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Athletics Team Karben : Alles Tortell: Das A-Team

  • -Aktualisiert am

Lara Tortell ist erfolgreich in der U 20 über 800 Meter. Bild: Picture-Alliance

Marc und Lara Tortell sind 2019 deutsche Meister im Mittelstreckenlauf in den Junioren-Klassen geworden. Trainiert werden beide von ihren Eltern. Gemeinsam haben sie nun das „A-Team“ gegründet.

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          Der Name Tortell sticht ins Auge, wenn man sich durch die Website des Athletics Team Karben (ATK) klickt. Zwei Athleten des neugegründeten Leichtathletik-Vereins aus der Stadt im Wetteraukreis heißen Tortell mit Nachnamen: Marc und Lara. Die beiden sind 2019 deutsche Meister im Mittelstreckenlauf in den Junioren-Klassen geworden. Marc in der U 23 über 1500 Meter, Lara in der U 20 über 800 Meter. Trainiert werden die beiden von ihren Eltern, Uta und Enrique Tortell. Gemeinsam haben sie nun das „A-Team“ gegründet, das für ambitionierte Athleten ein perfektes Umfeld für die weitere Entwicklung sein soll, sagt Enrique Tortell, der Vorsitzende des Vereins: „Es geht um die Athleten. Die stehen im Mittelpunkt. Dass man für junge, talentierte, ambitionierte, fokussierte Athleten ein möglichst förderndes und sicheres Umfeld schafft, in dem der Leistungssport ausgeübt werden kann.“

          Ganz besonders liege der Fokus auf dem Übergang von den Jugendklassen zu den Erwachsenen. „Genau an der Schnittstelle zu Ausbildung oder Studium, da gibt es viele talentierte und auch leistungsbereite Athleten, die aufhören“, sagt Enrique Tortell. Der Rechtsanwalt war früher selbst Mittelstreckenläufer, wie seine Frau Uta. Sie war neun Mal deutsche Meisterin, und bei den Halleneuropameisterschaften 1987 wurde sie Sechste über 1500 Meter. Ihr Wissen bringt sie als Trainerin in das ATK ein.

          Das Projekt klingt nach Familienunternehmen. Das soll es aber gar nicht sein. Es sind noch mehr Athleten mit im Boot: „Alle, die sich dem Verein anschließen möchten und sich auf das Projekt einlassen. Für die soll ATK wie eine Familie sein“, sagt Enrique Tortell. Jaakkima Rösler kommt von der SG Schlüchtern zum ATK. Erst vor kurzem hat er den Wechsel vom Langsprint zur Mittelstrecke gewagt und passt damit in das Vereinskonzept: eine kleine spezialisierte Einheit. Der Verein soll mit der Unterstützung von Sponsoren Bedingungen schaffen, die die Sportler so entlasten, dass sie studieren oder sich ganz auf den Sport konzentrieren können.

          In Karben sieht Tortell einen Standort, der dem Leistungssport einen hohen Stellenwert einräumt: „Der Bürgermeister der Stadt verfolgt das Ziel, die Nachwuchs-Leistungsträger in der Region zu halten.“ Dort können die Athleten auf den Sportanlagen trainieren, in Frankfurt-Kalbach oder beim Olympiastützpunkt in Niederrad. Uta Tortell koordiniert die Wettkampfplanung im ATK, aber nicht alle Athleten trainieren bei ihr. Jaakkima bekommt seinen Trainingsplan von Bundestrainer Georg Schmidt, Christian von Eitzen, ebenfalls 800-Meter-Läufer, von einem britischen Trainer.

          Jeder, der Interesse hat, könne zum Team dazustoßen, das Projekt sei aber auf Hochleistungssport ausgelegt, sagt Enrique Tortell: „Athleten, die nicht zur deutschen Spitze gehören, können selbstverständlich auch in den Verein kommen und meines Erachtens sehr davon profitieren, wenn sie in diesem Trainingsumfeld ihren Sport ausüben. Es gibt nicht ein A- und ein B-Team, wir gehören alle zusammen.“ Das ausgewiesene Ziel sei im Sommer eine Medaille oder der Titel bei den deutschen Meisterschaften mit der 3-×-1000-Meter-Staffel.

          Marc Tortell hat in diesem Jahr sein Studium beendet und will sich ganz auf den Sport konzentrieren. Er träumt von der Teilnahme an den Europameisterschaften 2020 in Paris. Jaakkima will sich dagegen zuerst auf der 800-Meter-Strecke etablieren und lässt sich überraschen, wie weit es für ihn gehen wird.

          Beim ATK sollen die Athleten in ihrem Training, bei der medizinischen Versorgung und beim Mentalcoaching unterstützt werden. Als Vorbild nimmt sich das Projekt Leistungszentren in Amerika. Lara Tortell studiert in Kalifornien, genießt dort die Möglichkeit, sich ganz auf den Sport zu fokussieren. Marc Tortell weiß, dass das A-Team noch nicht ganz auf dem Level ist, aber man wolle die Entwicklung in Deutschland mit dem eigenen Projekt vorantreiben: „Es hat schon einen Grund, warum die amerikanischen Athleten in vielen Disziplinen weltweit führend sind. Da kommen wir noch nicht ganz ran, auch weil es in Deutschland so etwas noch gar nicht gibt.“ Das Projekt der kleinen spezialisierten Einheit – in Wetzlar gibt es bereits das Sprintteam – soll Schule machen.

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