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Radsport : Jan Ullrich will Team Coast retten

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Der belgische Rennstall Quick Step will Jan Ullrich verpflichten, doch der Olympiasieger will mit seinem Management vorerst "alles versuchen", um das Team Coast zu retten.

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          Der belgische Weltklasse-Rennstall Quick Step hat starkes Interesse an der Verpflichtung von Jan Ullrich bekundet, doch der Olympiasieger will laut seinem Manager Wolfgang Strohband vorerst alles versuchen, um sein Team Coast zu retten.

          „Es liegt uns wirklich sehr viel daran, die Mannschaft nicht untergehen zu lassen“, sagte Strohband: „Deshalb geben wir im Moment auch keinen Kommentar zu Angeboten anderer Rennställe ab." Man warte ab und hoffe, dass Coast die Lizenz in Kürze vom Radsport-Weltverband UCI zurückerhalte. Die Anwälte des Essener Rennstalls wollen am Mittwoch am UCI-Sitz in Aigle/Schweiz die Lizenz zurückholen.

          Wüst zuversichtlich

          „Ich hoffe, dass wir die Freigabe noch rechtzeitig für Mailand-San Remo am Samstag erhalten“, sagte Teamsprecher Marcel Wüst: „Allerdings ist klar, dass unsere Fahrer in dieser Situation nicht im entferntesten etwas mit dem Ausgang des Rennens zu tun hätten.“

          Ullrich im Team mit Virenque?

          Ullrichs Doping-Sperre läuft am Montag ab. Er trainiert weiter in der Toskana. Das neu gebildete Team Quick Step hat unter anderem Ullrichs alten Rivalen Richard Virenque (Frankreich) unter Vertrag, der 1997 Tour-Zweiter hinter dem Deutschen wurde. In Klassiker-König Johan Museeuw (Belgien), dessen Landsmann Frank Vandenbroucke und Weltcupsieger Paolo Bettini (Italien) verfügt man über weitere Topfahrer.

          „Wir haben bereits ein Budget für die Verpflichtung Ullrichs“, sagte eine Quick Step-Sprecherin dem TV-Sender Eurosport. „Wir sind die stärkste Formation der Welt, nur ein Kapitän für große Rundfahrten fehlt uns noch“, meinte Vandenbroucke. Teamchef Patrick Lefevere gilt als Meister seines Fachs. Er hatte mit dem italienischen Team Mapei jahrelang große Erfolge gefeiert.

          "Berufsverbot" für Coast-Fahrer?

          Coast fühlt sich im Rechtsstreit mit der UCI weiter im Recht. „Alle Fahrer haben das erhalten, was ihnen zusteht“, sagte Wüst: „Die Sperre kommt einem Berufsverbot gleich, das ist nicht fair und nicht gerecht. Die UCI behauptet, die Aktiven zu schützen, aber sie schadet ihnen nur.“ Coast hat offenbar bei den Gehaltszahlungen für 2003 Beträge einbehalten, um von den Fahrern noch nicht beglichene Steuern für 2002 „einzufrieren“.

          Dagegen hatten einige spanische Coast-Profis bei der UCI protestiert. Laut Wüst sei die Coast-Maßnahme ein „juristisch für jeden Laien verständlicher Vorgang und rechtlich unstrittig“. Nur die UCI-Juristen hätten dies anscheinend noch nicht verstanden.

          Zabel bei Mailand - San Remo

          Telekom-Kapitän Erik Zabel geht derweil am Samstag als Spitzenreiter der Radsport-Weltrangliste an den Start des ersten Saison-Klassikers Mailand-San Remo. Der 32-Jährige behauptet diese Position mit nur kurzer Unterbrechung seit Herbst 2001. Bis Mittwoch rollt er sich noch bei der Fernfahrt Tirreno-Adriatico für die „Classissima“ ein.

          Zabel baute mit 2252 Punkten seinen Vorsprung auf Toursieger Lance Armstrong (USA/2110) und Weltcup-Gewinner Paolo Bettini (Italien/2061) noch aus. Das Team Gerolsteiner ist durch den Italiener Davide Rebellin (1729) auf Platz 5 am besten vertreten, das Team Coast durch den Schweizer Alex Zülle (828) auf dem 27. Rang.

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