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Profi-Reserven in Regionalliga : Ein Nachteil für die Kickers

  • -Aktualisiert am

Muss mit einem Drittel weniger Spieler auskommen: Kickers-Trainer Ristic Bild: Picture-Alliance

Die Zweitvertretungen der Bundesligaklubs aus Hoffenheim, Stuttgart und Freiburg haben in der Regionalliga einen erheblichen Wettbewerbsvorteil. Die Offenbacher Kickers wollen dagegen ankämpfen.

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          Wollen die Offenbacher Kickers in die dritte Fußball-Profiliga aufsteigen, müssen sie in der Regionalliga Südwest den SC Freiburg II noch von Platz eins verdrängen. Denn einen Rückzieher werden die Freiburger diesmal nicht wie in der Saison 2013/2014 machen, als sie bei einem anderen Modus als Meisterschaftszweiter aus wirtschaftlichen Gründen auf die Teilnahme an den Aufstiegsspielen verzichteten.

          Heute würde es der Verein „schon sehr gerne schaffen“, sagte Bundesliga-Trainer Christian Streich unlängst zu den Ambitionen der Freiburger Zweitliga-Vertretung, weil es der Spielbetrieb in Liga drei dem SC erleichtern würde, Talente an das Erstliga-Team heranzuführen. Aktuell haben die Freiburger auf dem einzigen Aufstiegsplatz sechs Punkte Vorsprung vor den Kickers und die deutlich bessere Tordifferenz. Zu absolvieren sind in der Mammutsaison mit ihren 42 Spieltagen noch elf Durchgänge.

          Die Offenbacher werden in den kommenden Wochen einen Kraftakt leisten müssen, um sich die Chance zu erhalten, Freiburg noch einzuholen. Gegenüber der Bundesliga-Reservemannschaft sind sie deutlich im Wettbewerbsnachteil. Personell aus dem Vollen schöpfen zu können ist Freiburgs großer Trumpf im Aufstiegskampf der Regionalliga. Deren Trainer Christian Preußer setzte bisher 37 Spieler ein, darunter neun Akteure aus dem Erstliga-Kader wie den niederländischen 16 Millionen Euro teuren Offensivspieler Guus Til und den südkoreanischen Nationalspieler Chang-Hoon Kwon.

          Der Offenbacher Coach Sreto Ristic hingegen griff bisher auf 23 Akteure zurück, darunter Luigi Campagna und Pelle Hoppe, die den Klub längst verlassen haben. Auch die TSG Hoffenheim II besitzt mit 37 eingesetzten Spielern eine enorme Spielerdecke wie Offenbachs Heimgegner VfB Stuttgart II an diesem Samstag (14 Uhr), der in den bisherigen Partien insgesamt 35 Akteure auf den Platz schickte. Verletzte Spieler vermögen die Erstliga-Reserven, die zudem starke U-19-Akteure hochziehen können, vergleichsweise gut zu ersetzen. Das 19 Jahre alte Freiburger Angreifertalent Emilio Kehrer traf in 16 Spielen siebenmal.

          In Offenbach sind Ristic bei der Personalauswahl aber zusehends die Hände gebunden. Mit dem aktuell formstärksten Akteur Maik Vetter (Muskelverletzung im Oberschenkel) hat sich nun ein weiterer Spieler in den Krankenstand verabschiedet. Die lange Saison und die diesmal wegen der Corona-Pandemie ausgefallene Wintervorbereitung fordern in vielen Vereinen ihren Tribut bei den besonders stark beanspruchten Spielern.

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