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Sport in der Corona-Krise : Mehr Freiheiten für Profis in Hessen

  • Aktualisiert am

Die Profis der Eintracht trainieren schon, weitere Sportler in Hessen können künftig folgen. Bild: Reuters

Die Trainingseinschränkungen für Berufssportler in Hessen werden teilweise aufgehoben. Das teilt das zuständige Ministerium nun mit. Doch es gibt weiterhin Einschränkungen.

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          Das hessische Ministerium des Inneren und für Sport hat am Montag Trainingseinschränkungen für bestimmte Profisportlergruppen teilweise aufgehoben. Das geht aus einer E-Mail des Abteilungsleiters Sport, Jens-Uwe Münker, an die hessischen Städte und Gemeinden über eine Änderung der Vierten Verordnung zur Bekämpfung des Corona-Virus vom 17. März hervor. Das Schreiben liegt der F.A.Z. vor. Grundsätzlich ist der Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen in Hessen zurzeit verboten. Nach Angaben des Ministeriums können „Berufssportler hiervon durch die kommunalen Gesundheits- und Ordnungsbehörden“ mit dem Schreiben vom 6. April „ausgenommen werden, wenn die Infektionsschutzbestimmungen eingehalten werden können. Das Training ist daher unter Einhaltung strenger Auflagen, zum Beispiel möglichst kleine Gruppen, Einhaltung von Abstandsgebot und Infektionsschutz möglich“.

          Hintergrund der Lockerung sind „vielfältige Anfragen zum Anwendungsbereich der Vierten Verordnung zur Bekämpfung des Corona-Virus auf den Berufssport“. Demnach stellt das Innenministerium im „Einvernehmen mit dem Ministerium des Soziales und Integration“ fest, dass Training von Berufssportlern im Profisport eine „Berufsausübung“ darstellt. Unter Profisport sei die bezahlte Vollzeittätigkeit von Berufssportlern gemeint. In dem Schreiben werden allerdings nicht alle Profisportler von der Ausnahme erfasst. Ausdrücklich genannt werden im Fußball die erste und zweite Bundesliga der Männer, die erste Liga der Frauen, die dritte Liga sowie die Regionalliga.

          Wie zu hören war, haben die Offenbacher Kickers nicht nur öffentlich Druck gemacht. Auch die Löwen (DEL 1 und 2) dürften unter den entsprechenden Auflagen wieder das Kleingruppentraining im Eishockey aufnehmen; im Handball wäre es für Teams der ersten und zweiten Liga zulässig, im Basketball aber nur den Erstligavereinen wie den Skyliners und Gießen gestattet. Auch im Volleyball (die erste Liga der Männer und Frauen) und im American Football GFL ist die Öffnung möglich, wie es im Schreiben heißt.

          Alle die genannten Ausnahmen liefen offenbar innerhalb einer Definition. Das Innenministerium grenzt in Abstimmung mit dem Landessportbund Hessen den „Profisport als bezahlte Vollzeittätigkeit von Berufssportlern in Kapitalgesellschaften bzw. über den Wirtschaftsbetrieb von Vereinen ab“. Der Begriff Vollzeittätigkeit im Berufssport sei „eng auszulegen und grundsätzlich auf Betriebsstätten von Kapitalgesellschaften im Sport bzw. wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben von Vereinen mit ausschließlich Vollzeit-Beschäftigten Berufssportlern zu beschränken“. Offenbar ist selbst der organisierte Sport nicht für eine größere Lösung gewesen. Das Training von Kaderathleten an den Bundes- und Landesstützpunkten, deren Aufwand mitunter gar höher ist als der eines „Profis“, stellt demnach auch in den Augen von Verbänden „keinen Berufssport“ dar. Die Trainingsverbote etwa in den Hallen oder Schwimmbädern bleiben für diese Gruppe bestehen.

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