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Paris – Roubaix: Schranke zu : Französische Eisenbahn erstattet Anzeige

  • Aktualisiert am

Gefährlicher Zwischenfall bei Paris-Roubaix: Schranken stoppen Radrennfahrer - aber nicht alle halten an der Roten Ampel Bild: AFP

Sieben Sekunden trennten die Radprofis beim Frühjahrsklassiker Paris – Roubaix, die einen geschlossenen Bahnübergang überquerten, von einem heranrauschenden Schnellzug. Ein „unverantwortlicher Verstoß“, klagt die SNCF.

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          Weil einige Rennfahrer beim Radrennen Paris-Roubaix trotz geschlossener Halbschranken einen Bahnübergang überquert haben, kündigte die französische Eisenbahn SNCF nun Strafanzeige an. „Millionen Fernsehzuschauer konnten live diesen extrem schweren und unverantwortlichen Verstoß feststellen, der tragisch hätte enden können“, teilte die SNCF am Montag mit. Deshalb habe sie entschieden, eine Anzeige gegen Unbekannt zu stellen.

          Die Schranke hatte sich geschlossen, während das Peloton den Bahnübergang 85 Kilometer vor dem Ziel in der Kommune Wallers passierte. Auf Fernsehbildern ist zu sehen, dass einige Radfahrer die bereits gesenkten Halbschranken noch umkurvten. Der französische Champion Arnaud Demare wäre um ein Haar von dem sich senkenden Balken getroffen worden. Nur mit einiger Mühe konnte ein Motorrad-Polizist die nachfolgenden Teilnehmer stoppen. Einige schlüpften dennoch durch, was hochgefährlich war, wie sich ganze sieben Sekunden später zeigte, als ein Hochgeschwindigkeitszug vorbeirauschte.

          Die Aktion der Fahrer war allerdings nicht nur sehr gefährlich, sondern auch sinnlos. Um die gestoppten Fahrer nicht zusätzlich zu bestrafen, entschied sich die Rennleitung nach dem Vorfall, das Rennen so lange zu neutralisieren, bis die abgehängten Fahrer wieder aufgeschlossen hatten. Jury-Präsident Guy Dobbelaere wird dennoch mit verteidigenden Worten im Onlinemagazinen spox.com zitiert. Für die Führenden sei eine sichere Bremsung nicht mehr möglich gewesen, da das Peloton nur zehn Meter entfernt gewesen sei, als sich die Schranke schloss.

          Laut Radrennen-Regelbuch werden Fahrer, die geschlossene Schranken missachten, disqualifiziert. 2006 hatte ein ähnlicher Vorfall an einem Bahnübergang zur Disqualifikation von drei Profis geführt. Dies wäre in diesem Fall laut Dobbelaere aber ungerecht gewesen, da nicht alle identifiziert werden konnten. Eine Aussage, die angesichts der Fernsehbilder aus der Hubschrauberkamera allerdings etwas fragwürdig erscheint, da die Fahrer anhand ihrer Rückennummern sehr wohl zu erkennen wären.

          Den Frühjahrsklassiker gewann schließlich der Thüringer John Degenkolb - als erster Deutscher seit 119 Jahren.

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