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Segelfliegen : Weltmeister der Lüfte mit der Nummer 007

Vor dem Start: Arndt Hovestadt in seiner Libelle Bild: Karsten Leucker

Ein Newcomer als Weltmeister und viele weitere gute Ergebnisse. Die Deutschen sind bei der Segelflug-WM die erfolgreichste Nation. Überschattet wird die Veranstaltung von einem tödlichen Unfall und einem Zusammenstoß zweier Flieger in der Luft.

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          Am Samstag ging der Weltmeister baden. In dem aufblasbaren Swimmingpool aus dem Baumarkt landete Arndt Hovestadt am letzten Tag der Segelflug-Weltmeisterschaften in der slowakischen Stadt Prievdiza, nachdem ihm seine Teamkollegen ausgelassen johlend dort hinein befördert hatten. Hovestadt dürfte nach dem letzten, heißen Rennen der Titelkämpfe nichts gegen eine solche Erfrischung einzuwenden gehabt haben; es war der erste Weltmeistertitel des Mannes aus Münster, dessen größter Erfolg bislang der zweite Platz bei der deutschen Meisterschaft des vergangenen Jahres war.

          „Ein Newcomer“, sagt Segelflug-Bundestrainer Uli Gmelin, sei der Pilot mit der Wettbewerbsnummer 007, der den Titel in der Clubklasse errang. Knapp hinter dem neuen Weltmeister, der sich an zwölf Wettbewerbstagen 9315 Punkte erflog, bot der zweite Platz eine dicke Überraschung. Mit dem Backnanger Volker Sailer landete der Junioren-Weltmeister auf dem Siegerpodest (9264 Punkte). „Das macht mich wirklich sprachlos“, sagte Gmelin voller Begeisterung über diesen überraschenden Erfolg.

          „Das war eine ganz abgebrühte, coole Nummer von ihm“

          Sailer, der an der der Universität Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik studiert, ist offenbar trotz seiner nur 24 Jahre ein äußerst gelassener Typ. Während der spätere Weltmeister Hovestadt vor dem Start am letzten Tag Nerven gezeigt habe, sei Sailer die Ruhe selbst gewesen. „Ich glaube, der hat überhaupt keine Nerven“, sagt Gmelin, „das war eine ganz abgebrühte, coole Nummer von ihm.“

          Flügelsalat: Das Feld der Teilnehmer in der Staraufstellung

          Das Erfolgsgeheimnis der Deutschen in der Clubklasse war der Teamflug: Tragfläche an Tragfläche steuerten drei deutsche Piloten in Richtung Erfolg: Hovestadt, Sailer und der als Titelverteidiger an den WM-Start gegangene Matthias Sturm aus Freudenstadt, der schließlich auf Platz vier (9136) landete, waren stets gemeinsam auf der Suche nach den Aufwinden des anspruchsvollen, gebirgigen Reviers über der Hohen Tatra. Jens Becker aus Geratshof erreichte bei seiner ersten WM-Teilnahme Rang sieben.

          Bundestrainer Uli Gmelin: „Was will man mehr“

          Auch wenn es in der Standardklasse zu einem Titel nicht ganz reichte, war auch dort die Zufriedenheit im Team des Deutschen Aero Clubs groß. Mario Kießling, den Europameister aus Kirchheim/Teck, trennten nur 81 Wertungspunkte vom Titel, der dem überragende Pole Sebastian Kawa (8547) trotz eines beherzten Angriffsversuchs der Deutschen am letzten Wettbewerbstag nicht mehr zu nehmen war.

          Dass mit Michael Buchthal auch Rang drei (8417) an das deutsche Team ging machte die Begeisterung komplett. Juniorenweltmeister Felipe Levin aus Homberg/Ohm erflog sich bei seinem WM-Debüt Platz fünf (7952), der Karlsruher Martin Schönwandt landete auf Rang 15 (6851). Sue Kussbach, die Frauen-Weltmeisterin aus Dortmund, belegte am Ende Platz 35 (5162). Damit konnten sich die Deutschen in Prievdiza auch noch über den Titel des Team-Weltmeisters freuen. „Was will man mehr“, sagte der überwältig wirkende Bundestrainer Gmelin.

          Pilotenfehler als Ursache für Tod eines Fliegers

          Überschattet wurden die Weltmeisterschaften allerdings von einem tödlichen Unfall und einem Zusammenstoß zweier Flugzeuge in der Luft. In der ersten Wettkampfwoche war der russische Pilot Alexander Martynow mit seiner LAK 19, einem Flugzeug aus litauischer Fertigung, ins Trudeln geraten, kurz darauf zerschellte das Flugzeug in einem Waldstück. Ganz offenbar war ein Pilotenfehler die Ursache dieses fatalen Unglücks. Laut Bundestrainer Gmelin flog der Russe einen Flugzeugtyp, „dessen Konstruktion als sehr umstritten gilt.“

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