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Radsport : Kaputte Schuhe und glattes Pflaster

  • Aktualisiert am

Rad-Klassiker im Matsch: Paris-Roubaix Bild: dpa

Servais Knaven ist der Held von Roubaix. Der 30- jährige Niederländer aus der zweiten Prominenten-Reihe seines Domo- Teams gewann am Ostersonntag das Weltcup-Rennen Paris-Roubaix.

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          Ein kaputter Schuh hat Einzelkämpfer Steffen Wesemann bei der 99. Auflage des Frühjahrs-Klassikers Paris-Roubaix um seine Siegchance gebracht. Trotz des Handicaps fuhr der Telekom-Profi ein großartiges Rennen, musste sich jedoch mit Rang sieben begnügen und den Sieg beim ältesten Rad-Klassiker der Welt nach 254,5 Kilometern dem Außenseiter Servais Knaven vom belgischen Rennstall Domo-Farm Frites überlassen.

          Zabel wieder vom Pech verfolgt

          Die als Weltcup- Spitzenreiter ins Rennen gegangenen, punktgleich führenden Gianluca Bortolami (Italien) und Erik Zabel (Unna) hatten mit dem Ausgang des Rennens durch die „Hölle des Nordens“ nichts zu tun. Eine positive Nachricht Die Telekom-Stars waren am Sonntag schon in den frühen Morgenstunden geweckt worden. Insgesamt wurden zu diesem Zeitpunkt bei 42 Fahrern aus sieben Rennställen Blutkontrollen vorgenommen. An sämtlichen Dopingproben gab es keine Beanstandung.

          Gezeichneter Sieger: Servais Knaven
          Gezeichneter Sieger: Servais Knaven : Bild: dpa

          Dem Coup von Knaven, einem Fahrer aus der zweiten Reihe, war eine Alleinfahrt seines Team-Kollegen Wilfried Peeters (Belgien) vorausgegangen, der sein Solo 87 km vor dem Ziel gestartet hatte und dann kurz vor der Knaven-Attacke eingeholt wurde.

          Siegerzeit: 6:38:40 Stunden

          Der niederländische Meister von 1995 entschied das dritte Weltcup-Rennen des Jahres nach 6:38:40 Stunden im Alleingang für sich, nachdem er sich dank Unterstützung seiner Teamkollegen Johan Museeuw, Wilfried Peeters (beide Belgien) und Romans Vainsteins (Lettland) sechs Kilometer vor dem Ziel hatte absetzen können. Zweiter bei der Tortur über die Kopfsteinpflaster-Straßen durch Frankreichs „Hölle des Nordens“ wurde mit 30 Sekunden Rückstand Vorjahressieger Museeuw vor Weltmeister Vainsteins, der damit die Führung in der Weltcup-Gesamtwertung übernahm.

          Knaven hat wie Flandern-Sieger Gianluca Bortolami (Italien) und Telekom-Kapitän Erik Zabel (Unna) 100 Punkte auf dem Konto. Wie schon bei der Flandern-Rundfahrt war Zabel wieder vom Pech verfolgt. Der Sieger von Mailand-San Remo blieb diesmal zwar von Stürzen verschont, musste jedoch gleich dreimal das Hinterrad wechseln. Zwei Reifen erhielt der letztjährige Weltcup-Gesamtsieger von seinen Helfern Andreas Klier (München) und Jan Schaffrath (Berlin), die anschließend lange auf eigenen Ersatz warten mussten und weit abgeschlagen vorzeitig ausstiegen.

          Bartko beeindruckt

          Ebenfalls etwa zur Halbzeit des Rennens gaben auch Danilo Hondo (Cottbus) und Telekom-Neuling Robert Bartko (Berlin) auf. „Es war ein unglaubliches Gefühl, dieses Rennen erstmals zu fahren. Ich habe aber gemerkt, dass ich auf dem Kopfsteinpflaster nicht durchhalte und bin deshalb abgestiegen“, sagte der zweifache Bahn-Olympiasieger von Sydney.

          Die erste Atttacke des Tages war schon kurz nach der Abfahrt der 190 Radprofis bei strömendem Regen und Temperaturen um zehn Grad Celsius in Compiegne gestartet worden, als der Berliner Jens Voigt vom französischen Rennstall Credit Agricole mit drei Konkurrenten sein Glück versuchte. Die Flüchtlinge wurden von einer zunächst zehnköpfigen Verfolgergruppe gejagt und schließlich gestellt.

          Plackerei auf dem Pflaster

          Bei der 2.400 Meter langen Plackerei durch den Arenberg-Forst, einer von insgesamt 24 Kopfsteinpflaster-Passagen (47,3 km), wurden die Karten neu verteilt. Die Spitzengruppe fiel 86 Kilometer vor dem Ziel auseinander, baute dabei den Vorsprung auf das Peloton jedoch auf 3:10 Minuten aus. Während der Franzose Philippe Gaumont nach einem schweren Sturz mit einem Oberschenkelbruch ausschied, wagte Wilfried Peeters die Flucht nach vorn und startete eine 70 Kilometer lange Solofahrt.

          Der Belgier setzte sich um mehr als eine Minute von den nächsten Verfolgern ab, zu denen Wesemann und Voigt den Kontakt verloren hatten. Im Gegensatz zu Voigt schaffte Wesemann später trotz eines Raddefektes die Rückkehr in vorderste Linie. Peeters schloss erst 13 Kilometer vor dem Ziel wieder auf. Das vierte von insgesamt zehn Weltcup-Rennen der Saison findet bereits am kommenden Wochenende statt. Am nächsten Sonntag steht die 87. Auflage des Klassikers Lüttich-Bastogne-Lüttich auf dem Programm.

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