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Radsport : Jan Ullrich als Optimist beim Kanzler

  • Aktualisiert am

Vorfahren beim Kanzleramt: Jan Ullrich und Co. Bild: AP

Wie in jedem Jahr setzt Ullrich alles auf einen erneuten Sieg bei der Tour de France: "Ich will noch ein Mal dahin, wo ich 1997 war."

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          Das Team Telekom erhielt am Montag in Berlin höchste politische Weihen. Bundeskanzler Gerhard Schröder empfing die Radprofis nach der Mannschafts-Präsentation im Hof des Kanzleramtes und begrüßte jeden der 25 Fahrer persönlich.

          „Das Team schreibt seit Jahren eine Erfolgsstory als Mannschaft und durch die Einzelleistungen von Jan Ullrich und Erik Zabel. Radsport ist zum Volkssport geworden. Ich denke, die Fahrer sind gut vorbereitet, und es müsste reichen, dass Grüne und Gelbe Trikots möglich sind“, meinte der Kanzler in seiner Acht-Minuten-Audienz, zu der die Team- Mitglieder auf ihren Dienstfahrzeugen im Renn-Dress vorgefahren waren.

          Ende Februar Start in Spanien

          Für die „ruhige Hand“ des Kanzlers gab es von Konzernchef Ron Sommer einen von allen Radprofis signierten Fahrrad-Lenker als Geschenk.

          Ullrich geht mit viel Optimismus in den Endspurt seiner Saison-Vorbereitungen. „Die Katar-Rundfahrt war eine willkommene Abwechslung. Ab 2. Februar schließe ich meine Vorbereitungen mit einem dreiwöchigen Training in Südafrika ab. Bei der Valencia-Rundfahrt starte ich wahrscheinlich ab 26. Februar in die europäische Saison“, sagte Ullrich vor rund 150 Journalisten bei der aufwendig gestalteten Präsentation des Teams im Berliner Dorint-Hotel.

          Ullrich will Tour-Triumph von 1997 wiederholen

          „Ullrich ist besser drauf als in den vergangenen zwei Jahren zu diesem Zeitpunkt“, sagte Teamchef Rudy Pevenage zum Form-Zwischenstand des 28-jährigen Olympiasiegers. Der Toursieger von 1997 scheint gut gerüstet für den Kampf gegen seinen Dauer-Konkurrenten Lance Armstrong (USA).

          Ullrich könnte bei der Murcia-Rundfahrt in Spanien (6.-10. März) zum ersten Mal in diesem Jahr auf den dreifachen Toursieger aus Texas treffen. Höhepunkt der Saison sowohl für Ullrich als auch für Armstrong ist wieder die Tour de France vom 6. bis 28. Juli. „Nach den ganzen zweiten Plätzen der vergangenen Jahre hoffe ich, dass diesmal bei der Tour noch ein Mal das große Ziel herausspringt. Ich will noch ein Mal dahin, wo ich 1997 war“, sagte Ullrich, der in den vergangenen beiden Jahren von Armstrong auf Rang zwei verwiesen wurde.

          "Konzentrierter und intensiver trainieren"

          In der Vorbereitung auf den Saison-Höhepunkt wollen die Telekom-Lenker hinter dem Star nichts mehr dem Zufall überlassen. Für die gesamte Saison wurde sogar ein Leibkoch eingestellt, der für das Team auch während der Tour kochen soll. Aber auch jetzt schon: Der Koch fährt bereits mit ins Trainingslager nach Südafrika, um vielleicht auch dafür zu sorgen, dass Ullrich nicht wie in jedem Jahr von der Form hinderlichen Gewichtsproblemen geplagt wir. „Ich habe bisher konzentrierter und intensiver, nicht unbedingt mehr Kilometer als sonst trainiert. Im Kampf gegen Armstrong werde ich meine Talente und Fähigkeiten noch mehr ausbeuten und noch härter trainieren“, versprach Ullrich.

          Telekom verfügt auch in der kommenden Saison über einen Kader von 25 Fahrern, der von Ullrich und Erik Zabel, dem Weltranglisten-Spitzenreiter, angeführt wird. Den Abgängen Roberto Sgambelluri, Alberto Elli, Giovanni Lombardi (alle Italien), Gerhard Trampusch (Österreich) und Andrej Misurow (Kasachstan) stehen die Neulinge Bobby Julich (USA), Sergej Jakowlew (Kasachstan), Dirk Reichl (Bad Doberan), Stefan Schumacher (Nürtingen) und David Kopp (Bonn) gegenüber.

          Telekom sponsert sein Profi-Team (65 Siege 2001) im elften Jahr. Die Bonner zahlen auch in diesem Jahr rund acht Millionen Euro. Über zwei Millionen Euro kommen aus anderen Sponsoren-Quellen.

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