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Paralympics : „Wir sehen uns nicht mehr als Bittsteller“

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Paralympics: Hightech und Hochleistungssport Bild: AP

Eine Gleichstellung der Behindertenspiele mit den Olympischen Spielen hat SPD-Politiker Friedhelm Julius Beucher gefordert.

          Die Paralympics dürften nicht länger diskriminiert und müssten unter dem gleichen Symbol wie die Olympischen Spiele ausgetragen werden. „Eine Gleichstellung ist überfällig“, forderte Friedhelm Julius Beucher, der Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, bei einer Gesprächsrunde in Salt Lake City.

          Beucher: „Wenn die Behinderten nichts mehr an Professionalität zu wünschen übrig lassen, sich eine Leistungsexplosion an die andere reiht und Weltspitzenleistungen produziert sowie der olympische Geist in der Urform praktiziert wird - warum wird der Paralympischen Bewegung dann das olympische Symbol noch immer vorenthalten?“

          „Sehen uns als gleichwertig“

          Bis zu den Sommer-Paralympics 1988 waren die Behinderten-Athleten auch unter den fünf Olympischen Ringen gestartet. Auf Druck des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) kreierten die Südkoreaner damals als Gastgeber des Sportfestes ein eigenes Paralympics-Symbol. Da auch die fünf so genannten Tropfen in den Farben der Ringe nicht auf das Wohlwollen des IOC stießen und Lausanne drohte, die finanzielle Unterstützung zu kürzen, wurden die Tropfen nach den Paralympics in Lillehammer 1994 um den schwarzen und gelben reduziert. Übrig geblieben sind der grüne, gelbe und blaue.

          Unter dem neuen IOC-Präsidenten Jacques Rogge erhofft sich Beucher mehr Verständnis für die Behindertensportler. „Dabei setze ich zugleich auf die breite Mithilfe der deutschen IOC-Mitglieder Walther Tröger, Thomas Bach und Roland Baar“, betonte der SPD-Politiker, der sich auf einer Wellenlänge mit dem neuen IPC-Präsidenten Philip Craven sieht. „Wir werden zwar niemals die Dimension von Olympischen Spielen erreichen. Wir sehen uns aber inzwischen als gleichwertig an. Wir sehen uns nicht mehr als Bittsteller“, sagte der Engländer.

          Nicht mehr Geld vom Bund

          Dass in der Mormonen-Metropole die Olympischen Winterspiele und die Paralympics erstmals von einem Komitee (SLOC) organisiert wurden, sei ein erster großer Schritt in Richtung Gleichstellung, die aber nicht in der gemeinsamen Austragung von Wettkämpfen gipfeln soll. Mehr finanzielle Unterstützung aus der öffentlichen Hand kann Beucher dem deutschen Verband DBS nicht in Aussicht stellen. „Das wäre illusorisch. Dazu fehlen die Steuereinnahmen. Es wäre schon ein Erfolg, wenn die Summe gehalten werden kann“, sagte er.

          Von den 241 Millionen Euro, mit denen die Bundesregierung den Leistungssport in diesem Jahr sponsert, werden dem DBS 1,3 Millionen Euro überwiesen. Alles in allem kann der Verband 2002 seine Kader-Athleten mit 2,5 Millionen Euro auf Höchstleistungen trimmen. „Wir sind damit nicht unzufrieden, würden uns über mehr natürlich freuen“, sagte DBS- Generalsekretär Dieter Keuther. Das internationale Spitzeniveau lasse sich allerdings langfristig mit diesem Etat nicht halten. Das würden ganz sicher nicht nur die Fans bedauern.

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