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Basketball : Kurz, aber etwas härter - Skyliners proben fürs Finale

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Zurück am Tatort: Die Skyliners beim Training in der Ballsporthalle. Bild: F.A.Z.-Foto Rainer Wohlfahrt

Endspielstimmung bei den Frankfurt Skyliners: Das Training in der Frankfurter Ballsporthalle vor dem zweiten Basketball-Finalspiel, das am Donnerstag in Bamberg ausgetragen wird, ist von konzentrierter Gelassenheit geprägt.

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          Pascal Roller nimmt den Ball auf, zielt kurz und wirft ihn an der Grundlinie entlang in den Korb. Treffer. Robert Garrett befördert den Ball zurück zum Kapitän der Frankfurt Skyliners. Wieder und wieder wirft Roller von außen, einer Position, von der es für jeden Treffer im Spiel drei Punkte geben würde. Zehn Würfe, keine Fahrkarte - Roller ist in bester Schußform. Die Übungen am Korb schließen das nachmittägliche Trainig des Basketball-Bundesligavereins ab.

          Draußen bahnt sich die Frühlingssonne ihren Weg durch zwei dunkle Wolken und blinzelt durch die großen Glasscheiben der Ballsporthalle. Das Training der Skyliners geht zu Ende. Mit konzentrierter Gelassenheit haben es die Basketballprofis von Trainer Gordon Herbert hinter sich gebracht. Der Kanadier schlendet in kurzer Hose und T-shirt zum Ausgang, wo ein paar Reporter warten. "Kurz und etwas härter" als normal sei das Training gewesen. Eben der Bedeutung angemessen. Und die ist groß. An diesem Mittwoch nachmittag macht sich das Basketballteam auf den Weg nach Bamberg, wo die Frankfurter am Donnerstag im zweiten Bundesligafinalspiel auf den GHP Bamberg treffen. Die Skyliners sind auswärts in Zugzwang geraten, weil sie am Pfingstsonntag das erste nach dem "Best of five"-Modus ausgetragene Finalspiel 71:76 verloren haben.

          Gordon Herbert hat sich im Training am Tag vor der Abreise besonders die Abwehr zur Brust genommen. Er spricht von den "Basics", den Grundlagen, die er seinen Spielern wieder hat näherbringen wolle. Der Kampf eins gegen eins, der Fight unter dem Brett um den Rebound. Fünfzig intensive Trainingsminuten gelten der Abwehr. Gegen die aggressiv auftretenden Bamberger wollen die Hessen gewappnet sein. "Die Serie wird sicherlich noch physischer", hat der Bamberger Derrick Taylor angekündigt. "In Bamberg wollen wir die Energie unseres Publikums aufsaugen".

          Während im Sanitätsraum in den Katakomben der Ballsporthalle einige Spieler noch pyhsiotherapeutisch behandelt werden, trollt sich der Rest in die Umkleidekabinen. Feierabend für heute. Draußen, auf dem großen Parkplatz der Ballsporthalle stiegen die Profis in ihre Dienstwagen vom Rüsselsheimer Hauptsponsors. Langsam rollen die Limousinen der Mittelklasse hindurch zwischen den ersten Badegästen, die die Frühlingsonne für einen Besuch im benachbarten Silobad nutzen. Am nächsten Vormittag wird hier wieder der Treffpunkt sein. Trainer Herbert hat sich die Ballsporthalle anstelle der Halle der Basketballakademie im Titusforum ausgesucht. Das Training soll genau da sein, wo die Entscheidungen fallen könnte. Alles eine Frage der Perspektive, erklärt Kapitän Roller. Das räumliche Gefühl sei hier ein wenig anders, der Boden ebenso. Und auch die Korbanlage. Die Ringe im Titusforum seien ein wenig "weicher". Die Skylines sind gewappnet. Der eine oder andere versucht es mit ein paar Tricks, die sich jenseits des Rationalen bewegen. Bernd Kruel hat sich einen "Play-off-Bart" wachsen lassen. Tyrone Ellis und Chris William würden derzeit ebenfalls auf die Rasur verzichten, erzählt Skyliners-Pressemann Marc Rybicki und schmunzelt. "Ein bißchen etwas sieht man auch schon."

          Die Gelassenheit in Zeiten des Finales hat offenbar nicht jeder bei den Skyliners bewahren können. Manager Gunnar Wöbke soll sich am Pfingstsonntag gegenüber dem Vorsitzenden des GHP Bamberg, Hannes Kemmer, im Ton vergriffen haben, war auf der Internetseite des fränkischen Finalisten zu lesen. Wöbke soll den gegnerischen Klub mit wüsten Worten beschimpft haben, woraufhin ihn Kemmer zu Rede gestellt habe. Inzwischen, so bestätigten sowohl Wöbke als auch Kemmer am Dienstag, seien die Unstimmigkeiten zwischen den Funktionären ausgeräumt. „Wir vertragen uns wieder“, sagte Wöbke. Die Konzentration kann also wieder ganz und gar dem sportlichen Kampf auf dem Parkett gelten.

          Ganz sicher können die Skyliners davon ausgehen, daß die fränkischen Fans kein Erbarmen kennen werden, wenn die Hessen kommen. Das 3600 Plätze große Forum hat den Ruf eines Hexenkessels. Zumindest Kapitän Roller läßt dies kalt. "Wenn die gegnerischen Fans mich auspfeifen, motiviert mich das nur noch mehr", sagt der Frankfurter Spielmacher.

          Nicht mit nach Bamberg reisen kann der Jüngste im Team der Skyliners, Alex King, Der 19 Jahre alte Forward der Basketball Academy Rhein-Main fliegt am Mittwoch nach Treviso zum Reebok EuroCamp. King hat dort die Gelegenheit, sich vor einflußreichen Männern in Szene zu setzen. Es haben sich Trainer und Manager von Klubs der amerikanischen Profiliga NBA angekündigt.

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