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Reiten : Ludger Beerbaum gewinnt Hamburger Derby

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          In einer wahren Hitzeschlacht hat Ludger Beerbaum zum zweiten Mal nach 1998 das deutsche Spring-Derby in Hamburg gewonnen.

          Der viermalige Olympiasieger triumphierte in Klein Flottbek im Stechen mit seinem Pferd „Champion du Lys“ mit dem einzigen fehlerfreien Ritt in 48,45 Sekunden. Mit jeweils vier Fehlerpunkten belegten Weltcup-Sieger Marcus Ehning aus Borken mit Locando (53,43) und der Schwede Rolf-Göran Bengtsson mit Lordano die Plätze zwei und drei.

          Bei tropischen Temperaturen und auf einer Anlage, die mit 25.000 Zuschauern ausverkauft war, wurde der Riesebecker damit seiner Favoritenrolle gerecht. „Ich hatte heute das beste Pferd, dadurch wurde es mir leicht gemacht“, lobte Beerbaum sein Derby-Pferd, das während des gesamten Meetings ohne jeden Abwurf geblieben war.
          Ein Abwurf und eine Verweigerung kosteten Titelverteidiger Sören von Rönne aus Neuendeich dagegen die Qualifikation für das Stechen. Der Mannschafts-Europameister von 1994 landete am Ende auf Rang elf. Keine Siegchance hatte auch Holger Wulschner aus Passin. Der Mecklenburger, 2000 Derby-Sieger und letzter Reiter mit einer fehlerfreien Runde auf dem Derby-Platz, erlaubte sich mit Dublin drei Abwürfe und mußte am Ende mit dem 14. Platz zufrieden sein.

          Bereits am Vormittag hatte Dolf-Dietram Keller für eine Überraschung gesorgt. Der Berufsreiter aus Bad Bevensen gewann das Dressur-Derby mit 3692 Punkten vor der viermaligen Olympiasiegerin Isabell Werth aus Rheinberg (3626) und der Winsenerin Heike Kemmer (3601). Veredelt wurde der Erfolg des Außenseiters dadurch, daß sein Pferd „De Niro“ beim Finale mit Pferdewechsel auch unter dem Sattel seiner Konkurrentinnen die besten Punktzahlen erreichte. Doch standesgemäß sorgte der Niedersachse mit dem eigenen Pferd und 1310 Punkten vor 4000 Zuschauern auf der bis zum letzten Platz gefüllten Dressuranlage für den Tageshöchstwert.

          „Als kleiner Junge wollte ich immer das Spring-Derby gewinnen, doch ein Sieg im Dressur-Derby ist auch ein Riesenerfolg“, sagte Keller, dessen Hengst neben seinen sportlichen Aktivitäten auch noch Deckarbeit zu verrichten hat. Die geschlagene Titelverteidigerin Werth lobte die Ausbildung von De Niro: „Er war von mir hervorragend zu reiten, obwohl ich ihn vorher noch nie getestet hatte.“

          In den Jahren 2001 und 2002 war das Dressur-Derby ausgefallen, weil keine geeignete Austragungsstätte zur Verfügung stand. Die diesmal noch provisorisch wirkende Anlage soll bis zum nächsten Jahr komplett fertiggestellt sein. „Dann haben wir wieder absolut perfekte Bedingungen“, versprach Turnierchef Volker Wulff.

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