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Radsport : „Hoffe, Ullrich hat mich verstanden“

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Walter Godefroot: „Habe Ullrich deutliche Signale gegeben” Bild: dpa

Im Interview mit FAZ.NET spricht Telekom-Teamchef Walter Godefroot über die Pläne für die Tour de France und das Comeback von Jan Ullrich.

          Starke Konkurrenz hat das Team Telekom derzeit bei der Deutschland-Tour. Dennoch hat Erik Zabel die zwei ersten Etappen gewonnen.

          Im Interview mit FAZ.NET spricht Teamchef Walter Godefroot über die Pläne für die Tour de France und Jan Ullrich: „Ich hoffen, dass er zurück kommt. Er ist alt genug, um nun zu entscheiden, welchen Weg er gehen möchte.“

          Herr Godefroot, wer sind die 13 Fahrer in Ihrer Vorauswahl für die Tour de France?

          Das kann man sich leicht ausrechnen. Wir haben sechs oder sieben Fahrer für die Berge, Giuseppe Guerini, Alexandre Winokourow, Andreas Klöden, Kevin Livingston, Bobby Julich, Matthias Kessler, Udo Bölts. Wir haben drei Allrounder, Aldag, Heppner, Steffen Wesemann und wir haben die Leute für den Sprint, Erik Zabel, Gianmatteo Fagnini und Danilo Hondo.

          Wovon machen sie es abhängig, wen Sie nominieren?

          Nun, ursprünglich haben wir eine Mannschaft für Jan Ullrich gemacht, das entfällt jetzt. Jetzt haben wir zu allererst Zabel und dann müssen wir weitersehen. Von der Taktik her, stellen wir die Mannschaft mit Sicherheit ganz anders ein als in den Vorjahren. Wir werden nicht mehr so viel Verantwortung übernehmen, nicht mehr jede Fluchtgruppe jagen. Dadurch wird es auch für Armstrong schwieriger und das Rennen wird vielleicht offener und interessanter. Wann werden sie die endgültige Auswahl bekannt geben?

          Noch vor der Deutschen Meisterschaft am 30. Juni. Jens Heppner hat beim Giro d'Italia gesagt, man wolle bei Telekom die Alten loswerden. Was steckt dahinter?

          Das ist Unsinn. Heppners Vertrag läuft zum Jahresende aus und er hat mich im April gefragt, ob er einen neuen bekommt. Ich habe ihm gesagt, das könne ich ihm noch nicht versprechen. Dann hat er die Öffentlichkeit, die ihm das Rosa Trikot gebracht hat, genutzt, um Stimmung zu machen. Das war sein gutes Recht. Wir haben 15 Fahrer, die noch einen Vertrag fürs nächste Jahr haben. Das heißt zehn Plätze müssen mit Fahrern besetzt werden, deren Verträge auslaufen oder eben mit neuen. Das Alter spielt für mich da keine Rolle, sondern nur, wer ins Team passt.

          Wer könnte denn neu dazu kommen? Es gab Gerüchte, Sie hätten Interesse an Giro-Sieger Paolo Salvodelli und an Oscar Sevilla, der im vergangenen Jahr bei der Vuelta Zweiter war?

          Das war Quatsch, Ich nehme an, die Gerüchte wurden von ihnen selbst gestreut, um ihren Marktwert zu verbessern.

          Beide wären starke Rundfahrer gewesen. So einen könnten Sie gut gebrauchen, um Jan Ullrich Konkurrenz im eigenen Team zu machen und ihn unter Druck zu setzen?

          Nein. Das wäre ein Signal, dass wir Ullrich nicht mehr vertrauen. So weit sind wir noch nicht.

          Glauben Sie daran, dass Ullrich wieder kommt?

          Ja, ich hoffe. Ich habe ihm deutliche Signale gegeben und ich hoffe, die hat er verstanden. Mehr kann ich nicht tun. Er ist 28, er ist alt genug, um nun zu entscheiden, welchen Weg er gehen möchte. Zeit hat er noch genügend. Indurain hat mit 28 erst seine erste Tour de France gewonnen.

          Der Vertrag zwischen ihnen und Telekom läuft zum Ende nächsten Jahres aus. Wird Telekom sich weiter engagieren?

          Wir werden vor der Tour de France in diesem Jahr Gespräche führen und da wird eine Entscheidung fallen.

          Würden Sie auch ohne Telekom mit der Mannschaft und einem neuen Sponsor weiter machen?

          Nein, ich würde in Rente gehen. Ich bin schließlich dreifacher Opa.

          Gewinnt Telekom die Deutschland Tour?

          Es wird sehr schwer. Es gibt viele bessere Zeitfahrer als unseren Topmann Alexandre Winokourow. Zülle zum Beispiel, Igor Gonzalez Galdeano, David Plaza.

          Ist es schwerer denn je, ist die Deutschland Tour stärker denn je besetzt?

          Es war immer schwer, jedes Jahr. Die Leute denken immer es ist selbstverständlich, dass wir gewinnen. So ist das nicht.

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