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Ärger in Golf-Bundesliga : „Chaotisch und ungerecht“

  • -Aktualisiert am

Voll fokussiert, nur wann beginnt die Liga? Jan Förster und die Frankfurter Golfer haben noch Fragen. Bild: DGV-Stebl

Auch die deutsche Golf-Bundesliga muss wegen der Corona-Krise flexibel bleiben. Doch bei einigen Vereinen herrschen große Vorbehalte gegenüber dem derzeitigen Vorgehen. Falls alles schief läuft, soll es einen „Alternativplan“ geben.

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          Jan Förster, der Trainer der Klubmannschaft beim Frankfurter Golfclub, erwartet eine „sehr chaotische Saison“ in der Bundesliga. Und eine womöglich „ungerechte“ Runde noch dazu – sofern es so kommen sollte, wie es das Präsidium des Deutschen Golf-Verbandes (DGV) nach jetzigem Stand in Zeiten der Corona-Pandemie „vorbehaltlich“ festgelegt hat.

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          Wie gehabt sieht die Erstliga-Nordgruppe der Deutschen Golf-Liga (DGL), in der die Frankfurter vertreten sind, zunächst fünf Spieltage vor. Der erste soll am 16. Mai in Hamburg stattfinden und der zweite zwei Wochen später in Frankfurt. Das Präsidium des DGV hat nun beschlossen, fünf Wochen vor dem jeweiligen Spieltag zu entscheiden, ob dieser ausgetragen werden kann. Bestehe zu diesem Zeitpunkt „keine Klarheit über die Durchführbarkeit – aus welchen Gründen auch immer – wird der Spieltag in allen Ligen ersatzlos abgesetzt und nicht nachgeholt“, hieß es.

          Nach Absetzung des ersten Spieltags sollen dann die weiteren vier Spieltage „normal ausgetragen“ werden. Das Gleiche würde gelten, wenn die ersten beiden Spieltage im Mai ausfallen müssten, dann stünden noch drei Durchgänge bis zum 1. August auf dem Programm. Wären die ersten drei Spieltage nicht durchführbar, würde der Ligabetrieb für die gesamte Saison 2020 „ausgesetzt“ werden. Für diesen Fall würde der Ligaspielbetrieb im Jahr 2021 auf den Ergebnissen von 2019 basieren.

          Vorbehalte der Traditionsvereine

          Förster jedoch kann sich aus verschiedenen Gründen vorstellen, „dass das Ganze noch nicht spruchreif ist“. Der Cheftrainer des Frankfurter Golfclubs berichtete am Dienstag von Vorbehalten vor allem der Traditionsvereine gegenüber den vorgesehenen Regelungen. In Zeiten, in denen die Klubs unter anderem durch abgesagte Firmenturniere finanziell erhebliche Einbußen hätten, „denken sehr viele gerade wirtschaftlich und weniger an die DGL“, sagte Förster. Je nach Verein würden „zwischen 25.000 Euro bis zu 100.000 Euro“ in eine Bundesliga-Saison investiert. „Unter den gegebenen Umständen tun wir gut daran, eine Lösung zu finden, die die Vereine wirtschaftlich nicht so hart trifft.“

          Wie viele seiner Kollegen und wie „fast alle im Golf“ rechnet Förster damit, dass nach heutigem Stand die ersten beiden Spieltage im Mai nicht stattfinden können. Selbst wenn ein Spieltag fünf Wochen vorher bestätigt wurde, behält sich der DGV vor, „den Spieltag noch zu einem späteren Zeitpunkt vor dem Spieltagswochenende absagen zu können, wenn behördliche Auflagen dies zwingend notwendig machen“.

          Würden die Spieltage eins und zwei aber ausfallen, hätten Hamburg und Frankfurt einen Wettbewerbsnachteil durch den fehlenden Heimspiel-Spieltag. Die restlichen Spieltage müssten dann aus Fairnessgründen eigentlich auf „neutralen Plätzen im Süden“ zur Austragung kommen, sagt Förster, was in der Praxis jedoch kaum möglich sei. Aufgrund der vielfältigen Probleme favorisiert Förster deshalb eine Lösung, die aus seiner Sicht „sportlich am fairsten“ und die in der augenblicklichen Lage zudem wirtschaftlich vertretbar ist. „An einem Wochenende mit einer großen Zählspielqualifikation zu beginnen und dann ins Lochspiel mit wahrscheinlich vier Mannschaften zu gehen, um das Halbfinale und Finale auszutragen“. Er plädiert zudem dafür, dass es diesmal keine Absteiger geben sollte.

          Das Präsidium des DGV will im Fall einer „Komplettabsage“ der DGL versuchen, den deutschen Mannschaftsmeister bei den Damen – auch hier ist Frankfurt in der Südgruppe der Bundesliga vertreten – und den Herren „alternativ zu ermitteln“. Geplant sei, „am Wochenende des vierten Spieltags am 18. und 19. Juli der DGL jeweils ein Qualifikationsturnier für die Nord- und die Südgruppen aus der 1. Bundesliga durchzuführen“. Daraufhin solle „ein Final Four im GLC Gut Kaden am 8. und 9. August als deutsche Mannschaftsmeisterschaften AK offen den jeweiligen deutschen Mannschaftsmeister ermitteln“, teilte der DGV mit.

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