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Radsport : ARD und Team Telekom verlängern Vertrag

  • Aktualisiert am

Weiterhin Werbebotschafter der ARD: Ullrich und Zabel Bild: dpa

Die ARD sitzt beim Team Telekom weiter fest im Sattel. Die öffentliche-rechtliche Anstalt wird die nicht unumstrittene Zusammenarbeit als Sponsor bis 2004 fortsetzen.

          Die ARD und das Team Telekom machen weiterhin gemeinsame Sache. Denn die Fernsehanstalt und das Radsport-Team setzen ihre Zusammenarbeit fort. Mindestens bis zum 31. Dezember 2002, wahrscheinlich aber auch bis 2004. Denn beide Seiten haben den neuen Sponsorenvertrag mit dieser Option versehen. Dass der ARD-Schriftzug weiter auf den Jerseys von Jan Ullrich, Erik Zabel und Co. zu sehen sein wird, davon konnte nicht ausgegangen werden.

          Noch im Sommer vergangenen Jahres schienen Telefonkonzern und Sendeanstalt nicht mehr zusammenzupassen. Auslöser war ein Werbespot für das eigene Internet-Angebot, den die ARD mit den Radsportstars Ullrich und Zabel gedreht und offensichtlich ohne Rücksprache ausgestrahlt hatte. Daraufhin hatte das Team Telekom gegen den öffentlich-rechtlichen Sendeverbund geklagt, der sofort den Spot aus dem Programm nahm. Radsportstars fühlten sich hintergangen, Fernsehmacher zeigten sich überrascht.

          Unstimmigkeiten ausgeräumt

          Doch wer daraus den Schluss gezogen hatte, das Team Telekom fühle sich zur Kirch-Gruppe und neuen Kommunikationspartnern hingezogen, der irrte. „Die Unstimmigkeiten sind ausgeräumt, wir arbeiten weiter eng zusammen“, teilten Fritz Raff, Intendant des Saarländischen Rundfunks, und Jürgen Kindervater, Telekom-Sprecher nun mit.

          Die ARD hat einiges dafür getan, um ein Markenzeichen im Radsport zu werden. Neben den geheim gehaltenen Summen für das Sponsoring haben die Fernsehmacher nach Meinung vieler Kritiker ein viel höheres Gut verkauft: die journalistische Unabhängigkeit. Ganz besonders deutlich wurde das bei der von Doping-Enthüllungen überschatteten Tour de France 1998. Nachfragen zu rufschädigenden Vorwürfen, bissige Kommentare und die Darstellung verzwickter Sachverhalte vermissten viele. Oder sie suchten es gar vergebens.

          Journalistischen Auftrag vernachlässigt?

          Der journalistische Auftrag zur Aufklärung, so hieß es damals, habe die ARD vernachlässigt. Der Vorwurf bleibt mit der Verlängerung der 1998 begonnenen Zusammenarbeit bestehen: Journalisten als Geschäftspartner? Ein schwieriges Terrain, auf das sich die ARD begeben hatte. Doch den Spagat zwischen wohlwollend-werbender und kritisch-unabhängiger Berichterstattung wagen die Fernsehjournalisten weiterhin.

          Wohl auch vor dem Hintergrund der immer teureren Fernsehrechte in den populären Sportarten ist die Einigung zustande gekommen. Denn erst kürzlich hatte der neue ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen die Tour de France als eine der großen Ereignisse des Sports genannt, „die exklusiv bei uns laufen.“ Die Verquickung von Programm und Werbung, bei manchem Privatsender ohnehin längst fließend ineinander übergegangen, wird insofern nicht als negativ betrachtet. Dass gerade der stets von Doping-Enthüllungen bedrohte Radsport wieder ins Gerede und die ARD wieder in die Diskussion geraten könnte, schreckt die Macher nicht ab. „Die Tour de France gehört fest zu unserem Programm“, hieß es dazu aus ARD-Kreisen. Die Eins auf dem Telekom-Trikot auch?

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