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Arena in Frankfurt : Vom Nutzer zum Bauherrn

Nach der Ankündigung der Skyliners muss unter anderem geprüft werden, wie stark das Basketball-Team von der Stadt abhängt, etwa durch Fördergelder. (Archivbild) Bild: dpa

Die Skyliners kündigen an, selbst eine Multifunktionsarena in Frankfurt errichten und betreiben zu wollen. Ob die sich aber auch finanziell verpflichten würden, muss sich noch erweisen.

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          Wer hätte das gedacht? Die Ausschreibung für die Multifunktionsarena am Kaiserlei schien endgültig gescheitert, da wirft ein neuer Bewerber seinen Hut in den Ring. Die Skyliners kündigen an, eine solche Halle selbst errichten und betreiben zu wollen. Wird der Basketballverein also vom Nutzer zum Bauherrn?

          Das hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst einmal von der wirtschaftlichen Potenz: Der Verein wird ein gehöriges Maß an Eigenkapital mitbringen müssen. Wohl auch aus diesem Grund garnieren die Skyliners ihre Pressemitteilung mit dem Hinweis, dass zu ihren Unterstützern mehrere namhafte Unternehmer gehören. Ob die sich aber auch finanziell verpflichten würden, muss sich noch erweisen.

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          Zweitens ist das Thema auch ein juristischer Leckerbissen. Zuallererst ist die Frage zu klären, ob die Stadt das Grundstück überhaupt direkt in Erbpacht vergeben darf und an einer neuen Ausschreibung vorbeikommt. Ein wirtschaftliches Eigeninteresse der Stadt an dem Projekt muss ausgeschlossen sein. Das Thema erinnert an die Vergabe des Altstadtprojekts an die Dom-Römer-Gesellschaft. Allerdings erscheint die Verbindung zur Stadt bei der Halle weniger eng. In jedem Fall wäre die Stadt gut beraten, sich so weit wie möglich herauszuhalten, um glaubhaft zu machen, dass der Verein die Multifunktionshalle tatsächlich in Eigeninitiative errichtet und betreibt.

          Kaiserlei ist gut erschlossen

          In einem zweiten Schritt wäre auch zu prüfen, wie stark die Skyliners von der Stadt abhängen, etwa durch Fördergelder. Denn das könnte wiederum Einfluss auf die Vergabe der Bauleistungen haben. Alle diese Fragen sind nicht von heute auf morgen zu klären. Die Multifunktionshalle dürfte die Stadt also doch noch etwas länger beschäftigen als gedacht. Es sei denn, die Stadtverordneten bereiten dem Thema ein Ende und bieten der Europäischen Schule das Grundstück am Kaiserlei an.

          Das sollten sie sich lieber zweimal überlegen. Die Fläche am Kaiserlei ist gut erschlossen und eignet sich für eine solche Halle. Diese würde auch besser an den Rand eines Gewerbegebiets passen als eine Schule. Würde die Europäische Schule auf den Mainwasen gebaut, könnte auch der Uferpark neu gestaltet werden. Davon könnten die Menschen im Frankfurter Süden profitieren.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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