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Radsport : Erik Zabels schlimme Woche

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Am Tag nach seinem „Sturzflug durch Flandern“ ging Erik Zabel in Gent mit Ehefrau Cordula gemütlich spazieren: „Es regnet, da muss ich nicht unbedingt gleich wieder in den Sattel.“ Am Tag zuvor war er fast neun Minuten hinter Sieger Gianluca Bortolami angekommen, das Rad demoliert, die Arme blutig.

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          Am Tag nach seinem „Sturzflug durch Flandern“ ging Erik Zabel in Gent mit Ehefrau Cordula gemütlich spazieren: „Es regnet, da muss ich nicht unbedingt gleich wieder in den Sattel.“

          Am Tag zuvor war er fast neun Minuten hinter Sieger Gianluca Bortolami angekommen, das Rad demoliert, die Arme blutig. Das weiße Weltcuptrikot musste der Mann aus Unna nach 55 Wochen dem Italiener überlassen, am Ostersonntag will er es sich bei Paris-Roubaix zurückholen, wo er im Vorjahr Dritter wurde: „Es ist die schlimmste Woche des Radsportjahres, aber trotzdem ist es schön, dabei zu sein. Und ich hoffe, ich habe vorerst genug gelitten.“

          Godefrots Pläydoyer für Zabel

          Zwischen dem Fegefeuer von Flandern und der „Hölle des Nordens“ wartet am Mittwoch der Halbklassiker Gent-Wevelgem: „Ich hoffe, dort lauert nicht wieder ein Pony auf mich.“ Im Vorjahr war Zabel von einem aufgeschreckten Tier auf offener Strecke aus dem Sattel gehoben worden. Weder die Erinnerung daran noch die Leiden von Flandern haben die Moral des Telekom-Profis erschüttert: „So ist Radsport, da muss man mit allem rechnen.“ An Aufgeben hat er nie gedacht.

          Für Teamchef Walter Godefroot ist Zabel „Musterprofi und Vorbild“ schlechthin: „Eriks Erfolge und seine Einstellung werden viel zu wenig gewürdigt. Er genießt auch bei der Konkurrenz höchsten Respekt, und den hätte er auch viel mehr in der Öffentlichkeit verdient.“ Durch Zabels ersten Sturz und die Aufholjagd wurde das Team bei der Flandern-Rundfahrt zerrissen. Godefroot: „Alle fuhren im roten Bereich. Das ging in die Knochen, die halbe Truppe war danach kaputt.“

          Wesemann auf sich allein gestellt

          Ab da war Steffen Wesemann allein auf sich gestellt und schlug sich trotzdem glänzend, auch wenn am Ende „nur“ Platz zwölf heraussprang. Der Teamchef sparte nicht mit Lob: „Wese ist mit der absoluten Elite vorn angekommen, mit den Topfavoriten wie Tschmil, Bartoli oder Vainsteins. Das beweist seine ganze Klasse.“ Auch für Paris-Roubaix gelten der Wahl-Schweizer aus Sachsen-Anhalt und der Ur-Berliner Zabel als heiße Eisen.

          Godefroot: „Steffen sind die Kopfsteinstrecken auf den Leib geschneidert. Erik mag sie zwar nicht, aber er steckt das mit dem Kopf weg.“ Auch der neue sportliche Leiter Rudy Pevenage hat seinen Optimismus nicht verloren: „Natürlich hat das Pech von Flandern auf die Stimmung gedrückt. Aber das ist schnell abgehakt. Wir haben durch Erik Mailand-San Remo gewonnen und noch einige heiße Eisen für die nächsten Wochen im Feuer.“

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