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0:3 in Heidenheim : Darmstadt 98 in der Krise

  • -Aktualisiert am

Ratlos im Schneetreiben: Darmstadt verliert in Heidenheim deutlich. Bild: dpa

Durch das 0:3 in Heidenheim gerät für Darmstadt 98 die Abstiegszone in Sichtweite. Vor allem bei Standards sind die Hessen nicht verteidigungsbereit. Trainer Markus Anfang ist gewarnt.

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          Auf drei Siege in Serie vor dem Jahreswechsel folgen drei Niederlagen in Serie im neuen Jahr. Die „Lilien“ haben sich am Sonntagnachmittag durch die 0:3-Niederlage beim 1. FC Heidenheim in eine krisenhafte Situation manövriert. Konnte man beim SV Darmstadt 98 bei den vergangenen Misserfolgen noch meist für sich in Anspruch nehmen, drauf und dran gewesen zu punkten, war dies auf der frostigen Schwäbischen Alb anders. Die zweite Halbzeit geriet kraft- und mutlos, so dass die Heidenheimer leichtes Spiel mit der südhessischen Reisegesellschaft hatten.

          2. Bundesliga

          Die Darmstädter Personalsituation hatte sich vor Anpfiff dahingehend entspannt, dass die angeschlagenen Abwehrkräfte Lars Lukas Mai, Immanuel Höhn und Fabian Holland mitwirken konnten. Als Dreier- beziehungsweise Fünferkette angeordnet, hielt die Darmstädter Hintermannschaft auch lange Zeit stand. Mit der entscheidenden Einschränkung: Sie vermochten die Heidenheimer Angriffe aus dem Spiel heraus zu parieren, aber nicht die Heidenheimer Standardsituationen. Und so waren es Unaufmerksamkeiten bei einem Eckball und einem Freistoß, welche die „Lilien“ auf die Verliererstraße und in eine deutliche Niederlage führten. „Die Ergebnisse“, so Cheftrainer Markus Anfang, „sprechen aktuell nicht für uns. Wir sind gewarnt.“

          Die Südhessen hatten sich nach Startschwierigkeiten gut hineingearbeitet in dieses Duell im Dauerschneetreiben. Aber nur in ihrer energischen Phase zwischen der 25. und 40. Minute waren die „Lilien“ mal nahe dran, dem FCH die erste Heimniederlage nach 15 Monaten beizubringen. Zunächst geriet der Kopfball von Angreifer Felix Platte, der den verletzten Torjäger Serdar Dursun ersetzte, zu unpräzise (26.). Kurz darauf konnte der starke Kopfball von Höhn nach einer Ecke noch von einem Heidenheimer auf der Linie geklärt werden (30.).

          Doch sollte die beste gleichzeitig auch die letzte zwingende Darmstädter Offensivaktion gewesen sein. Denn die „Lilien“ ließen eine kraft- und mutlose zweite Hälfte folgen. Hatte SVD-Torhüter Marcel Schuhen kurz vor der Pause den Kopfball von Kühlwetter noch reflexhaft abwehren (40), war der Schlussmann kurz nach Wiederanpfiff machtlos gegen einen Kühlwetter-Versuch. Die „Lilien“ vermochten bei einem Eckball weder die Kopfballverlängerung noch den Kopfball ins Netz zu verhindern – 0:1 (49.).

          Damit nicht genug: Zehn Minuten später lenkte Mainka einen aus dem Halbfeld getretenen Freistoß ins Tor – 0:2 (59.). Eigentlich sind die Südhessen mit zwölf Treffern die Standardexperten der Liga, wurden aber auf der Schwäbischen Alb auf ihrem eigenen Lieblingsterrain besiegt. „Natürlich kann da immer mal einer reinfallen, aber nicht auf diese Art und Weise“, sagte Mannschaftskapitän Holland. „Da müssen wir viel wacher sein.“

          Von diesen beiden Nackenschlägen nach ruhendem Ball erholten sich die Darmstädter jedenfalls nicht mehr. Und so trudelte das Match seinem Ende, dem verdienten Heidenheimer Heimsieg, entgegen. Die offensiven Darmstädter Wechsel – der am Tag zuvor erst verpflichtete bundesligaerfahrene Christian Clemens kam schon zu seinem zwanzigminütigen Debüt – verpufften, und einer der diversen Heidenheimer Kontersituationen führte zum 0:3 durch Thomalla (83.). Dass in der Nachspielzeit noch ein Flankenball der „Lilien“ gegen die Latte tropfte, fiel nicht mehr ins Gewicht. Von Gewicht ist dagegen der Negativlauf der Mannschaft, die nunmehr nur noch vier Punkte vor dem Abstiegsrelegationsrang rangiert.

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