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Eschersheim : Preuß macht den nächsten Schritt

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FRANKFURT. Frankfurt, Berkersheimer Weg, Sportplatz des FV 09 Eschersheim: Dort hat die Frankfurter Eintracht am Samstag ein Privatspiel bestritten, 15:1 gewonnen. Es war im Grunde ein Spiel ohne sportlichen Wert, es war ein Geschenk für den Amateurklub zu dessen einhundertstem Geburtstag.

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          FRANKFURT. Frankfurt, Berkersheimer Weg, Sportplatz des FV 09 Eschersheim: Dort hat die Frankfurter Eintracht am Samstag ein Privatspiel bestritten, 15:1 gewonnen. Es war im Grunde ein Spiel ohne sportlichen Wert, es war ein Geschenk für den Amateurklub zu dessen einhundertstem Geburtstag. Und doch war die Partie der Rede wert. Denn mit Beginn der zweiten Halbzeit stand Christoph Preuß wieder im weiß-schwarzen Eintracht-Trikot auf dem Platz. "Einfach nur schön" fand der Fußballprofi dies. Ein langer Leidensweg ist für Preuß damit nicht zu Ende gegangen, doch der 28 alte Mittelfeldspieler hat einen weiteren Schritt in seinen erlernten Beruf zurückgelegt. "Ich habe mich ein bisschen bewegt und ein paar Bälle gekickt", sagte Preuß leichthin. Er hat dabei übers ganze Gesicht gelächelt.

          Fast genau zwei Jahre lang hatte er das Gefühl nicht mehr erleben dürfen, gemeinsam mit den Kollegen auf dem Platz zu stehen. Am 10. November 2007 hatte Preuß zuletzt gespielt, damals mitgeholfen, als die Eintracht in Dortmund ein 1:1 erkämpfte. Danach schmerzte das Knie, und bald wurde ein Knorpelschaden festgestellt. Für Fußballprofis ist diese Dia-gnose so etwas wie der gesundheitliche "Super-GAU", der größte anzunehmende Unfall. Preuß wurde zweimal operiert, unter anderem in Vail im amerikanischen Bundesstaat Colorado beim ausgewiesenen Spezialisten Dr. Richard Steadman, schien den Anschluss endgültig verloren zu haben. Steadman machte Preuß Hoffnung, die Karriere fortsetzen zu können, aber eine Garantie konnte auch er nicht geben. In Neu-Isenburg, beim früheren Physiotherapeuten der Eintracht Björn Reindl, hat Preuß im vergangenen Jahr hartnäckig an seinem Comeback gearbeitet.

          Vor drei Wochen ist er zurückgekehrt ins Mannschaftstraining. In den ersten Tagen hatte er noch ein blaues Trikot getragen, als Zeichen für die Kollegen, vielleicht etwas vorsichtiger mit ihm umzugehen. Seit ein paar Tagen trägt Preuß wieder das gelbe Leibchen eines "normalen" Profifußballers. "Er ist gesundgeschrieben, deshalb kann er spielen", sagte Torwarttrainer Andreas Menger als verantwortlicher Betreuer beim Privatspiel in Eschersheim. Eine Normalität, die für Christoph Preuß außergewöhnlich anmutet. "Ich bin glücklich", hat Preuß nach der Partie gesagt. Wieder ist ihm ein weiterer kleiner Schritt zurück in den Beruf gelungen.

          Ein anderer, der auch lange verletzt war, allerdings nicht so schwer wie der Kollege Preuß, hat die neunzig Minuten im Regen von Eschersheim dazu genutzt, Reklame in eigener Sache zu machen. Ümit Korkmaz, in der vergangenen Saison von zwei Mittelfußbrüchen zurückgeworfen, drängt mit Macht zurück in die Mannschaft, nachdem er bisher unter dem neuen Trainer keine große Rolle spielen durfte. Korkmaz spürt, dass nach den schweren Verletzungen der Angriffskollegen Ioannis Amanatidis und Martin Fenin nun seine Stunde schlagen könnte. Der Österreicher hat gegen die biederen Amateure gedribbelt und geschossen, als ginge es schon gegen Borussia Mönchengladbach, den kommenden Gegner. Drei Tore hat Korkmaz beigetragen zum 15:1, Andreas Menger wird ihn gegenüber Trainer Michael Skibbe, der sich wie der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen und sein Co-Trainer Eddy Boekamp auf Auslandsreise befand, ganz sicher lobend erwähnen. Die weiteren Treffer für die Eintracht erzielten Markus Steinhöfer (3), Nikos Liberopoulos (2), Marcel Titsch-Rivero (2), Caio (2), Benjamin Köhler, Marcel Heller und Maik Franz.

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