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Paralympics : Dreimal Gold, fünfmal Silber und zweimal Bronze

  • Aktualisiert am

Christiane Reppe: Große Freude über ihren ersten Paralympics-Sieg. Bild: dpa

Deutschland hat den erfolgreichsten Tag bei den Paralympics hinter sich. Im Medaillenspiegel schieben sich die deutschen Sportler immer weiter vor.

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          Die deutschen Behindertensportler haben ihren bislang erfolgreichsten Wettkampftag bei den Paralympics in Rio de
          Janeiro hinter sich: Dreimal Gold, fünfmal Silber und zweimal Bronze lautet die Bilanz des gesamten Tages.  Nach 401 von 521 Entscheidungen liegt die deutsche Mannschaft (12/18/10) bereits auf Platz sechs der Nationenwertung. Dort führt weiter China (84/66/42) vor Großbritannien (48/28/31).

          Die Wintersportlerin Andrea Eskau und die ehemalige Schwimmerin Christiane Reppe gewannen am Donnerstag jeweils ihr Straßenrennen mit dem Handbike.  Auch Vico Merklein holte sich den Titel im Straßenrennen.

          Auch der Handbiker Max Weber holte Silber. Dazu erkämpfte sich Edina Müller und Tom Kierey ebenfalls den zweiten Platz auf der Kanustrecke. Leichtathlet David Behre vervollständigte mit Silber über 400 Meter seinen Medaillensatz bei diesen Spielen. Irmgard Bensusan gewann nach Silber über 400 Meter nun auch Silber über 200 Meter.

          Auch die deutschen Tischtennis-Spieler haben die Silber-Medaille sicher:  Thomas Brüchle und Thomas Schmidberger besiegten Brasilien und treffen nun auf China.

          Der sehbehinderte Thomas Ulbricht sprintete über 100 Meter auf Platz drei seines Finals. Auch im Schwimmen waren die Deutschen erfolgreich: Torben Schmidtke vom SC Potsdam wurde in der Nacht Dritter über 100 Meter Brust.

          Erstes Gold für Reppe

          Weltmeisterin Christiane Reppe holte sich ihren ersten Paralympics-Sieg, nachdem sie bereits 2004 zweimal Bronze im Schwimmbecken erobert hatte. „Es war mein großer Traum, dieses Gold zu holen. Ich habe mich am Ende immer wieder umgedreht und gedacht: Kommt da wer? Kommt da wer? Kommt da wer?“, sagte sie. Nach dem Ende ihrer Schwimmkarriere hatte die 29 Jahre alte Dresdnerin zunächst ein Jahr lang pausiert und dann neu mit dem Radsport begonnen. „Ich liebe das Handbike. Das ist viel besser als das Schwimmen, weil es da einfach mehr Action gibt“, meinte sie.

          Hauchdünn fuhr die Kanutin Edina Müller an der Goldmedaille vorbei – glücklich ist sie trotzdem.
          Hauchdünn fuhr die Kanutin Edina Müller an der Goldmedaille vorbei – glücklich ist sie trotzdem. : Bild: dpa

          Wenige Minuten später überquerte Andrea Eskau die Ziellinie ihres Rennens und feierte damit den dritten Paralympics-Sieg im Straßenrennen in Serie. „Dreimal Straßen-Gold hintereinander - darauf bin ich stolz, und das zeigt, wie lange ich schon auf diesem Niveau unterwegs bin“, sagte die 45-jährige Magdeburgerin. „Das war sicherlich nicht das leichteste Gold. Die anderen könnten ja teilweise meine Töchter sein“, meinte die Ausdauer-Athletin, die 2014 bei den Winter-Paralympics im Biathlon und Langlauf gewonnen hatte.

          Nur Millimeter fehlten zu weiteren Goldmedaillen: Erst im Foto-Finish verpassten Edina Müller und Tom Kierey sowie David Behre weitere Siege. Die Hamburgerin Müller musste sich über 200 Meter ihrer Dauer-Rivalin Jeanette Chippington um 0,114 Sekunden geschlagen geben. Dem Dresdner Kierey fehlten gar nur 0,099 Sekunden auf den Ukrainer Sergej Jemeljanow. Und die Steigerung lieferte dann Behre im Olympiastadion: Bei seinem Europarekord von 46,23 Sekunden über 400 Meter war der Neuseeländer Liam Malone 0,03 Sekunden schneller als der Leverkusener.

          Der paralympische Kanute Tom Kierey freut sich über seine Silbermedaille.
          Der paralympische Kanute Tom Kierey freut sich über seine Silbermedaille. : Bild: dpa

          Auch bei den Kanuten herrschte Freude: „Wir haben zwei Top-Silbermedaillen errungen. Das sind zwei Kampf-Silber, die wie Goldmedaillen sind“, sagte Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), nach den Kanurennen auf der Strecke in der Lagune Rodrigo de Freitas. Die Kanuten trauerten den knapp verpassten Siegen nicht lange nach. „Wir können jetzt Silber feiern“, meinte Kierey. Auch Edina Müller blickte über den Tag hinaus. „Wir haben hier Geschichte geschrieben.“

          Behre hat unterdessen auf der blauen Tartanbahn des Olympiastadions seinen Medaillensatz komplettiert, nachdem der beidseitig Unterschenkel amputierte Sprinter bereits Gold mit der 4x100-Meter-Staffel und Bronze über 200 Meter gewonnen hatte. „Im ersten Moment war ich enttäuscht, weil es so super, super knapp war, aber die Zeit ist supergeil. So schnell laufen nicht viele Deutsche“, sagte der 30-Jährige und erinnerte an London-Sieger Oscar Pistorius, der in Südafrika wegen Mordes an seiner Lebensgefährtin im Gefängnis sitzt: „Ich hätte gerne die Thronfolge von Pistorius angetreten, aber mit der Zeit ist auch Silber sehr viel wert.“

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