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DBS-Präsident Beucher : Anerkennung für die paralympische Bewegung

Zurück in der Heimat: Medaillengewinner der deutschen Paralympics-Mannschaft nach der Ankunft in Frankfurt Bild: dpa

Schwer mit Medaillen behangen sind die Paralympics-Athleten wieder in Frankfurt angekommen. DBS-Präsident Beucher fordert für diese Leistung mehr Anerkennung in der Gesellschaft.

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          Um 10.52 Uhr rollte das Flugzeug vor das Terminalgebäude. Aus dem Cockpit schwenkte Straßenradfahrer Michael Teuber die deutsche Fahne und reckte stolz die Goldmedaille in die Luft, die er im Einzelzeitfahren über 20 Kilometer bei den Sommer-Paralympics gewonnen hatte. Im „Siegerflieger“ kehrten die Athleten des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) am Dienstag in ihre Heimat zurück. Angehörige der Sportler bereiteten ihnen einen feierlichen Empfang am Frankfurter Flughafen, während Vertreter der Stadt dem Termin fernblieben.

          Marlene Grunert

          Redakteurin in der Politik.

          Hinter den deutschen Paralympioniken liegen erfolgreiche Spiele: 18 Goldmedaillen, 25 Mal Silber und 14 Bronzemedaillen gewannen sie und belegten damit den sechsten Platz in der Nationenwertung. DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher kam trotz des langen Fluges entsprechend begeistert in Frankfurt an. „Ich wünsche meinen Athleten nun die Wertschätzung, die sie in den vergangenen Jahren nicht erfahren haben“, sagte er. Sie seien es gewesen, die den Paralympics ein Gesicht gegeben hätten. Vor allem hätten diese Spiele gezeigt, wie professionalisiert der Behindertensport mittlerweile ist. „Das ist Leistungssport, zu dem es nur ein Bekenntnis ohne wenn und aber geben kann“, sagte Beucher. Dringend notwendig seien deshalb die entsprechenden Strukturen.

          Mit Vorurteilen angereist und mit Lobesbekundungen wieder zurück

          Die Kritik, die nach den Olympischen Spielen von einigen deutschen Athleten an der Organisation in Rio geübt worden war, konnten am Dienstag weder Beucher noch seine Athleten nachvollziehen. „Wir sind mit Vorurteilen hingefahren und kehren mit Lobesbekundungen zurück“, sagte der DBS-Präsident, der nicht nur Transport und Unterkunft lobte, sondern vor allem von der Atmosphäre in Brasilien begeistert war. „Das waren die Sportspiele des brasilianischen Volkes“, sagte er. Die Preispolitik während der Olympischen Spiele kommentierte Beucher knapp und deutlich mit den Worten: „Das geht nicht.“ Die olympischen Athleten hatten in Rio wiederholt vor leeren Rängen gekämpft, weil die Tickets für den Großteil der Bevölkerung zu teuer waren.

          Auch Leichtathlet Markus Rehm, der in Rio alle Erwartungen übertroffen hatte, zeigte sich am Dienstag begeistert über die hinter ihm liegenden Wochen. „Bei den Spielen hat unglaublich viel Herz dahinter gesteckt“, sagte er. Die Kritik der deutschen Olympioniken konnte auch er „überhaupt nicht teilen“. Und sportlich habe es für ihn eine „bessere Ausbeute“ nicht geben können. Rehm hatte in Rio zunächst mit der Sprintstaffel Gold erreicht und anschließend eine weitere Goldmedaille gewonnen – mit dem weitesten Sprung, der je bei einem paralympischen Wettbewerb gesprungen wurde.

          Wie viele andere Athleten äußerte auch Kugelstoßer und Goldmedaillengewinner Niko Kappel am Dienstag die Hoffnung, den Schwung aus Rio in die Zukunft mitnehmen zu können und der Welt zu zeigen, wie professionell Behindertensportler arbeiteten. Auf die Sommerspiele 2020 in Tokio freut er sich schon jetzt.

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