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Radsport : Verkehrte Welt

  • Aktualisiert am

Wieder in Form: Alex Zülle Bild: dpa

Während Jan Ullrich vom Team Telekom weiter verlezt ausfällt und Erik Zabel auf den ersten Saisonsieg wartet, eilt das Team Coast von Erfolg zu Erfolg.

          2 Min.

          Unterschiedlicher könnten die ersten Wochen der Radsport-Saison 2002 nicht verlaufen sein. Während Jan Ullrich im Team Telekom mit Knieproblemen nicht in Fahrt kommt und Deutschlands „Sportler des Jahres“ Erik Zabel weiter auf den ersten Saisonsieg wartet, eilt das Team Coast von Erfolg zu Erfolg.

          Der wiedererstarkte Schweizer Alex Zülle bescherte der Essener Truppe mit dem Gewinn der Valencia-Rundfahrt bereits den siebten Saisonsieg, und weitere Top-Platzierungen am letzten Wochenende lassen den neuen Teammanager Marcel Wüst schon von einer Nominierung für die Tour de France träumen.

          Kein Risiko für Ullrich

          Dagegen musste Ullrich einen weiteren Rückschlag einstecken und seinen geplanten Start bei der am Mittwoch beginnenden Murcia-Rundfahrt absagen. Bei kalten Witterungsbedingungen im Training machten das Knie wieder Schwierigkeiten. „Wenn ich ganz normal trainiere, geht es. Die Schmerzen treten nur unter Rennbelastung auf“, sagte der Zeitfahr-Weltmeister, der statt des Fluges nach Spanien eine weitere Untersuchung an der Uniklinik Freiburg vorzog.

          Die erneuten Schwierigkeiten hatten sich nach der Rückkehr aus dem Trainingslager in Südafrika bei ersten Fahreinheiten unter kalten Witterungsbedingungen eingestellt. „Das Wichtigste ist, dass wir das Knie dauerhaft beschwerdefrei bekommen. Es bringt nichts, wenn wir jetzt ein Risiko eingehen“, sagte Teamsprecher Olaf Ludwig.

          Wüst: Wie ein Traum

          Solche Probleme plagen Ludwigs Coast-Kollegen Wüst nicht. „Die Saison ist bislang wie ein Traum verlaufen. Ich hoffe, dass der Wecker bis zur Tour-Entscheidung im Mai nicht mehr klingelt“, kommentiert der Kölner die Erfolgsserie seiner Fahrer. In der aktuellen Weltrangliste liegt das Team von Sponsor Günther Dahms bereits auf dem vierten Platz - Tendenz steigend.

          Die Konkurrenz aus Bonn muss sich stattdessen - noch - mit Rang acht begnügen. „Telekom steht in Deutschland immer im Mittelpunkt. Umso schöner, wenn wir besser rangieren. Trotzdem ist nur wichtig, dass wir erfolgreich sind“, relativiert Wüst die Momentaufnahme.

          Druck gestiegen

          Im Telekom-Lager reagiert man noch sehr zurückhaltend auf die neue Herausforderung. „Konkurrenz belebt das Geschäft. Für den deutschen Radsport kann das nur gut sein“, erklärt Teamchef Walter Godefroot. Der Druck ist allerdings gestiegen, kompensiert doch Sprinter Erik Zabel diesmal nicht wie in den letzten Jahren mit Frühjahrserfolgen die Formschwäche der Kollegen. Und mit Jan Ullrich ist wie immer wohl erst im Sommer zu rechnen.

          Beistand hinsichtlich des bislang noch fehlenden Saisonsieges erhält Zabel ausgerechnet vom früheren Sprint-Rivalen Wüst: „Das sollte man nicht überbewerten. Der Erik ist ein Weltklasse-Sprinter. Wer Zweiter oder Dritter wird, der kann auch gewinnen. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Erik hat nur den Nachteil, dass jeder auf ihn guckt.“

          Volles Programm

          Die nächste große Herausforderung für Coast steht beim Mehr-Etappenrennen Paris-Nizza vom 10. bis 17. März auf dem Programm. „Gerade auf französischem Boden können wir weitere Pluspunkte für eine Tour-Nominierung sammeln“, sagt Wüst, der auch dort dem 33 Jahre alten Zülle eine gute Rolle zutraut.

          Zeitgleich soll Vuelta-Sieger Angel Casero bei der italienischen Rundfahrt Tirreno-Adriatico vom 14. bis 20. März auftrumpfen. „Wir haben eine starke und große Mannschaft. Deshalb können wir auch ein so volles Programm fahren“, so Wüst weiter.

          27 Radprofis umfasst das Team, das mit einem um 20 Prozent auf rund sieben Millionen Euro erhöhten Etat in die Saison gegangen ist. Dabei hat die Mannschaft eine spanische Note durch Topfahrer wie Casero und David Plaza bekommen, die neben dem Ex-Tour-Dritten Fernando Escartin die iberische Speerspitze bilden sollen.

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