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Zweite Bundesliga : Ein Torhüter bezwingt die „Lilien“

  • -Aktualisiert am

Sandro Sirigu und Darmstadt 98 trauern den verpassten Punkten hinterher Bild: dpa

Bitterer Rückschlag für Darmstadt 98 im Aufstiegsrennen in der zweiten Fußball Bundesliga: In Leipzig gehen die „Lilien“ sogar in Führung, doch erst gleich RB aus, dann hat der Torhüter seinen großen Auftritt.

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          Dramatischer kann ein Fußballspiel nicht enden. Die Profis des SV Darmstadt 98 verließen am Freitagabend tief enttäuscht den Rasen der Leipziger Arena, vermochten zunächst nicht glauben, was sich dort in letzter Sekunde zugetragen hatte. Und mussten mitanschauen, wie der Torwart von RB Leipzig, Fabio Coltorti, auf Händen vom Platz getragen wurde. Der sächsische Keeper hatte in der 93. Minute für den späten Knockout der „Lilien“ gesorgt, als er nach einer Ecke zum 2:1 traf.

          Damit haben die Darmstädter mit den Leipzigern, die nur noch drei Zähler hinter den Südhessen rangieren, einen neuen Konkurrenten im Zweitliga-Aufstiegskampf hinzubekommen. „Es ist ganz bitter. Wir haben ein Superspiel abgeliefert und können trotzdem stolz auf unsere Leistung sein“, sagte Torschütze Hanno Behrens nach der erst zweiten Niederlage in den vergangenen 21 Spielen.

          Lange Zeit bewies das Team von Trainer Dirk Schuster wieder mal, wie mit Wille, taktischer Disziplin und Laufbereitschaft ein individuell weitaus stärkerer Gegner in Schach zu halten ist. Weil die Darmstädter am Ende einige exzellente Konterchancen ausließen und spät bestraft wurden, drohen sie nun an diesem Wochenende aus den Aufstiegsrängen zu fallen.

          In der siebten Minute war aber beinahe geschehen, was die „Lilien“ unbedingt zu verhindern trachteten: ein Rückstand gegen die zuletzt sehr heimstarken Rasenballsportler. Der Peruaner Reyna trickste die gesamte Darmstädter Hintermannschaft aus, doch dessen guten Schuss lenkte Keeper Christian Mathenia mit einem grandiosen Reflex um den Pfosten. Doch mehr ließen die Südhessen lange Zeit vor dem eigenen Tor nichts mehr zu. Die „Lilien“ waren zwar kaum in Ballbesitz, vermochten aber aus ihrer stabilen Ordnung heraus gefährliche Situationen meist schon im Keim zu ersticken.

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          Kaum zu glauben, aber wahr: Das ist der Sieg in letzter Minute :

          Die meist durch das Zentrum anrennenden Leipziger verhedderten sich ein ums andere Mal in den von den Darmstädtern geschickt verdichteten Räumen. In der Offensive ließen sich die Darmstädter aber kaum blicken. In der 36. Minute profitierte Tobias Kempe dann nach einem weiten Einwurf beinahe von einem Missverständnis in der RB-Abwehr, konnte den Ball aber nicht mehr kontrollieren. Hanno Behrens Kopfball nach einer Ecke wurde auf der Linie abgewehrt, Dominik Stroh-Engels Nachschuss abgeblockt (44.).

          Nach der Pause wurde der SV 98 im Duell zweier Aufsteiger im Aufstiegskampf etwas mutiger, ohne aber in der Defensive auch nur ein Deut nachlässiger zu werden. Umso mehr die Leipziger am hessischen Bollwerk zu verzweifeln schienen, desto mehr konnte sich sogar die kleine „Lilien“-Fanschar Gehör verschaffen. Das Gros der Darmstädter Fans hatte sich darauf verständigt, das Match aus Protest gegen das Geschäftsgebaren des von Red Bull gepäppelten Klubs zu boykottieren.

          Das Führungstor für die „Lilien“ fiel dann just in der Phase, als die Leipziger mit offensiven Wechseln die Zeichen auf Sturm stellten, um ihre wohl letzte Aufstiegschance zu wahren. Kempes Hereingabe geriet perfekt in den Lauf von Behrens, der aus der Nahdistanz vollendete (77.). Doch untypisch für die „Lilien“ in dieser Saison: Sie ließen sich ihren Vorsprung postwendend (79.) wieder abluchsen – wenn auch auf äußerst unglückliche Weise. Romain Brégeries Abwehrversuch prallte von Lukas Klostermann ins Netz – 1:1. Es begann eine aufregende Schlussphase: Doch der eingewechselte Sandro Sirigu vermochte zwei ausgezeichnete Konterchancen nicht zu nutzen. Die „Lilien“ waren dem Sieg am Ende weitaus näher als die wild angreifenden Leipziger. Dann kam Coltorti.

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