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Basketball : Blitzblank in die Spielzeit - die Skyliners wollen glänzen

Entspannt lümmelten die langen Jungs der Deutsche Bank Skyliners am Donnerstag mittag auf der Tribüne in der Trainingshalle. Das Meeting mit Trainer Ivan Sunara begann mit leichter Verspätung. Daß es wichtige Dinge zu besprechen gab, war klar am Donnerstag, dem Tag vor dem Start in die Basketball-Bundesliga.

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          FRANKFURT. Entspannt lümmelten die langen Jungs der Deutsche Bank Skyliners am Donnerstag mittag auf der Tribüne in der Trainingshalle der Basketball-City Mainhattan. Ein kleiner Plausch hier, ein Schwätzchen da - die Wartezeit auf Trainer Ivan Sunara verging schnell. Der Headcoach des Basketball-Bundesligaklubs hatte sich verspätet, das Meeting, zu dem er seine Profis einberufen hatte, begann dreißig Minuten später.

          Daß es wichtige Dinge zu besprechen gab, war klar am Donnerstag, dem Tag vor dem Start in die Basketball-Bundesliga. Los geht es an diesem Freitag in der Frankfurter Ballsporthalle gegen die Walter Tigers aus Tübingen (19.30 Uhr). Ob die Skyliners schon in diesem Spiel überzeugen können, ist eine Frage, deren Beantwortung nicht leicht fällt. Zu sehr fehlte es den Skyliners in ihren Vorbereitungsspielen an Überzeugungskraft, zu sehr machen ihnen Verletzungsprobleme zu schaffen. Jukka Matinen plagt sich immer noch mit den Folgen eines Kahnbeinbruchs. Wann der Finne wieder spielen können wird, ist unsicher. Besonders hart getroffen hat es wohl Neuzugang Stefano Garris. Der Shooting Guard, der schon wegen einer Fuß-Operation seine Teilnahme an der Europameistschaft absagen mußte, kämpft zur Zeit mit Knieproblemen. Diese hat er sich vermutlich durch eine Fehlbelastung zugezogen, da ihn die Schmerzen im operierten Fuß zu ungesunden Ausgleichsbewegungen gebracht hatten. So wird der einstige Berliner nicht nur beim Spiel gegen die Tübinger Tiger fehlen, sondern auch noch sicher in der mit Spannung erwarteten Begegnung mit den Telekom Baskets aus Bonn (22. Oktober), bei welcher die Skyliners in der Frankfurter Festhalle vor vermutlich 8000 Zuschauern antreten werden. Mehr als 7000 Tickets sind schon jetzt verkauft.

          Möglich gemacht hat den vorläufig auf ein Spiel befristeten Umzug der neue Hauptsponsor des Meisterschaftszweiten, die Deutsche Bank. Die Partnerschaft läßt den Profiklub blitzblank dastehen. Leicht denkbar, daß die Zusammenarbeit mit dem Finanzinstitut die Auftritte der Frankfurter in Zukunft stark prägen wird. So zumindest ist es vorgesehen, denn die Bank versteht sich keineswegs nur als Geldgeber, sondern legt Wert darauf, das Wort Partnerschaft mit Leben zu füllen. Mit Basketball wollen die Banker vom Main nicht nur die Herzen der Fans erobern, sondern auch neue Kunden gewinnen - vor allem die jüngere Klientel ist eine Zielgruppe, die man in den beiden Türmen an der Frankfurter Taunusanlage bislang weniger im Auge hatte. Doch das soll sich ändern.

          Neu ist nicht nur der Haupt- und Trikotsponsor der Skyliners, neu ist auch der Headcoach Ivan Sunara. Der Kroate ist ein Mann der alten Basketballschule des einstigen Jugoslawiens, gilt als harter Hund und Disziplinverfechter. Sunaras Aufgabe ist es, aus dem an wichtigen Positionen neu besetzten Team möglichst schnell eine erfolgreiche Einheit zu bilden. "Aufgrund der vielen Ausfälle war die Vorbereitung für uns nicht ganz einfach", sagt Sunara und fügt hinzu: "Aber das zählt jetzt nicht mehr." Was verdeutlicht, daß der Coach Besserung erwartet, sobald der Startschuß für diese Saison gefallen ist.

          Der Optimismus ist auch taktisch zu verstehen - aber wegen der mäßigen Vorbereitungsresultate nur teilweise angebracht. Sicherlich haben sich die Skyliners auf vielen Positionen verstärkt. So dürften die Neuzugänge Mate Milisa, ein international erfahrener Kroate, und der portugiesische Allrounder Carlos Andrade für Aktion unter dem Korb sorgen. Die führende Position hat nach wie vor der prominenteste Frankfurter inne: Pascal Roller. Der Kapitän der Skyliners ist ein umsichtiger Mensch, der seine Worte mit Bedacht wählt. Es ginge sicher "nicht die Welt unter, wenn wir in den ersten Spielen noch nach unserem Rhythmus suchen", hat Roller gesagt - und auf das vergangene Jahr verwiesen, als beim Saisonauftakt kaum jemand den Skyliners zugetraut hatte, sich bis ins Finale der BBL durchzubeißen. "Auch in die letzte Saison sind wir mit einer Niederlage gestartet", sagt Roller, "am Ende haben wir wieder um die Meisterschaft gespielt."

          Möglichst weit kommen wollen die Skyliners auch im Uleb-Cup, der für die Frankfurter am 8. November mit einem Heimspiel gegen Rom beginnt. Neben dem Klub Lottomanica aus der italienischen Hauptstadt sind Hapoel Jerusalem, Roter Stern Belgrad, Le Mans Sarthe-Basket und Dynamo Moskau die Gruppengegner im Europapokal.

          Am Donnerstag haben sich die Skyliners in ihrem mittäglichen Meeting nicht nur mit den Dingen beschäftigt, die sich zwischen zwei Körben abspielen. Auch andere, vergleichsweise profane Themen wurden angesprochen. Beispielsweise die Parkordnung auf den Stellplätzen vor der Ballsporthalle. Dort müssen die Dienstwagen der Profis in Reih' und Glied auf fest zugewiesenen Plätzen einen möglichst glänzenden Eindruck machen. Die Autos, die weiterhin vom einstigen Hauptsponsor Opel kommen, sollen vor den Spielen frisch gewaschen sein. Wenn deren Fahrer dann auch noch auf dem Parkett brillieren, dürfte nicht viel schiefgehen.

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