse unter der Woche hat die Mannschaft nie den Fokus verloren. Das zeigt den Charakter der Jungs“, sagte der Deutschgrieche, der freimütig zugab, nicht damit gerechnet zu haben, dass seine Spieler am Samstag „die beste Saisonleistung“ auf den Rasen des Böllenfalltorstadions bringen würden.

          Die 13 000 Zuschauer sahen ihrer Mannschaft gern zu. Mit Tempo und einer am Böllenfalltor selten zu sehenden Selbstverständlichkeit erzielten die „Lilien“ zwei frühe Treffer. Pass in die Tiefe von Patrick Herrmann, Pass vors Tor durch Marvin Mehlem, Torabschluss von Serdar Dursun – 1:0 (11. Minute). Federleicht legte der abermals starke Victor Pálsson den Ball per Absatzkick in den Lauf von Mathias Honsak, der sich nicht mehr aufhalten ließ und kühl zu seinem ersten Tor im „Lilien“-Dress vollendete – 2:0 (16.). Das Heimspiel gegen den FCH war zu keiner Zeit ein Darmstädter Sturmlauf, aber die Dosis an Kontrolle und Effizienz war stets ausreichend.

          So war es für die Profis im Nachgang des fröhlichen Fußballnachmittags ein Leichtes, die Auswirkungen des Trainer-Theaters kleinzureden. Honsak bedauerte den Trainer-Abgang. „Es ist schade. Dimi hat eine großartige Leistung für den Verein gebracht“, sagte der österreichische Sommerzugang: „Wir Spieler, Trainerteam und Verantwortliche haben uns geschworen, die Saison positiv zu Ende zu bringen.“ Abzuwarten bleibt, wie sich die Konstellation mit einem scheidenden Cheftrainer auswirkt bei immerhin noch zehn ausstehenden Spielen. Das Momentum aber, das ist klar, liegt aktuell auf Seiten der beschwingten „Lilien“.

          Die Heidenheimer, immerhin angetreten mit der Chance, sich in den Kreis der Aufstiegsanwärter zu manövrieren, zeigten in Darmstadt eine einfallslose Vorstellung. Abgesehen von einem kurzen Sturm und Drang auf das „Lilien“- Tor nach rund einer Stunde Spielzeit, was bei Grammozis erhebliche Verlustängste auslöste. Der Einundvierzigjährige tobte, gestikulierte und rief zur Ordnung, welche im Darmstädter Spiel aber nie wirklich verlorenging. Die Rote Karte für Hüsing (90.) nach grobem Foulspiel bedeutete den negativen Höhepunkt der Heidenheimer Dienstreise.

          Dass es kein Fußball-Spektakel am Böllenfalltor wurde, lag daran, dass die „Lilien“ es versäumten, den dritten (Wirkungs-)Treffer nachzulegen. Gelegenheiten dazu bestanden in adäquatem Maße. Beispielsweise bei den aussichtsreichen Torchancen von Dursun (49.), Yannick Stark (61.), dem starken Marvin Mehlem (32. und 65.) sowie Pálsson (70.).

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