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Paralympics und Politik : Sozialressort sagt ab, Innenressort überlegt noch

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Paralympische Spiele in Sotschi: wie damit umgehen? Bild: AFP

Die Krim-Krise überschattet die Paralympics in Sotschi. Die ersten deutschen Regierungsvertreter sagen ihren Besuch bei den Spielen ab. Das Innenressort hält sich eine Visite aber noch offen.

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          Die Bundesregierung kann sich vorerst nicht auf einen geschlossenen Boykott der Paralympics wegen der Krimkrise verständigen. Das Auswärtige Amt empfahl, wegen der aktuellen Lage in der Region nicht mit einer hochrangigen politische Delegation in die Schwarzmeer-Stadt zu fahren.

          Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Verena Bentele, und Sozial-Staatssekretärin Gabriele Lösekrug-Möller (SPD), sagten ihre Besuche in Russland daraufhin am Donnerstag ab. Das Bundesinnenministerium, das für den Sport zuständig ist, will dagegen die weitere Entwicklung beobachten und hält sich noch offen, ob es einen Staatssekretär entsendet.

          Am Mittwochmittag hatten das Innen- und das Sozialressort noch angekündigt, Vertreter nach Sotschi zu schicken. Zu der Zeit hatte noch keine Empfehlung des Außenamts dazu vorgelegen. Am Donnerstag änderte sich der Kurs der Regierung jedoch. „Wir empfehlen, vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Lage nicht mit einer hochrangigen politischen Delegation zu den Paralympischen Winterspielen nach Sotschi zu fahren, weil dies in der jetzigen Situation kein richtiges Signal wäre“, sagte eine Sprecherin des Außenamts. „Ob diese Haltung im Verlauf der Paralympics noch einmal überdacht wird, können wir heute nicht absehen.“

          Die Sprecherin betonte, die Haltung sei ausdrücklich nicht als Zeichen von Desinteresse für die Sportler zu verstehen, die sich lange Zeit mit großer Energie auf das Ereignis vorbereitet hätten.

          „Ich bedauere es sehr, nicht nach Sotschi zu reisen“

          Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundessozialministerium, Gabriele Lösekrug-Möller, hatte ursprünglich an diesem Donnerstag nach Sotschi reisen wollen. Sie strich ihren Besuch angesichts der Außenamts-Empfehlung aber kurzfristig. „Ich bedauere es sehr, nicht zu den Paralympics nach Sotschi zu reisen“, sagte sie. „Sehr gerne hätte ich unsere Sportlerinnen und Sportler vor Ort unterstützt - jetzt werde ich von Deutschland aus kräftig die Daumen drücken.“ Sie betonte aber, das politische Signal der Regierung sei richtig.

          Auch die Behindertenbeauftragte Bentele verzichtet auf ihren Besuch in Sotschi. Sie sprach von einem klaren politischen Zeichen an Russland. Zunächst hatte Bentele mit der Aussage für Verwirrung gesorgt, es fliege überhaupt kein deutsches Regierungsmitglied oder Beamter nach Sotschi. Dies ist aber noch nicht ausgemacht. Das Innenministerium hat noch nicht über eine Absage entschieden. „Wir werden die weitere Entwicklung abwarten“, sagte eine Sprecherin. Geplant ist bislang, dass der Parlamentarische Staatssekretär Ole Schröder (CDU) Ende der kommenden Woche zu den Spielen nach Russland reist. Erst unmittelbar vor dem Reisetermin am 14. März werde in Abstimmung mit dem Außenamt abschließend über den Besuch entschieden, sagte die Sprecherin.

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