https://www.faz.net/-gtl-918di

Paralympischer Sport : Christiane Reppe darf doch zur WM

  • -Aktualisiert am

Golden Girl: Handbikerin Christiane Reppe Bild: Picture-Alliance

Der deutsche Verband hatte vergessen, die Weltmeisterin anzumelden. Der Weltverband stellte sich stur. Doch nun gelingt doch eine menschliche Seite zugunsten des Sports.

          1 Min.

          Christiane Reppe, die Paralympics-Siegerin von 2016, darf nun doch bei den Para-Radsport-Weltmeisterschaften in der südafrikanischen Stadt Pietermaritzburg starten. Die Handbikerin hat so die Chance, ihren Weltmeistertitel  bei der diesjährigen WM vom 31. August bis zum 3. September zu verteidigen. Dies teilte der Radsport-Weltverband UCI nur wenige Tage zuvor mit. „Der Wahnsinn der letzten Tage hat ein Ende! Ich bin gerade den Tränen so nah...“, schrieb Reppe daraufhin auf ihrer Facebook-Seite.

          Aufgrund eines Fehlers des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) fehlte der Name der Athletin auf der offiziellen Meldeliste. Auch umfangreiche Versuche, sie nachzunominieren, blieben zunächst wegen der verstrichenen Frist bei der UCI erfolglos. „Umso erleichterter sind wir, dass es nach dem unermüdlichen Einsatz geklappt hat“, sagte DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher. Nach langem Hin und Her ist die späte Zulassung eine große Überraschung. „Ich kann das noch gar nicht fassen, dass ich nun dabei sein darf. Das ist wunderbar und ich bin sehr happy“, sagte Reppe. Sie ist sowieso schon in Südafrika, um ihr Team vom Streckenrand aus anzufeuern. „Jetzt will ich mich ganz auf die WM konzentrieren, werde alles geben und es genießen“, sagte sie.

          Weltmeisterin Christiane Reppe hat nun doch die Chance, ihren Titel zu verteidigen
          Weltmeisterin Christiane Reppe hat nun doch die Chance, ihren Titel zu verteidigen : Bild: Picture-Alliance

          Reppes Geschichte hatte viel Aufmerksamkeit erhalten, nachdem sie die enttäuschte Sportlerin auf ihrer Facebook-Seite publik gemacht hatte. „Die Wellen, welche solch traurige Nachrichten schlagen, sind immer wieder unglaublich zu beobachten“, kommentierte sie dort das darauffolgende Medienecho. Schon einen Tag später sei die vergessene Wettkämpferin trotz abgelehnter Nachmeldung von der UCI zur Doping-Kontrolle aufgefordert worden, was bei ihr Unverständnis hervorgerufen habe.

          Der besondere Fall der amtierenden Weltmeisterin scheint die UCI letztlich dazu bewegt zu haben, etwas von ihren Regularien abzuweichen. Schließlich hatte Reppes Teilnahme breite Unterstützung gefunden – laut DBS sogar von ihren beiden Konkurrentinnen aus Russland und der Schweiz. Die Radsportlerin dankte auf Facebook allen, „die in den letzten Tagen an meiner Seite waren und alles gegeben haben, um mir einen Start zu ermöglichen! Einen riesen Dank besonders an die UCI“. Dem schloss sich auch DBS-Präsident Beucher an: „Das ist eine menschliche Entscheidung ganz im Sinne des Sports, die wir sehr begrüßen und die uns insbesondere für unsere Athletin freut.“

          Weitere Themen

          „Bringen Sie Geduld mit“

          Stadionbesuch in Frankfurt : „Bringen Sie Geduld mit“

          Frankfurts Organisationschef Philipp Reschke erklärt im F.A.Z.-Interview, was für die Eintracht-Fans in Zeiten der Pandemie beim Stadionbesuch erlaubt ist und was sie erdulden müssen.

          Andersens Ausreißermärchen

          Tour de France : Andersens Ausreißermärchen

          Der dänische Radprofi Sören Kragh Andersen gewinnt die 19. Etappe der Tour als Ausreißer. Es ist bereits sein zweiter Tagessieg bei der laufenden Tour.

          Topmeldungen

          Der Abteilungsleiter für Wirtschaftsfragen im amerikanischen Außenministerium, Keith Krach, traf am 18. September in Taiwan mit Ministerpräsident Su Tseng-chang zusammen.

          Militärmanöver : Plant China einen Angriff auf Taiwan?

          Amerikas Beziehungen mit Taiwan werden immer enger. Nun plant Washington neue Waffenverkäufe an Taipeh – und verärgert damit China. Peking verschärft seine Drohgebärden in Richtung der Insel.
          Die Unilever-Zentrale in Rotterdam

          Teurer Abzug aus Niederlande : Ein kühner Plan gegen Unilever

          Unilever will seine Ko-Zentrale in Rotterdam zu schließen – und würde damit die niederländische Unternehmenswelt auf den Kopf stellen. Doch der Umzug könnte für den Konzern teuer werden.
          Der emeritierte Monarch Juan Carlos.

          Geliebte des Königs klagt an : Der König wird zum Opfer erklärt

          Die ehemalige Geliebte des spanischen Königs Juan Carlos bezichtigt die spanische Königsfamilie eines „Staatsstreichs“. Für Sayn-Wittgenstein-Sayn ist der emeritierte Monarch das „Opfer“ seiner Ehefrau Sofía und des früheren spanischen Ministerpräsidenten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.