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Basketball : Auch ohne Maras können die Skyliners gewinnen

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Hängepartie mit erfolgreichem Ausgang: Mario Kasun am Korb. Bild: F.A.Z. - Photo: Wonge Bergmann

Es geht auch ohne Robert Maras. Drei Tage nach der schweren Knieverletzung ihres wohl wichtigsten Spielers haben die Opel Skyliners einen Sieg errungen. 80:56 bezwangen die Frankfurter Basketballprofis das problembeladene Bundesligateam von Brandt Hagen.

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          Es geht auch ohne Robert Maras. Drei Tage nach der schweren Knieverletzung ihres wohl wichtigsten Spielers haben die Opel Skyliners einen Sieg errungen. 80:56 bezwangen die Frankfurter Basketballprofis das problembeladene Bundesligateam von Brandt Hagen. Die unter schweren finanziellen Nöten leidenden Hagener, die an diesem Montag vermutlich ihre Insolvenz anmelden müssen, waren dabei keineswegs ein leichter Gegner. Erst im letzten Viertel brachen die Spieler von Trainer Amrin Andres regelrecht ein und mußten die vehement stürmenden Frankfurter ziehen lassen.

          Aber in der Ballsporthalle wurde vor 3400 Zuschauern auch deutlich, daß es ohne Maras, der wegen eines Kreuzbandrisses den Rest dieser Saison ausfällt, keineswegs leicht wird für die Skyliners. Noch zeichnet es sich nicht ab, wer die neue Führungspersönlichkeit beim Tabellenzweiten werden könnte. "Robert war gerade in diese Rolle hineingewachsen und hat sie wirklich hervorragend ausgefüllt", sagte der Frankfurter Trainer Gordon Herbert. Nun erwartet der Kanadier am ehesten von Robert Garrett oder Tyrone Ellis, daß sie Verantwortung übernehmen und die Mannschaft führen. Daß die Skyliners nach dem Ausfall des 2,15 Meter großen Centers kurzfristig personelle Verstärkung bekommen könnten, zeichnet sich nicht ab. "Vorerst wird es keinen Ersatz für Robert geben", sagte Thomas Kunz, der Hauptgesellschafter der Skyliners. Offenbar sind die finanziellen Möglichkeiten des Profiklubs derzeit begrenzt. "Wir können ja keinen Spieler aus dem Hut zaubern", so Kunz. Dabei gibt es in den Reihen der Frankfurter durchaus Stimmen, die eine Verstärkung fordern. Headcoach Herbert bespielsweise sagt: "Ich hätte gerne einen neuen Spieler." Was tun, wenn einer der beiden Center eine schlechten Tag erwischt, oder sich gar verletzt? Auch der Frankfurter Trainer weiß darauf keine Antwort. "Wir können natürlich nicht die finanziellen Möglichkeiten des Vereins überfordern", sagt er. Aber Hebert will sich auf jeden Fall bei einem Gespräch mit Skyliners-Manager Gunnar Wöbke zusammensetzen. Daß es dort nicht um die Gestaltung der Weihnachsfeier gehen wird, ist ziemlich klar.

          Wie sehr die Frankfurter derzeit von ihren längsten Profis unter dem Korb abhängig sind, konnte man im Spiel gegen Hagen sehen. Wäre dem 2,10 Meter großen Malick Badiane nicht die famose Zahl von 16 Rebounds geglückt, und hätte Mario Kasun (2,13 Meter) bei seinem 18 Punkten nicht mit einer Trefferquote von 70 Prozent überzeugt, hätte die Begegnung auch leicht anders ausgehen können. Und dies gegen Profis, auf denen eine gehörige Portion Ungewißheit lastet. Ihr Novembergehalt haben die Hagener noch nicht bekommen, und wie es mit dem Klub weitergeht, steht in den Sternen. "Natürlich versucht man auf dem Feld nicht daran zu denken", sagte der Hagener Center Bernd Kruel nach der Partie. Das "aber" schwang in seinen Worten mit, ohne daß es ausgesprochen wurde.

          So zogen die Skyliners erst im letzten Viertel auf und davon. Es war vor allem Tyrone Ellis, der in den Schlußminuten für Punkte sorgte, viermal hintereinander mit Distanzwürfen erfolgreich war und schließlich mit insgesamt 20 Punkten als erfolgreichster Korbjäger aus der Partie hervorging. Herbert war vor allem auf Badiane und Ibrahim Diarra gut zu sprechen. "Sie haben toll gespielt", sagte der Frankfurter Trainer, "ich bin richtig stolz auf sie." Badiane, der junge Senegalese, habe sich in den vergangenen Wochen gesteigert. "Er achtet jetzt auch auf die Kleinigkeiten", sagte Herbert.

          So ließen die Skyliners ihre Fans mit gemischten Gefühlen zurück. Hoch gewonnen haben die Frankfurter, aber dabei auch ihre schwache Seite gezeigt: die Chancenauswertung. An diesem Dienstag treffen sie im Europapokalspiel auf die Demon Astronauts aus Amsterdam (Ballsporthalle 19.30 Uhr). Wollen die Frankfurter ihre Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale des Uleb-Cups wahren, müssen sie den niederländischen Meister schlagen. Auf den ersten Blick stehen die Chancen dafür nicht schlecht. Das Hinspiel in Amsterdam haben die Skyliners 72:57 gewonnen.

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