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Saudischer Sportler überführt : Gewichtheber hat bei Paralympics gedopt

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Helfer bereiten in Rio die Handeln für das Gewichtstemmen vor (Symbolbild). Bild: AP

Mashal Alkhazai wird in den nächsten acht Jahren nicht mehr antreten dürfen. Der Gewichtheber wurde des Dopings überführt. Der Fall zeigt: Die Lücken im System sind groß. Das gibt selbst das Internationale Paralympische Komitee zu.

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          Der saudi-arabische Gewichtheber Mashal Alkhazai ist bei den Paralympics in Rio de Janeiro des Dopings überführt und für acht Jahre gesperrt worden. Das teilte das Internationale Paralympische Komitee (IPC) am Montagabend mit. Bei Alkhazai seien in Rio bei einer Trainingskontrolle kurz vor Beginn der Spiele Spuren der verbotenen Substanz Metenolon im Urin gefunden worden. Da der 36 Jahre alte Sportler bereits zum zweiten Mal in seiner Karriere positiv getestet wurde, verhängte das IPC umgehend eine harte Strafe. Ursprünglich sollte Alkhazai bei den Paralympics an diesem Mittwoch im Superschwergewicht der Klasse über 107 Kilogramm starten.

          Bei den Weltspielen des Behindertensports gab es in diesem Jahr eine Flut von Rekorden. 117 Weltrekorde wurden allein an den ersten vier Wettkampftagen in Rio aufgestellt. Die Befürchtung ist, dass sich nicht alle Bestmarken nur mit der Weiterentwicklung der Prothesentechnik und deutlich verbesserten Trainingsbedingungen für die Athleten erklären lassen.

          Für ausreichende Dopingkontrollen fehlt es an Geld und Personal

          Das Internationale Paralympische Komitee hat ganz offen Lücken in seinem Anti-Doping-System bei den Paralympics in Rio de Janeiro eingeräumt. „Das war heute Morgen ein Thema bei der Sitzung unseres Boards. Wir müssen sehen, welche Lehren wir für die Zukunft daraus ziehen“, sagte IPC-Präsident Philip Craven am Montag.

          Weil dem IPC im Vergleich zum olympischen Sport das Geld und vor allem das Personal fehlt, gibt es während der gesamten Paralympics nur 1500 Doping-Tests für mehr als 4300 Athleten. Die Proben werden stichprobenartig genommen. So wurde Weitspringerin Vanessa Low nach ihrem Sieg am Samstag zum Beispiel getestet, Radsportler Kai Kruse nach seiner Bronzemedaille einen Tag später nicht. Verpflichtende Tests für alle Medaillengewinner gibt es bei den Paralympics nicht.

          Da es im Behindertensport weniger internationale Wettkämpfe gibt, können sich viele Athleten auch leicht der Kontrolle des IPC entziehen. „Alle chinesischen Athleten unterliegen dem Kontrollsystem der chinesischen Anti-Doping-Agentur. Aber wer kontrolliert wird, liegt nicht in unserer Hand“, sagte IPC-Sprecher Craig Spence.

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