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Radsport : Museeuw dopte mit EPO und Aranesp

  • Aktualisiert am

Überführt: Auch Johan Museeuw hat bei seinen Siegen nachgeholfen Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Ermittler fingen entlarvende SMS ab: „Du solltest jetzt 60 Wespen nehmen, dann bist du am Start völlig sauber.“

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          Der frühere belgische Rad-Weltmeister Johan Museeuw hat in der Saison 2003 mit EPO und Aranesp gedopt. Dies geht nach einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa aus einem Bericht eines Internetanbieters hervor. Darin wird von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von Kortrijk berichtet, aus denen belgische Medien ebenfalls zitierten.

          Die Ermittler fingen SMS-Textnachrichten ab, die Museeuw und der des Dopinghandels angeklagte Tiermediziner José Landuyt austauschten. Landuyt habe Museeuw Ratschläge zur Einnahme der verbotenen Dopingsubstanzen gegeben. „Aus den abgehörten SMS und Faxen, den Befragungen und den Äußerungen von Landuyt und anderen Leuten geht hervor, daß Museeuw mit Sicherheit Aranesp und EPO genommen hat“, heißt es im Bericht der Staatsanwaltschaft.

          Gerichtsverfahren droht

          Museeuw, Weltmeister von 1996, war am 8. Oktober vom belgischen Radsportverband wegen seiner Verwicklung in die „Tierarztaffäre“ um den mutmaßlichen Hormonschwarzhändler Landuyt für zwei Jahre gesperrt worden. Die Anhörung vor dem Verband war damals auf Wunsch von Museeuw, der seine Karriere im vergangenen Frühjahr im Alter von 38 Jahren beendet hatte, unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgt. Ihm könnte ein Gerichtsverfahren drohen.

          Die von den Ermittlern abgefangenen SMS sind sehr aufschlußreich. So schickte Tierarzt Landuyt am 7. Juli 2003 eine SMS an Museeuw mit dem Text: „Du solltest jetzt 80 bis 100 Wespen nehmen, nach dem Start am 9. Juli zwischen 40 und 60. Dann bist du ab dem 19. Juli völlig sauber.“ Im Code von Landuyt und Museeuw bedeutete „Wespe“ eine Einheit des Produkts Aranesp, das ähnlich wirkt wie EPO. Am 26. Juli 2003 sendete Museeuw eine SMS an Landuyt, in der es aufgeregt hieß: „Ich habe 52!“ Damit meinte der Radprofi seinen Hämatokritwert, der über der Schwelle von 50 Prozent lag, ab der eine automatische Sperre erfolgt. Der Veterinär antwortete: „Nimm Salz und trinke viel.“

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