https://www.faz.net/-gtl-9zel7

Saisonende in Regionalliga? : Ein Verlust von 200.000 Euro für den FSV Frankfurt

  • -Aktualisiert am

Viel Geld steht auf dem Spiel: Der FSV Frankfurt spielt in der Regionalliga. Bild: dpa

Im Profifußball soll der Ball wieder rollen, doch in den unteren Ligen werden die Saisons mutmaßlich abgebrochen. So auch in der Regionalliga, wo der FSV Frankfurt spielt. Ein Abbruch träfe den Verein hart.

          2 Min.

          Auf der Zeitschiene ist es in unsicheren Zeiten eine erste Orientierungsmarke für die Vereine. Bei der vierten Videokonferenz der Fußball-Regionalliga Südwest am Montag wurde der 31. Juli als möglicher Termin für den Start der neuen Saison genannt. Aber auch dieses Vorhaben muss in Zeiten der Corona-Pandemie mit einem großen Fragezeichen versehen werden. Noch ist nicht einmal die laufende Runde in der vierthöchsten Klasse, die seit dem 12. März unterbrochen ist, offiziell für beendet erklärt worden. Aber das wird so kommen, weil dem Großteil der Klubs klar ist, dass für sie ein Hygiene- und Sicherheitskonzept wie in der ersten und zweiten Liga und damit einhergehende Geisterspiele nicht umsetzbar sind.

          „Für die Regionalliga ist es nicht möglich, die Saison bis zum 30. Juni aufgrund der momentanen Verfügungslagen abzuschließen“, sagte Sascha Döther, der Geschäftsführer der Regionalliga Südwest GbR, am Mittwoch dieser Zeitung. Noch solle aber der außerordentliche DFB-Bundestag am 25. Mai abgewartet werden, auf dem auch über den Antrag des saarländischen Fußballverbandes, eine zweigeteilte dritte Liga mit 36 Vereinen einzuführen, abgestimmt wird.

          OFC unterstützt das Projekt

          Die Offenbacher Kickers unterstützen wie einige andere Traditionsvereine dieses Projekt. Bekäme im Fall der Fälle auch der Ligarivale FSV Frankfurt die Möglichkeit, einen Satz nach oben zu machen, „würden wir diese Chance aufgrund unserer professionellen Strukturen mit dem Stadion und dem Nachwuchsleistungszentrum wahrnehmen. Wir würden jedoch nicht mehr ausgeben, als wir einnehmen“, sagte Vereinspräsident Michael Görner. „Wann wird von den Behörden wieder Wettkampfsport genehmigt werden?“ Das ist für Görner die entscheidende Frage im Hinblick darauf, zu welchem Zeitpunkt der Startschuss für die neue Regionalliga-Spielzeit fallen kann.

          Noch darf die Mannschaft des OFC nicht im „Vollkontakt“ trainieren, wie es Geschäftsführer Thomas Sobotzik am Mittwoch formulierte. Das Team des FSV – Spieler und Trainer befinden sich in Kurzarbeit – trifft sich überhaupt nicht zum Mannschaftstraining. Und das soll erst einmal so bleiben. Die weitgreifende Planungsunsicherheit macht Görner und Geschäftsführer Patrick Spengler schwer zu schaffen. Vor der Corona-Krise hatten sie Gewissheit, wann es jeweils mit der Spielzeit losgeht. Doch jetzt vermag das keiner mit Bestimmtheit zu sagen. Das wiederum wirft die Frage auf, wie sich die Vereinssponsoren, die bei der Stange bleiben wollen, verhalten werden. Sind sie erst dann bereit, zu zahlen, wenn die Saison tatsächlich begonnen hat? Oder halten sie bei ihrer Unterstützung trotzdem an den üblichen Zeitabläufen fest? Kein Wunder, dass Görner keine verbindliche Auskunft über den neuen Etat geben kann. „Wir stehen vor erheblichen Herausforderungen und Schwierigkeiten“, sagt er. Derzeit sehe er „keine Insolvenzgefahr“.

          Durch die Corona-Pandemie wird dem FSV bis zum 30. Juni „ein Verlust von über 200.000 Euro“ entstanden sein. Die beiden größten Posten bilden die entgangenen Einnahmen aus dem Veranstaltungsgeschäft in den Räumlichkeiten der Haupttribüne (70.000 Euro) und dem Betrieb der Fußballschule (70.000 Euro). Auch die drei bis Ende Juni ausgefallenen Heimspiele des American-Football-Klubs Frankfurt Universe schlagen wegen entgangener Mieteinnahmen mit einem mittleren fünfstelligen Betrag zu Buche. Es sei „mehr als fraglich, ob die Saison in der German Football League zustande kommt“, sagt Görner. Der FSV ist Betreiber des Stadions am Bornheimer Hang und als solcher in der Vermieterrolle gegenüber Universe.

          Dem Frankfurter Ligakonkurrenten OFC werden die Einnahmen aus den verbleibenden sieben Regionalliga-Heimspielen, darunter die Partien gegen den Primus Saarbrücken und den FSV Frankfurt, fehlen. Die Kickers schließen deshalb Schadensersatzforderungen nicht aus. Die Bornheimer hingegen werden „Stand jetzt niemanden haftbar machen. Wenn wir es könnten, würden wir das Coronavirus haftbar machen“, sagt Görner.

          Weitere Themen

          Hütter: „Ich bin kein Lügner“ Video-Seite öffnen

          Eintracht-Trainer : Hütter: „Ich bin kein Lügner“

          Der Trainer von Eintracht Frankfurt, Adi Hütter, hat seinen geplanten Wechsel zu Borussia Mönchengladbach verteidigt. Die Gladbacher sind für Frankfurt der nächste Gegner in der Fußball-Bundesliga.

          Topmeldungen

          So sieht der EQS aus.

          Der neue EQS : 770 Kilometer soll er schaffen

          Der EQS ist die elektrische Version der S-Klasse und gleichzeitig deren Konkurrent. Mit beiden will Daimler dicke Margen einfahren.
          Will, dass die EU härter ihre Interessen vertritt: EVP-Fraktionschef Manfred Weber

          F.A.Z. exklusiv : Weber stellt Briten Bedingungen

          Das Europaparlament ratifiziert vorerst nicht das Abkommen mit dem Vereinigten Königreich. EVP-Fraktionsschef Manfred Weber fordert von London die Einhaltung seiner Verpflichtungen in Nordirland.
          Coinbase-Gründer Brian Armstrong in San Francisco im Jahr 2016

          Brian Armstrong : Der Mann hinter dem digitalen Goldrausch

          Keine 30 Jahre war Brian Armstrong alt, als er mit Coinbase ein Unternehmen gründete, das heute wertvoller als die New Yorker Börse ist. Er ähnelt den findigen Geschäftsleuten, die während des Goldrauschs im Wilden Westen Schaufeln und Spitzhacken verkauften.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.