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2:1 in Nürnberg : Darmstadt gewinnt mit dem „Knüppel“

  • -Aktualisiert am

So knapp war es: Dumic traf kurz vor dem Schlusspfiff beim 1. FC Nürnberg. Bild: dpa

Der SV Darmstadt klettert nach dem dritten Sieg in Folge weiter in der Tabelle der Zweiten Liga. In Nürnberg helfen den Lilien Platzverweise des Gegners, der Videoassistent und „Dario (Dumic) mit dem Knüppel“.

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          Es drohte schon das Standardergebnis in Nürnberg. 1:1 – so hatten sich der „Club“ und Darmstadt 98 im April 2015 und im März 2018 jeweils getrennt. Immer in der Zweiten Fußball-Bundesliga. Und auch am Sonntag steuerten beide Mannschaften in einem spielerisch nicht allzu attraktiven Duell stramm auf ihr bevorzugtes Spielergebnis zu, bis Dario Dumic den Statistikfreunden einen Strich durch die Rechnung machte. Mit seinem plazierten Distanzschuss in der 89. Minute zum 2:1 verhalf der Darmstädter Innenverteidiger den „Lilien“ zum dritten Sieg hintereinander.

          „Ich habe eine Lücke gesehen und abgezogen“, sagte Dumic. Abstiegsangst, das war einmal am Böllenfalltor: Mit nun 32 Punkten haben sich die Südhessen auf Rang sieben im Tabellenmittelfeld festgesetzt. Die 14 Zähler aus den zurückliegenden sieben Spielen verschaffen dem SVD ein gutes Stück Sicherheit.

          2. Bundesliga

          Ein sportliches Glanzstück lieferten die Darmstädter allerdings nicht ab. „Die Jungs haben heute vielleicht nicht ihr bestes Spiel gezeigt, aber sie haben gefightet und wollten unbedingt den Sieg“, sagte Trainer Dimitrios Grammozis.

          Während die Darmstädter die Begegnung personell in voller Stärke beendeten, waren zum Schluss auf „Club“-Seite nur noch acht Feldspieler auf dem Platz. Wegen Meckerns hatte Fabian Nürnberger die Gelb-Rote Karte in der Nachspielzeit bekommen. Viel gravierender für den Spielverlauf war das Fehlverhalten des Nürnbergers Asger Sörensen. Der Däne hatte nach 52 Minuten „Lilien“-Angreifer Serdar Dursun im Strafraum umgerissen. Mit Hilfe des Videobeweises korrigierte Schiedsrichter Patrick Alt seine Entscheidung: Aus der Gelben wurde eine Rote Karte für den Übeltäter, weil dieser der letzte Mann war und eine klare Torchance seines Gegenspielers per Notbremse verhindert hatte. Die Nachspielzeit eingerechnet, musste Nürnberg über 40 Minuten lang in Unterzahl bestreiten.

          Folgt der nächste Abstieg für den FCN?

          Es war nicht die einzige Hypothek für den Bundesliga-Absteiger, der nun als Fünfzehnter der Tabelle auch eine Spielklasse tiefer befürchten muss abzusteigen. Den fälligen Strafstoß hatte der Darmstädter Standardspezialist Tobias Kempe sicher zum 1:1 (55. Minute) vollstreckt.

          „Der Elfmeter und die Rote Karte spielen uns natürlich in die Karten. Danach hatten wir nicht wirklich viele Chancen. Uns hat lange die nötige Durchschlagskraft im letzten Drittel gefehlt,“ sagte Grammozis. Doch die „Lilien“ erhöhten in der Schlussphase den Druck und belohnten sich mit dem fulminanten Schuss von Dumic. „Da musste erst Dario mit dem Knüppel kommen“, sagte Kapitän Fabian Holland und grinste. „Man kann sicherlich von einem schmutzigen Sieg sprechen.“

          2:1 statt 1:1 – der SVD schuf mit dem Resultat bilanziell einen schönen Neuwert für sich. In der achten Partie in Nürnberg kamen die Südhessen zu ihrem ersten Auswärtssieg. „Wir sind glücklich, als erste Darmstädter Mannschaft hier gewonnen zu haben“, sagte Grammozis. Seit einem Jahr ist der Deutsch-Grieche Trainer in Darmstadt. Die drei Punkte empfand er als „schönes Geschenk.“

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