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2:1-Sieg in Gladbach : Erst Leid, dann Freude bei Mainz 05

  • -Aktualisiert am

Die Abstiegsgefahr hinter sich lassen: Der Aufwärtstrend der Mainzer geht weiter. Bild: AP

Kevin Stögers zweites Joker-Tor bringt Mainz 05 ein schwer erkämpftes 2:1 in Gladbach. Der Jubel beim FSV ist groß. Doch Trainer Bo Svensson sieht noch Steigerungsmöglichkeiten.

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          Wer am Samstag Ausschnitte der Interviews von Verantwortlichen und Spielern des FSV Mainz 05 hörte, ohne zuvor das Spiel bei Borussia Mönchengladbach gesehen zu haben, konnte leicht auf falsche Gedanken kommen. Auf Gedanken wie den, die Rheinhessen wären mit leeren Händen oder allenfalls einem Unentschieden aus dem Borussia-Park abgereist. „Das Tor fühlt sich nicht ganz so an wie vorige Woche“, sagte beispielsweise Kevin Stöger, der wie schon beim Remis in Leverkusen den letzten Treffer der Partie erzielt hatte.

          Bundesliga

          Und Bo Svensson wirkte bei der Pressekonferenz nicht nur wegen seines dunklen Pullovers, als befände er sich auf einer Trauerfeier. „Die erste Halbzeit war keine gute Halbzeit, wir waren eher glücklich, dass wir mit einem Unentschieden in die Pause gegangen sind“, sagte der Mainzer Trainer. Nach dem Seitenwechsel sei seine Mannschaft gegen den Ball „einen Tick besser gewesen, am Ende hatten wir das Glück auf unserer Seite“. Und: „Inhaltlich, fußballerisch müssen wir einige Sachen besser machen.“

          „Wir haben noch gar nichts gewonnen“

          Das klang nach allem Möglichen, nur nicht danach, dass die 05er, immer noch Tabellenvorletzter der Bundesliga, soeben beim Champions-League-Achtelfinalisten 2:1 gewonnen hatten. Und das verdientermaßen, auch wenn Svensson zu Recht auf Steigerungsmöglichkeiten hinwies.

          Dass der Däne davon absah, die Begeisterung, die Stögers Treffer in der 86. Minute und der Schlusspfiff auf und neben dem Spielfeld ausgelöst hatte, auch in Worte zu fassen, mochte ein gutes Stück taktisch bedingt sein. Weder Mannschaft noch Fans sollen auf den Gedanken kommen, es sei im Kampf um den Klassenverbleib schon irgendetwas erreicht. Christian Heidel stieß ins gleiche Horn: „Wir haben noch gar nichts gewonnen, außer an Zuversicht“, sagte der Sportvorstand, ein Meister seines Fachs, wenn es darum geht, Stimmungen zu lenken.

          In der Tat haben sich die Rheinhessen trotz der Punkte neun bis elf unter Svensson noch nicht von den Abstiegsrängen wegbewegt, auch wenn die Tendenz in diese Richtung geht. In der Rückrunde gehören sie bislang zu den Top fünf, das passt zum Motto, das Heidel und Sportdirektor Martin Schmidt zu ihrem Amtsantritts Ende Dezember gewählt hatten: „Lasst uns den geilsten Abstiegskampf machen“ – und die erste Mannschaft werden, die es nach nur sieben Punkten aus der Hinrunde schafft, dem Abstieg zu entgehen.

          Grundlage dafür muss die Defensivarbeit sein – wie am Niederrhein. Sicher war es keine fußballerische Gourmetkost, mit der sich die 05er den Gegner vom Leib hielten, der entgegen mancher Erwartung nicht wirkte, als habe die Aufregung um Trainer Marco Roses bevorstehenden Wechsel nach Dortmund negative Folgen. Gut anzuschauen war dieser Kampf dennoch, und in gewisser Weise auch imponierend, weil das Team kompakt und stabil verteidigte, obwohl nur wenige Impulse nach vorne gelangen. Der erste richtige Angriff führte prompt zum 1:0, Karim Onisiwo gelang eine traumhafte Direktabnahme mit links. Der Ball sprang vom Innenpfosten ins Gladbacher Tor.

          Der Mühe Lohn

          Lars Stindls Ausgleich in der 26. Minute war verdient, weil die Borussen zwar kaum Chancen kreierten, aber dennoch ein spielerisches Übergewicht besaßen. Die Mainzer wehrten sich jedoch nach einer schwierigen Anfangsphase des zweiten Durchgangs immer besser. „Wir haben heute sehr, sehr viel gelitten“, sagte Eintracht-Leihgabe Danny da Costa angesichts der Laufarbeit, die seine Mannschaft dafür verrichten musste. „Aber es ist umso schöner, wenn man sieht, dass es sich lohnt.“

          Und wie es sich lohnte: Nach da Costas Flanke und einer zu kurzen Kopfballabwehr von Stefan Lainer erzielte Kevin Stöger sein nächstes Jokertor. Dass er es später vermeintlich lustlos kommentierte, hatte einen einfachen Grund – nach gefühlt einem Dutzend Interviews hatte er sich am Ende schlicht „leergebabbelt“.

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