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Paralympics : Sotschi wird boykottiert

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Lob vom Minister: Andrea Rothfuss gewann die sechste Goldmedaile für das deutsche Team Bild: dpa

Die Bundesregierung wird „wegen der aktuellen politischen Entwicklungen“ auch in der zweiten Wettkampfwoche der Winter-Paralympics keinen Vertreter ins russische Sotschi schicken.

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          Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bedauert, dass die Bundesregierung angesichts des Krim-Konflikts keinen Vertreter zu den Paralympics nach Sotschi schickt. „Diese Entscheidung ist uns schwer gefallen“, sagte de Maizière am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Bis zuletzt hatte sich das Innenressort offen gehalten, einen Staatssekretär zu den Spielen nach Russland zu schicken. Das ist nun aber vom Tisch.

          „Es ist eigentlich selbstverständlich, dass die Bundesregierung bei den Olympischen Spielen mit den Sportlern zusammen ist“, sagte der Minister, der in der Regierung für den Sport zuständig ist. „Aber wegen der eher schwieriger als leichter werdenden Lage auf der Krim kommt das jetzt nicht in Frage.“ Unweit von Sotschi verletze Russland die „Souveränität und territoriale Unversehrtheit der Ukraine“, erklärte der Minister.

          De Maizière informierte die Spitze des Deutschen Behindertensportverbandes in einem Brief über die Entscheidung und bat um Verständnis für den Beschluss. In dem Schreiben würdigte er die bisherigen Leistungen der deutschen Paralympics-Starter, die schon sechs Goldmedaillen erkämpft hätten. „Umso mehr bedaure ich, dass - anders als geplant - der Parlamentarische Staatssekretär Ole Schröder nicht nach Sotschi reisen wird, um die Sportwettbewerbe zu besuchen, mit den Sportlerinnen und Sportlern zusammen zu sein und um ihnen vor Ort die verdiente Anerkennung entgegen zu bringen“, sagte der Minister.

          Bundesinnenminister Thomas de Maiziere: „Wegen der Lage auf der Krim kommt das jetzt nicht in Frage“
          Bundesinnenminister Thomas de Maiziere: „Wegen der Lage auf der Krim kommt das jetzt nicht in Frage“ : Bild: dpa

          Auch die Regierungen der Vereinigten Staaten und Großbritanniens hatten wie die Niederlande und Österreich keine offizielle Vertreter zu den Paralympics entsandt.

          „Was soll der IOC-Präsident machen?“

          De Maizière verteidigte in diesem Zusammenhang den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, gegen Kritik. Bei der Eröffnungsfeier der Winter-Paralympics hatte Bach am vergangenen Freitag auf der Ehrentribüne neben dem russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin gesessen. Die Bundesregierung und Politiker zahlreicher weiterer Länder sowie Angehörige von Königshäusern hatten dagegen auf ein Reise nach Sotschi verzichtet.

          Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth hatte Bach scharf attackiert und beklagt, dass dieser bei der Eröffnung der Paralympics mit Putin Champagner trinke, sei unerträglich. De Maizière wies das zurück. „Herr Bach und Herr Putin waren bei der Eröffnungsfeier. Das ist, meines Erachtens, nicht kritikwürdig“, sagte der Minister. „Was soll der IOC-Präsident machen? Er kann ja nicht der Eröffnungsfeier der eigenen Veranstaltung fernbleiben.“

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