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Confederations Cup : Zeit für einen Umbruch, Zeit für Amanatidis

Jetzt geht es erst einmal in Urlaub, die Beine hochlegen und die Verletzung auskurieren. Wohin? Wohin wohl: nach Griechenland. Ioannis Amanatidis ist in Kozani geboren, einem Städtchen dreihundert Kilometer westlich von Thessaloniki, und dorthin kehrt der Schwabe mit griechischen Wurzeln gern und regelmäßig zurück. Amanatidis ist griechischer Nationalspieler, die Partie am Mittwoch gegen

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          Jetzt geht es erst einmal in Urlaub, die Beine hochlegen und die Verletzung auskurieren. Wohin? Wohin wohl: nach Griechenland. Ioannis Amanatidis ist in Kozani geboren, einem Städtchen dreihundert Kilometer westlich von Thessaloniki, und dorthin kehrt der Schwabe mit griechischen Wurzeln gern und regelmäßig zurück. Amanatidis ist griechischer Nationalspieler, die Partie am Mittwoch gegen Mexiko (0:0) war sein achter Einsatz, es werden noch viele dazu kommen, da ist er sicher. Unter mangelndem Selbstbewußtsein hat Amanatidis noch nie gelitten, und außerdem ist er jung, 23 Jahre, seine Zeit, sagt er, komme noch, ganz sicher.

          Michael Eder

          Sportredakteur.

          Zur Europameisterschaft in Portugal, wo die Griechen den Titel gewannen, hatte ihn Trainer Otto Rehhagel nicht mitgenommen, doch mittlerweile kommt er an dem Angreifer des 1.FC Kaiserslautern nur noch schwer vorbei. Bei Confederations Cup haben die Griechen mit zwei Niederlagen gegen Brasilien und Japan sowie dem 0:0 gegen Mexiko enttäuscht, und daheim fordert die Öffentlichkeit einen Schnitt, neue Spieler, eine Verjüngung der Mannschaft. Amanatidis sieht die Entwicklung in seinem Sinne voranschreiten. "Es sind einige neue Spieler im Kader." Zeit für einen Umbruch also? "Es sieht danach aus."

          Gegen Mexiko nominierte Rehhagel Amanatidis trotz dessen Muskelproblemen im Oberschenkel. "Überraschend" fand das der Stürmer, dessen kaum ausgeheilte Verletzung sich schon nach einer Viertelstunde wieder schmerzhaft bemerkbar machte. "Ich konnte nur ein einziges Tempo laufen", sagte der Angreifer, der in Stuttgart aufwuchs und über die Stationen Greuther Fürth, VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt nach Kaiserslautern kam. "An Tempowechsel oder schnelle Antritte war nicht zu denken." Zur Pause blieb er in der Kabine. "Ein bißchen ärgerlich", fand er das, auch daß nun der Oberschenkel wieder zwickt, aber immerhin war er im Gespräch geblieben. Und wie gesagt: "Meine Zeit kommt noch."

          Die Griechen hatten sich eine Menge vorgenommen gegen Mexiko. Rehhagel bot zwei Angreifer auf und den torgefährlichen Amanatidis plazierte er als dritte Offensivkraft direkt dahinter - eine taktische Ausrichtung, die Amanatidis gefiel. "Wir haben viel Druck gemacht, eigentlich hat uns nur ein Tor gefehlt." Das hätte er den vielen Landsleuten auf den Tribünen gegönnt. "Sie haben für eine Bombenstimmung gesorgt. Sie waren die besten Fans des ganzen Turniers." Und, findet Amanatidis, deshalb sollten sie auch bei der Weltmeisterschaft im nächsten Jahr Gelegenheit haben, ihre Mannschaft anzufeuern. In der WM-Qualifikation allerdings wird es eng für die Griechen, sie sind im Zweikampf mit der Türkei auf fremde Hilfe angewiesen und müssen ihr nächstes Spiel am 7. September in Kasachstan unbedingt gewinnen. Das ist der Termin, auf den auch Amanatidis hinfiebert. Ein Platz in der Startformation ist sein Ziel, bislang war ihm das erst zweimal gegönnt, gegen Mexiko und vor zwei Jahren bei einem Testspiel gegen Nordirland.

          Natürlich ist auch ein Wiedersehen mit Frankfurt vorgesehen. Bei der Eintracht, für die Amanatidis im Abstiegsjahr 2004 sechs Tore erzielte, war er mit seiner forschen, kompromißlosen Art Publikumsliebling, nun freut er sich auf die Rückkehr ins nagelneue WM-Stadion mit dem 1.FC Kaiserslautern. Dem Aufsteiger aus Frankfurt traut er den Klassenverbleib zu. Mit der Einschränkung, "daß man erst einmal abwarten muß, wie sich die vielen jungen Spieler in der Bundesliga zurechtfinden".

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