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Rugbysport in Deutschland : „Sterben auf Raten“

Viel Kontakt: Die Corona-Pandemie trifft den Rugbysport besonders schwer (Archivbild). Bild: Picture-Alliance

Die Corona-Pandemie bringt den Rugbysport in Deutschland zum Erliegen. Die Aussetzung der Saison trifft die Sportart schwer. Die Vereine kämpfen ums Überleben.

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          Mitte August machte der Bundesliga-Klub Rugby Pforzheim seinen Anhängern noch Lust auf ein spannendes Live-Erlebnis vor Ort. „Nach heutigem Stand“, hieß es auf der Facebook-Seite des Vereins, könne das erste Saisonheimspiel gegen den deutschen Meister von 2019, den SC 1880 Frankfurt, am 19. September vor Zuschauern ausgetragen werden. Eine Vorankündigung, die sich in Zeiten der Corona-Pandemie nicht halten ließ.

          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Für alle Freunde des Rugbysports kommt es jetzt knüppeldick, denn die Bundesliga-Saison wird in diesem Jahr nicht mehr starten. Frühestens ab März 2021 soll der organisierte Spielbetrieb in den beiden obersten Klassen wieder aufgenommen werden. Das beschloss der Rugby-Bundesliga-Ausschuss (RBA) mit seinen über 30 anwesenden Vertretern von Erst- und Zweitliga-Klubs in Hannover mehrheitlich. Die steigenden Corona-Infektionszahlen, die daraus resultierende Planungsunsicherheit sowie die verschiedenen Verordnungen der Bundesländer führten zu der gemeinschaftlich getroffenen Entscheidung.

          Diese könne man „kritisieren“, sagte der Frankfurter Vizepräsident Uli Byszio dieser Zeitung. „Aber man muss es nicht machen. Denn ansonsten muss man auch dazu bereit sein, die Konsequenzen zu tragen, wenn nur einer schwerwiegende gesundheitliche Folgen durch eine Infektion davontragen würde.“ Das Coronavirus, so der Mäzen der „Achtziger“, könne man nicht „auf die leichte Schulter nehmen und sagen: Der Sport ist wichtiger.“ Gleichwohl hätte Byszio den Saisonstart zum jetzigen Zeitpunkt nicht abgesagt, sondern die aktuelle Lage „wachsam im Auge behalten. Diese Option hätte ich mir offengehalten.“

          In den Grundfesten erschüttert

          Den Rugbysport sieht Byszio nun im Hinblick auf die mindestens einjährige Spielpause in seinen Grundfesten erschüttert. „Meiner Meinung nach ist das ein Sterben auf Raten. Gerade für eine Randsportart wie die unsere wird es zunehmend schwieriger, danach wieder ins Rollen zu kommen.“ Es werde „sehr schwierig, das Überleben des Sports sicherzustellen“.

          Das aktuelle Spielniveau, glaubt er, könne nicht mehr gehalten werden. „Ich schätze, dass wir fünf Jahre brauchen werden, um das Verlorengegangene wieder aufzuholen. Wenn Sportler ein Jahr aus ihrer Sportart raus sind, führt das zu großen Problemen – gerade in einer Mannschaftskampfsportart.“ Das Trainieren ist der Frankfurter Erstliga-Mannschaft momentan zwar gestattet. „Aber woher nimmst du die Motivation?“, fragt sich Byszio. „Kein Training kann den Kampf gegen den echten Gegner ersetzen.“ Um wenigstens ein bisschen im Spielrhythmus zu bleiben, wollen nun die drei Topteams der Region – der SC 1880 Frankfurt, dessen Bundesliga-Rivale RK Heusenstamm sowie der ambitionierte und wirtschaftlich stark aufgestellte Zweitliga-Topklub BSC Offenbach – in einem eigens geschaffenen Wettbewerb mehrmals gegeneinander antreten. Losgehen soll es Ende September.

          Dotiert ist der sogenannte CT (CoreTechnologie)-Cup mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Dieser „Hessencup“ helfe „vielleicht ein wenig“, findet Byszio. „Doch wird er wirklich stattfinden?“ Eine klare Antwort kann auch er angesichts des augenblicklichen Infektionsgeschehens im Rhein-Main-Gebiet nicht geben.

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