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Rad : Jan Ullrich fährt als Papa zur Tour

  • Aktualisiert am

Darf bald 'Fläschchen' geben: Jan Ullrich Bild: dpa/dpaweb

Genau 24 Stunden vor seinem Abflug zur Tour de France war dem Olympiasieger ein ganz besonderer Moment vergönnt: die Geburt seiner Tochter Sarah Maria.

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          Das Timing hätte nicht besser sein können. Genau 24 Stunden vor seinem Abflug zur Tour de France war Jan Ullrich ein ganz besonderer Moment vergönnt: die Geburt seiner Tochter Sarah Maria. Und als hätte es gewußt, wie sehr die Zeit drängt, kam das Kind gerade noch rechtzeitig, um dem Papa den größten Wunsch zu erfüllen: „Ich bin so happy, daß ich bei der Geburt noch dabei sein durfte. Ich könnte auf Wolken tanzen“, erklärte der stolze Vater auf seiner Internet-Homepage.

          Am Dienstag hatte seine langjährige Freundin Gaby Weis in der Freiburger Uniklinik den ersten Nachwuchs gesund zur Welt gebracht. Der Olympiasieger freute sich überschwänglich: „Ich bin der glücklichste Mensch der Welt.“ Lange konnte Ullrich allerdings nicht bei Mutter und Tochter bleiben. Schon am Mittwochmorgen ging es für ihn zurück in die nahe Schweizer Wahlheimat Scherzingen, um am Mittag von Zürich aus nach Paris zu fliegen. Dort wird am Samstag der Prolog zum 100. Jubiläum der Frankreich-Rundfahrt gestartet.

          „Noch mehr Motivation“

          Die Gedanken an das freudige Ereignis begleiteten den Tour-Sieger von 1997 auf dem Weg zum Höhepunkt der Radsportsaison: „Sarahs Geburt gibt mir noch mehr Motivation. Jetzt kann ich befreit bei der Tour starten“, so Ullrich. Die Querelen der vergangenen Monate um das suspendierte Team Coast und der Kraftakt der Neugründung des Bianchi-Rennstalls dürften für den 29-Jährigen damit endgültig vergessen sein.

          Die ansteigende Form der letzten Wochen haben sogar Hoffnungen auf eine erneute Top-Platzierung bei der großen Schleife geweckt. Sein Leistungsniveau bezeichnete der gebürtige Rostocker mehrfach als „so gut wie nie vor der Tour“. Dennoch weist er alle Spekulationen über ein mögliches Duell mit dem viermaligen Toursieger Lance Armstrong aus den USA weit von sich: „In diesem Jahr kann ich Lance noch nicht schlagen.“

          Ullrichs Bilanz nach dem Comeback im April nach überstandenen Knie-Operationen und verbüßter Doping-Sperre kann sich bei aller Bescheidenheit allerdings sehen lassen. Dem fast sensationellen Sieg im Coast-Trikot bei „Rund um Köln“ im April, folgten nach dem verlorenen Monat Mai überzeugende Auftritte bei der Deutschland-Tour (Gesamtfünfter) und der Schweiz-Rundfahrt (Siebter) - schon für Bianchi.

          Lustlose Spanier

          Mit Velos des italienischen Fahrrad-Herstellers, 1885 von Edoardo Bianchi in Mailand gegründet, waren schon die Radsport-Legenden Fausto Coppi und Felice Gimondi sowie Marco Pantani Tour-Sieger geworden. Teamkollege Tobias Steinhauser (Scheidegg) traut seinem Freund Ullrich einen Podestplatz bei der Tour ohne weiteres zu: „Wenn alles gut läuft, kann er ganz sicher aufs Treppchen kommen“, sagte der 31-Jährige.

          Gleich mehrere Fragezeichen stehen indes hinter Ullrichs Team. Insbesondere die „spanische Fraktion“ um den früheren Vuelta-Sieger Angel Casero wirkte bei den Vorbereitungsrennen lustlos und alles andere als in Tour-Form. Das Motivations-Loch nach der Coast-Affäre war nicht zu übersehen. Steinhauser ist dennoch zuversichtlich: „Ich denke, daß sie die letzten Wochen noch einmal genutzt haben und wissen, worauf es ankommt.“

          Für den Allgäuer ist Armstrong sowieso auch in diesem Jahr kaum zu schlagen: „Sicher nicht von einem Team, wenn überhaupt nur von einem besseren Fahrer.“ Zwar hat Ullrich sein „schwarzes Jahr“ 2002 unerwartet gut verkraftet, zu Armstrong dürfte aber vor allem am Berg und im Zeitfahren noch ein wenig fehlen. Bianchi-Sportchef Rudy Pevenage will das Ziel denn auch nicht zu hoch stecken: „Eine Top-Platzierung von Jan in der Gesamtwertung wäre ein Riesenerfolg, ein Etappensieg eine Riesen-Leistung, die vor einigen Monaten wohl kaum jemand für möglich gehalten hätte.“

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