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Reiten : Bronze für Springreiter-Equipe

  • Aktualisiert am

Ross und Reiter: Gladdys mit Ludger Beerbaum Bild: dpa

Die deutschen Springreiter Lars Nieberg (Esprit), Ludger Beerbaum (Gladdys), Sören von Rönne (Chandra) und Otto Becker (Cento) haben als Equipe EM-Platz drei belegt.

          Nach der verpassten Titelverteidigung bei der Europameisterschaft ritten Deutschlands Springreiter mit gesenkten Köpfen aus dem Parcours.

          Lars Nieberg (Homberg/Ohm) mit Esprit, Ludger Beerbaum (Riesenbeck/Gladdys), Otto Becker (Mühlen/Cento) und Sören von Rönne (Neuendeich/Chandra) landeten nach einem schwachen Auftritt am Freitag mit 41,75 Fehlerpunkten nur auf Rang drei. Die Goldmedaille gewann das irische Team mit 34,04 Zählern knapp vor Schweden (35,19).

          Kein deutscher Reiter ohne Fehler

          Das deutsche Team ging als Titelverteidiger in den Parcours, hatte nicht nur vor zwei Jahren bei der EM in Hickstead, sondern auch 1997 in Mannheim Gold gewonnen. Doch am Freitag erlebte das erfolgsverwöhnte Team einen schwarzen Tag. Keiner der vier Reiter blieb ohne Fehler in den beiden Umläufen. Besser machten es die Iren und die Schweden, die in einer dramatischen Aufholjagd die Deutschen überholten und ihre Medaillen enthusiastisch feierten.

          Mehr als acht Fehlerpunkte hatten die deutschen Reiter nach dem starken Auftritt in der ersten Wertungsprüfung am Donnerstag vor dem dichten Verfolgerfeld gelegen. Doch dann purzelten am Freitagvormittag die Stangen, versteinerten die Minen. Schon nach dem ersten Umlauf war die scheinbar komfortable Führung aufgebraucht.

          „Es lief einfach nicht“

          Stummes Entsetzen spiegelte sich in den Gesichtern der Reiter. Bundestrainer Kurt Gravemeier stapfte unverdrossen zum Fernsehinterview. „Unsere Stärke ist es, dass wir den Kopf nicht in den Sand stecken“, sagte er. Später kommentierte der seit Januar als Chefcoach arbeitende Gravemeier: „Es lief einfach nicht.“ Erklären konnte er die geschlossene Mannschaftsleistung der unerwünschten Art nicht: „Ich will jetzt keinen in die Pfanne hauen.“

          Drei Mal gab es im ersten Umlauf zwei Abwürfe, und selbst der Vorreiter Ludger Beerbaum patzte mit seiner neunjährigen Westfalen- Stute und kassierte vier Fehlerpunkte. Das deutsche Team zog sich in der einstündigen Pause zwischen den Umläufen eilends zu einer Besprechung zurück. Besser lief es danach allerdings auch nicht.

          Iren gewannen Gold im letzten Ritt

          Von Rönne mit seiner elfjährigen Holsteiner- Stute Chandra legte vier Fehler vor, Becker zog mit Cento und acht Punkten nach. „Wir haben uns im zweiten Umlauf gesteigert“, sagte von Rönne. Für Becker galt das nicht, und für Nieberg auch nicht. Mit Esprit bot der zweimalige Mannschafts-Olympiasieger eine schwache Vorstellung und musste auch im zweiten Umlauf acht Fehlerpunkte hinnehmen.

          Derweil holten die Schweden und die Iren auf, rückten von Ritt zu Ritt näher an das deutsche Team heran. Als Peter Eriksson als letzter schwedischer Reiter ohne Fehler blieb, war vor dem abschließenden Ritt von Beerbaum klar, dass die Titelverteidigung nicht mehr gelingen konnte. Abgehängt wurden die Schweden dann aber noch von den Iren, deren letzter Reiter Dermott Lennon ebenfalls ohne Abwurf blieb. Gemeinsam mit der in Deutschland lebenden Jessica Kürten sowie Peter Charles und Kevin Babington bejubelte er den ersten irischen Mannschafts-Sieg bei einer EM.

          Holländer hätten Deutschland fast noch Bronze entrissen

          Währenddessen begeisterten und überraschten zunächst die Gastgeber die 4000 Zuschauer im Papendal Sportpark. Scheinbar aussichtslos gingen sie nach dem fünften Platz vom Vortag und dem Ausfall von Jan Tops mit seiner verletzten Holsteiner- Stute Roofs in den Parcours. Und legten mit zwei Null-Fehlerritten von Wout Jan van der Schans und Angelique Horn einen famosen Start hin.

          Ausgerechnet Olympiasieger Jeroen Dubbeldam mit De Sjiem riss zwei Mal eine Stange. Das gleiche Malheur passierte ihm als letzter Starter im zweiten Umlauf, so dass die Deutschen immerhin Bronze gewannen. Am Ende mussten sich die Gastgeber mit Rang vier begnügen, das Handicap mit dem ausgefallenen Jan Tops und dem damit fehlenden Streichergebnis wog zu schwer.

          Beerbaum mit Chancen auf EInzelmedaille

          Nur einen kleinen Trost gab es für Ludger Beerbaum. In der Einzelwertung führt nach drei von fünf Teilen van der Schans mit nur 0,07 Punkten vor Beerbaum und Lennon. Die Entscheidung fällt am Sonntag in den beiden abschließenden Umläufen der EM. Neben Beerbaum hat im deutschen Team von Rönne als Sechster noch die Chance, eine Medaille zu gewinnen. Becker und Nieberg liegen aussichtslos zurück.

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