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Arena-Investor steigt aus : „Trauriger Tag für den Profisport in Frankfurt“

Luftschloss statt Wirklichkeit: Die Arena am Kaiserlei wird es offenbar nicht geben. Bild: Ballcom Digital Public Relations / Stefen Ball

Ist die Sisyphosarbeit der Skyliners mit Langano für den vorerst geplatzten Bau der Multifunktionshalle am Kaiserlei vergebens gewesen? Die Löwen und die Volleys bevorzugen das Projekt „The Dome“.

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          Die Sache schien schon geregelt zu sein. „Wir waren uns in allen Grunddetails einig.“ Bis ins letzte Detail hätten die beiden Verhandlungspartner, die Fraport Skyliners und der Veranstaltungskonzern Lagardère, „alles gemacht“, sagt Gunnar Wöbke, der Geschäftsführer des Basketball-Bundesligavereins. Man habe zum Beispiel auch festgelegt, was mit den „Promotionflächen“ außerhalb der geplanten Multifunktionsarena am Kaiserlei passieren werde. Am Ende, betont Wöbke, sei das aufgrund des „super komplexen Themas monatelange Kleinarbeit“ gewesen.

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          Und jetzt? Jetzt war die Sisyphosarbeit zwischen dem vermeintlichen Vermieter und dem potentiellen Hallennutzer Skyliners offenbar vergebens. Denn das Firmenkonsortium Langano, bestehend unter anderem aus Lagardère, hat als aussichtsreichster Investor die Frist am Montag verstreichen lassen und kein finales Angebot bei der Stadt Frankfurt für den Bau der Arena abgegeben. Damit wird auch das von den Skyliners und Lagardère „erstellte Papier“ (Wöbke) nicht unterschrieben werden. Der Skyliners-Geschäftsführer ist von dieser Entwicklung „sehr überrascht. Unser Ansprechpartner war Lagardère“, und dementsprechend, so die Vermutung von Wöbke, dürften auch dessen Mitarbeiter „aus allen Wolken gefallen“ sein.

          Die Gründe für die Nichtabgabe des finalen Angebots durch das Firmenkonsortium, das vor vier Jahren aus dem städtischen Bieterverfahren als sogenannter bevorzugter Bieter hervorgegangen war, vermochte er am Donnerstag nicht einzuschätzen. Ebenso wenig die Frage, wie nun die Realisierungschancen des Projekts durch den zweitplazierten Bieter, die Anschutz Entertainment Group (AEG), seien. „Wir haben mit Anschutz seit Jahren nicht darüber geredet. Deswegen kann ich überhaupt nicht beurteilen, wie sie sich heute in ihren Positionen bewegen, die sie damals aufgebaut hatten“, sagt Wöbke.

          „Schon lange den Glauben verloren“

          Für den Frankfurter Sportdezernenten Markus Frank (CDU), der die treibende Kraft hinter dem Bau der Multifunktionsarena am Kaiserlei ist, rückt die Umsetzung des Projekts nun in „weite Ferne“. Frank sprach von einem „traurigen Tag für den Profisport in Frankfurt“. Nach einer europaweiten Ausschreibung sollte am Kaiserlei eine bis zu 150 Millionen Euro teure Arena für 13.000 Zuschauer entstehen. Beschlossen wurde der Bau schon im Frühjahr 2011. Seitdem gab es immer wieder neue Hürden und Hindernisse und Verzögerungen.

          Trotz des herben Rückschlags in dem großen Geduldsspiel ist sich Wöbke „sehr sicher, dass das Projekt am Kaiserlei realisiert wird – in welcher Konstellation auch immer“. Denn in den vergangenen Jahren sei „völlig klargeworden, wie super attraktiv dieses Projekt ist. Sehr viele Leute wollen das machen“, sagt er. Die Skyliners können darauf pochen, dass ihnen das Grundstück am Kaiserlei von der Stadt zugesagt wurde. Und wenn dort in Zukunft auch die AEG nicht zum Zuge käme, könnte sich die Frage stellen, ob nicht die Skyliners selbst die Federführung in dem Projekt mit Hilfe eines anderen Investors übernehmen wollen. Auf Nachfrage wollte sich Wöbke dazu nicht äußern. So oder so: Da der Skyliners-Geschäftsführer vom Bau der Arena am Kaiserlei fest überzeugt ist, macht es aus seiner Sicht auch keinen Sinn, über andere Projekte wie „The Dome“ am Flughafen zu „spekulieren“.

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