https://www.faz.net/-gtl-384l

Radsport : Jan Ullrich tritt auf der Stelle: „Nur keine Panik“

  • Aktualisiert am

Trainingspause nach Knieproblem: Jan Ullrich Bild: AP

Jan Ullrich hat offenbar das Krafttraining in Vorbereitung auf die Tour de France übertrieben. Wegen seiner Knieprobleme muss der Radprofi nun pausieren.

          „Aqua-Jogging“ anstatt Murcia-Rundfahrt: Das vom Physiotherapeuten wegen seines überlasteten Knies verschriebene Schon-Programm lässt den Olympiasieger in seiner Vorbereitung nach einer schweren Erkältung zum Jahreswechsel und ersten Beschwerden am Gelenk im Februar weiter Boden verlieren.

          Sein großer Widersacher Lance Armstrong sagte die an diesem Mittwoch beginnende Murcia- Rundfahrt in Spanien wegen Magenproblemen zwar auch ab, aber das hilft Ullrich nicht viel weiter. Das große Ziel des Telekom-Kapitäns, die Tour de France nach 1997 ein zweites Mal zu gewinnen, scheint in weite Ferne gerückt.

          Teamarzt: „Kein Nachteil gegenüber Konkurrenz“

          Bei Team Telekom heißt die Devise: „Nur keine Panik“ (Teamchef Rudy Pevenage). Der Belgier will auch mit Worten dafür sorgen, dass bei seinem sensiblen Schützling nicht etwa Unlust oder Resignation Platz greifen. „Jan darf jetzt erstmal vier Tage nicht auf's Rad. Aber im Vergleich zu seinen ersten Beschwerden, die ihn im Februar zwangen, sein Trainingslager in Südafrika zu unterbrechen, geht es ihm schon besser. Ich hoffe, dass er Ende März bei der Katalanischen Woche anfangen kann“, sagt Pevenage.

          Zum Trost verweist er auf den Überraschungs-Fahrer der vergangenen Tour: „Oscar Sevilla fährt erst im Mai seine ersten Rennen.“ Auch Teamarzt Lothar Heinrich sieht „im Augenblick keinen großen Nachteil gegenüber der Konkurrenz“. Und Ullrich selbst meint: „Die Murcia-Rundfahrt ist für meinen Formaufbau nicht unbedingt notwendig.“ Das Rennen wäre nur als „Abwechslung vom Trainingsalltag“ willkommen gewesen.

          Zuviel Krafttraininig

          Ullrichs Rückstand auf den als besonders eifrigen Trainierer bekannten Armstrong dürfte sich auf rund vier Wochen summiert haben. Weitere Fehltage kommen jetzt hinzu. Kaum anzunehmen, dass sich Ullrich beim frühen Saisonstart im Januar bei der Katar-Rundfahrt ein Polster geschaffen hat, von dem der Zeitfahr-Weltmeister jetzt zehren könnte.

          Unter Umständen ist er ein Opfer seiner Ansprüche geworden. Sein Berliner Trainer Peter Becker und Ullrich hatten nach Saisonende erklärt, im Kampf gegen Armstrong die eigenen Stärken noch ausbauen zu wollen. Also noch mehr Power gegen den leichtfüßigen Texaner. Im Krafttraining hat Ullrich jetzt offensichtlich übertrieben.

          Rudi Altig: „Er ist das größere Talent“

          „Er leidet an einer Überlastung. Zuletzt hatte er beim Grundlagen-Training in Südafrika auch nach mehr als 200 Kilometer keine Probleme. Sobald er aber mal richtig draufgetreten hat, kamen die Beschwerden wieder“, erklärt Heinrich. „Natürlich wären Valencia- und Murcia-Rundfahrt besser gewesen. Aber diese geplanten Rennen waren ja nur ein Teil seiner Vorbereitung“, so Pevenage, der das Wort „Rückschlag“ ausdrücklich vermeidet. Altmeister Rudi Altig glaubt das Rezept zu kennen, wie der dreifache Toursieger Armstrong dennoch zu bezwingen ist: „Jan muss richtige Lust am Radfahren haben - dann schlägt er ihn. Er ist das größere Talent.“

          Weitere Themen

          Klare Siege für Iren und Engländer

          Rugby-WM : Klare Siege für Iren und Engländer

          Das aus Nordiren und Iren zusammengesetzte Team des Weltranglistenersten Irland nimmt seine Auftakthürde bei der Rugby-WM gegen Schottland mit einem 27:3 souverän. Auch England gewinnt deutlich.

          Das sind die Gewinner Video-Seite öffnen

          Wettkampf auf Surf Ranch : Das sind die Gewinner

          Zum zweiten Mal fand eine Etappe der World Surf League auf Kelly Slaters künstlicher Welle statt. Der Brasilianer Gabriel Medina gewann zum zweiten Mal.

          Vergeblich Sand aufgewühlt

          Beachvolleyball : Vergeblich Sand aufgewühlt

          Die deutschen Beachvolleyballerinnen Sandra Ittlinger und Chantal Laboureur verlieren das Endspiel um die direkte Olympia-Qualifikation. Nun muss für den Weg nach Tokio gerechnet werden.

          Topmeldungen

          An der Seite von Olaf Scholz: Die Brandenburger SPD-Politikerin Klara Geywitz bewirbt sich mit dem Finanzminister um den SPD-Vorsitz.

          Kritik an Geywitz : SPD-Harmonie mit Rissen

          Mit der ungewohnten Einigkeit, die die SPD derzeit ausstrahlt, ist es schon wieder vorbei. Kandidatin Geywitz wird heftig kritisiert. Getroffen werden soll aber eigentlich ein anderer.
          Günter Kunert (1929 - 2019).

          Im Alter von 90 Jahren : Dichter Günter Kunert gestorben

          Seine Familie wurde in der NS-Zeit verfolgt, zahlreiche Angehörige wurden ermordet. In DDR war er ein politischer Dissident. Geschrieben und gedacht hat er im Geiste Heinrich Heines. Nun ist der Dichter Günter Kunert im Alter von neunzig Jahren gerstorben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.