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Radsport : Zabel steuert fünften Sieg in San Remo an

  • Aktualisiert am

Zabel und Helfer: Reicht es zum fünften Sieg in San Remo? Bild: dpa

„Viele wollen das Rennen gewinnen, ich kann es schaffen“, sagt Telekom-Kapitän Erik Zabel vor dem Radklassiker Mailand - San Remo.

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          Ausgerechnet bei seinem erklärten Lieblingsrennen Mailand - San Remo ist Telekom-Sprinter Erik Zabel in diesem Jahr auf sich allein gestellt. Doch auch ohne seinen verletzten Edelhelfer Gian-Matteo Fagnini peilt der 31-Jährige beim Weltcupauftakt am Samstag seinen fünften Triumph in der „Primavera“ an.

          „Viele wollen das Rennen gewinnen, und ich gehöre zu denen, die es schaffen können“, sagt Deutschlands „Sportler des Jahres“ vor der 93. Auflage des Klassikers selbstbewusst.

          Bei einem fünften Sieg würde „Zabelissimo“ zum großen Eddy Merckx (zwischen 1969 und 1976) auf Platz zwei aufrücken. Nur der Italiener Constante Girardengo (zwischen 1918 und 1928) steht noch vor beiden.

          „Diesmal gibt es viele Favoriten“

          Pünktlich zur „Fahrt in den Frühling“ hat sich Zabel in den vergangenen acht Tagen beim Etappenrennen Tirreno - Adriatico in Form gefahren. Mit einem Tagessieg und drei zweiten Plätzen unterstrich er seine Ambitionen bei einer möglichen Sprintentscheidung auf San Remos berühmter Via Roma. 1997, 1998, 2000 und 2001 konnte er dort die Konkurrenten jeweils in Schach halten, 1999 wurde er Zweiter.

          „Diesmal gibt es viele Favoriten“, sagt der Spitzenreiter der Radsport-Weltrangliste. Sprinter wie Straßen-Weltmeister Oscar Freire (Spanien) oder die Italiener Paolo Bettini und Mario Cipollini zählen für ihn ebenso dazu wie die Eintagesspezialisten Laurent Jalabert (Frankreich), Davide Rebellin (Italien) oder Erik Dekker (Niederlande).

          Ausfall von Fagnini wiegt schwer

          Die Kampfansagen der Zabel-Konkurrenten liegen auf dem Tisch. Besonders die Italiener sind sechs Jahre nach dem letzten Triumph durch Gabriele Colombo heiß wie lange nicht auf den Erfolg. Doch Zabel, sechsmaliger Gewinner des grünen Trikots der Tour de France, bleibt gelassen: „Ich fahre ohne Druck. Mailand - San Remo ist ein sehr faires Rennen, bei dem jeder Fahrertyp seine Chance hat. Sollte es wieder zu einer Sprintankunft kommen, werde ich meine Chance suchen.“

          Über viele Jahre hinweg waren Massenspurts in der „Classissima“ eine Rarität, doch inzwischen verfügen selbst die meisten Sprinter über soviel Stehvermögen, dass sie die 287 Kilometer lange Distanz und die giftigen Anstiege zum Schluss verkraften. Hinzu kommt die immer bessere Teamarbeit, durch die Ausreißer immer wieder eingeholt werden. Der nur 162 Meter hohe, aber einst gefürchtete Poggio 7,3 Kilometer vor dem Ziel taugt so immer seltener zum „Scharfrichter“.

          Gut für Zabel, der zuletzt auf der Abfahrt immer wieder herankam. Doch der Ausfall seines Helfers Fagnini, der sich letzte Woche beim Sturz auf der ersten Tirreno-Etappe einen Schlüsselbeinbruch zuzog, könnte diesmal schwer wiegen. Immerhin hatte der Italiener mit seinem perfektem Timing beim „Anfahren“ auf der Zielgeraden großen Anteil an den Erfolgen der beiden letzten Jahre. „Das ist natürlich schlimm, schon deshalb, weil wir uns auch persönlich gut verstehen“, erklärt der Telekom-Kapitän.

          Zieht „Ersatz-Lok“ Zabel zum Sieg?

          Aber die Situation ist für Zabel nicht neu. Bei der letzten Tour verzichtete der Bonner Rennstall auf eine Nominierung Fagninis zu Gunsten eines weiteren Helfers für Jan Ullrich. Vom Hinterrad der Gegner aus oder mit Hilfe von „Ersatz-Lok“ Steffen Wesemann gelangen dem Deutschen trotzdem drei Etappensiege.

          „Steffen hat 2001 gezeigt, dass er einen Sprint ausgezeichnet anfahren kann“, sagt Zabel. Auch Fagnini hält einen erneuten Coup seines Freundes für möglich: „Es wird schwer für Erik, aber er kann es auch ohne mich schaffen.“

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