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Pfeiffersches Drüsenfieber : Karriereknick für Markus Babbel und Christine Lindemann

  • Aktualisiert am

Wieder krank: Markus Babbel Bild: AP

Gefahr Pfeiffersches Drüsenfieber: Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Markus Babbel litt genauso daran wie die Handball-Torhüterin Christine Lindemann.

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          Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Markus Babbel leidet unmittelbar nach seiner angeblichen Genesung vom Pfeifferschen Drüsenfieber nun am sogenannten Guillan-Barre-Syndrom, einer Entzündung des Nervensystems.

          „Das ist ein schwerer Schlag für ihn und das Team. Wir werden wohl weitere drei Monate auf ihn verzichten müssen“, meinte Interimstrainer Phil Thompson, der den erkrankten Gerard Houllier vertritt. Vor knapp zwei Wochen hatte Babbel erklärt, dass das Pfeiffersche Drüsenfieber, an dem er seit Ende August litt, „dem letzten Bluttest zu Folge“ weg sei.

          Der 29-Jährige flog nun wieder zur Behandlung nach München. Allerdings scheint die neue Erkrankung Babbels keine direkte Folge des Virus zu sein. „Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen beidem“, erklärte Prof. Dr. Wilfried Kindermann, ehemaliger Arzt der deutschen Nationalmannschaft und leitender Mediziner der Olympia-Mannschaft. Das Guillan-Barre-Syndrom ist laut Kindermann aber in jedem Fall heilbar.

          Viruserkrankungen keine Seltenheit bei Spitzensportlern

          Auch Handball-Nationalspielerin Christine Lindemann war am Pfeiffersche Drüsenfieber erkrankt. Dennoch hat sie, ähnlich wie Babbel, den Kampf gegen den Virus nie aufgegeben. „Natürlich ist mein Immunsystem sehr angegriffen, und zurzeit macht mir ein Mix aus drei Viren zu schaffen, aber ich hoffe nach wie vor auf ein Comeback“, sagte die 31-Jährige.

          Viruserkrankungen bei Spitzensportlern sind keine Seltenheit. Aufgrund der ständigen körperlichen Höchstleistungen ist ihr Immunsystem stark strapaziert und damit generell anfälliger. Nicht vergleichbar mit einem durchschnittlichen Hobbysportler, der sich körperlich im Training nicht ständig überfordert. Im Gegenteil: Durch moderaten Ausdauersport wird sogar das Immunsystem gestärkt.

          Freuden des Alltags schätzen gelernt

          Während ihrer bislang 15-monatigen Leidenszeit hat Christine Lindemann die kleinen Freuden des Alltags zu schätzen gelernt, wie zum Beispiel die Tatsache, dass kürzlich nach mehreren Wochen ihr Geschmackssinn zurückkehrte. Geholfen hat ihr auch der rege Informations-Austausch mit Leidensgenossen wie dem früheren Fußballprofi Olaf Bodde (1860 München)

          Herpesausbrüche und Fieberschübe kommen allerdings auch immer mal wieder vor, dazu die unkontrollierbaren Schwächeattacken aus heiterem Himmel, die Lindemann im August 2000 erstmals lähmten. „Ich war auf einmal ständig müde, hatte dicke Augenränder, Halsschmerzen und war nach zehn Minuten Laufen total ausgepumpt“, erinnert sich die Diplom-Sportmanagerin, die damals als Profi beim dänischen Spitzenklub Randers HK ihr Geld verdiente.

          Ein geregeltes Berufsleben und Hochleistungs-Sport waren auf einmal fast unmöglich geworden, und doch nutzte Christine Lindemann die wenigen beschwerdefreien Tage zur ganz individuellen Seelenmassage. Bei der Beachhandball-WM gewann sie mit der deutschen Mannschaft Silber, zudem wurde sie norddeutsche Hochsprungmeisterin in der Seniorenklasse.

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