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Radsport : Ullrich: Fahre die Tour, bis ich sie gewonnen habe

  • Aktualisiert am

Einmal noch die Tour gewinnen - Jan Ullrich Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Wochen vor dem Start der Tour de France verkündet Radsport-Profi Jan Ullrich, seine Karriere nicht ohne weiteren Tour-Sieg beenden zu wollen. Derzeit kämpft er wieder mit einer Erkältung - Lance Armstrong auch.

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          Jan Ullrich und Seriensieger Lance Armstrong, die vermeintlichen Hauptkonkurrenten der kommenden Tour de France, sind gesundheitlich angeschlagen. Der T-Mobile-Kapitän, zur Zeit im Training, leidet erneut an einer Erkältung, der sechsfache Toursieger, der bei der Georgia-Tour in den Vereinigten Staaten enttäuschend fährt, klagt über Magenprobleme.

          „Nur ein kleiner Schnupfen. Er konnte zuletzt bei sich zu Hause in seiner Höhenkammer ohne größere Beeinträchtigung trainieren. Der nächste geplante Start bei der Katalonien-Rundfahrt vom 16. bis 22. Mai ist nicht gefährdet“, sagte am Sonntag Ullrich-Betreuer Rudy Pevenage. Ein grippaler Infekt im Februar hatte bei dem gesundheitlich anfälligen Ullrich zuletzt für die Verschiebung seines Saisonstarts um einen Monat gesorgt.

          Tour de Suisse als Generalprobe

          „Ich fahre noch so lange, bis ich die Tour noch einmal gewonnen habe“, sagte Ullrich am Samstag im „Aktuellen Sportstudio“. Ab 2. Juli kommt es in Frankreich zum letzten Duell zwischen Armstrong und dem von ihm bei der Tour vier Mal bezwungenen Ullrich.

          Der 33 Jahre alte Texaner hatte vor Beginn der Georgia-Tour, die er im Vorjahr in seiner Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt in Frankreich gewann, seinen Rücktritt zum 24. Juli erklärt. „Lance wird wieder topfit am Start sein und ich werde versuchen, ihn zu schlagen“, prophezeite Ullrich, der wie immer bei der Tour de Suisse vom 11. bis 19. Juni seine Tour-Generalprobe absolvieren und auf die deutschen Meisterschaften in Mannheim verzichten wird.

          Ullrich: Keine Sorgen um Klöden

          Bei seinem Fernseh-Auftritt wischte der 31 Jahre alten Ullrich Bedenken hinsichtlich der aktuellen Formschwäche seines Team-Kollegen und Freundes Andreas Klöden vom Tisch: „Ich mache mir seinetwegen keine Sorgen. Ich weiß, wie hart er trainiert hat. Es ist bei ihm wie bei mir: Er muß erst im Juli schnell fahren und topfit sein.“

          Der Tour-Zweite des vergangenen Jahres hatte die Baskenland-Rundfahrt abgebrochen, nach einem Trainings-Neuaufbau danach auch den Flèche Wallonne. Für das zehnte ProTour-Rennen Lüttich-Bastogne-Lüttich wurde Klöden wegen Leistungsschwäche aus dem T-Mobile-Kader gestrichen. Auch beim deutschen Klassiker „Rund um den Henninger Turm“ wird er am 1. Mai in Frankfurt nicht auftreten.

          9 Wochen ohne Sieg

          Bei einer Leistungs-Analyse in der Uni-Klinik Freiburg wurden Klöden Mängel im Kraftbereich attestiert. „Das Höhentraining im Februar in Teneriffa ist mir nicht bekommen“, vermutet der Wahlschweizer aus Cottbus. „Bis zur Tour ist noch lange Zeit“, sagte T-Mobile-Manager Olaf Ludwig, der vielleicht noch Schwierigkeiten bekommen könnte, eine schlagkräftige Truppe von neun Fahrern für die Tour auf die Beine zu stellen. Damit könnte sich die Diskussion um eine Nicht-Teilnahme Erik Zabels, die Klöden angeregt hatte, ohnehin erledigt haben.

          „Wenn alle gesund sind, haben wir eine der besten Mannschaften der Welt. Aber Ausfälle reißen natürlich Löcher. Im Vorjahr fiel kurz vor der Tour Winokurow verletzt aus“, sagte T-Mobile-Kapitän Ullrich, der damit eine frühere Aussage vom „besten Team der Welt“ relativierte. T-Mobile hat zur Zeit mit enormen Start-Schwierigkeiten zu kämpfen. Neun Wochen nach Saisonstart wartet das Starensemble aus Bonn noch immer auf den ersten Sieg 2005.

          Armstrong weiter ohne Sieg in dieser Saison

          Lance Armstrong bleibt in dieser Saison weiter ohne Sieg. Nach der deutlichen Niederlage beim Einzelzeitfahren und Magenkrämpfen auf dem vierten Tagesabschnitt reichte es für den sechsmaligen Tour-de-France-Sieger am Samstag (Ortszeit) auf der „Königsetappe“ der 3. Georgia-Tour zum dritten Platz. Im Interview gab er sich zuversichtlich: „Ich weiß nicht, wo das Optimum ist, aber ich bin nicht mehr weit davon weg“, sagte Armstrong.

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