https://www.faz.net/-gtl-6q4b9

Paralympics : Best Games ever

  • -Aktualisiert am

Die Spiele in Sydney waren die besten Paralympics aller Zeiten. DAs perfekte Festival des Sports und der Freundschaft ging am Sonntag zu Ende.

          "Aussie, Aussie, Aussie - bye, bye, bye." Vier Wochen nach den Olympischen Spielen endeten am Sonntag in Sydney mit Erlöschen des Feuers über dem Olympiastadion und einer mitreißenden Feier auch die rekordträchtigsten Paralympics, von denen die deutsche Mannschaft als einer der Verlierer zurückkehrt. Mit 15 Mal Gold, 42 Mal Silber und 38 Mal Bronze sowie Platz zehn in der Nationenwertung blieb das Team weit hinter dem dritten Rang von Atlanta (40/58/59) und den eigenen Erwartungen zurück.

          Insgesamt aber waren die Spiele ein voller Erfolg. "Hiermit gebe ich Ihnen und der Welt bekannt, dass die 11. Sommer-Paralympics in Sydney 2000 die wirklich besten aller Zeiten waren. Sie haben ein perfektes Festival des Sports und der Freundschaft vollendet", erklärte Robert Steadward, Präsident des Internationalen Paralympics Komitee (IPC), in seiner Abschlussrede.

          "Wir hatten uns vorgenommen, wieder Dritter insgesamt zu werden und bestes europäisches Team. Die Ziele sind verfehlt worden. Wir sind nicht glücklich darüber und nicht stolz darauf. Wir zählen zu den Verlierern", bekannte Karl Quade, Chef de Mission, offen. Am Sonntag gewannen die Heidelberger Rollstuhl-Fahrer Heinrich Köberle und Torsten Oppold mit Silber und Bronze im Marathon die letzten Medaillen für die Vertretung des Deutschen Behinderten-Sportverbandes (DBS). Britta Jänicke (Leverkusen) sicherte sich am Vortag zum Abschluss ihrer Laufbahn den Sieg im Kugelstoßen und holte damit zugleich die 15. Goldmedaille des DBS-Teams. Erfolgreichste deutsche Sportlerin war Schwimmerin Anke Conradi (Regensburg) mit einmal Gold und drei Mal Silber. Die meisten Medaillen sammelte wie in Atlanta Kay Espenhayn (Leipzig/Schwimmen) mit fünf Mal Silber.

          Australien der große Gewinner

          Die großen Gewinner waren die Australier. Mit 63 Gold-, 39 Silber- und 47 Bronze-Medaillen standen die Gastgeber nach insgesamt 550 Entscheidungen ungefährdet an der Spitze des Medaillenspiegels vor Großbritannien (41/43/47) und Spanien (39/30/38). Zudem stellten sie mit der sechsmaligen Paralympics-Siegerin Siobhan Paton (Schwimmen) die erfolgreichste Teilnehmerin der Spiele.

          In der Schlussfeier vor 110 000 Zuschauern im erneut ausverkauften Olympiastadion ließen die Organisatoren noch einmal beide Großereignisse Revue passieren. Unter anderem mit dem "Albtraum der Kängurus" zeigten sie erneut den selbstironischen Humor der Australier, der beide Spiele trotz allen Hochleistungsstrebens begleitet und sympathisch gemacht hat. Die deutschen Behindertensportler verabschiedeten sich mit dem Transparent "Thanks Australia" von Sydney und dem fünften Kontinent.

          Weltrekorde vor Weltrekordkulisse

          In Sydney wurden mit rund 300 Weltrekorden mehr Bestmarken aufgestellt als je zuvor bei Paralympics. Unübertroffen ist auch die Anzahl der 1 108 914 verkauften Eintrittskarten. Sydney hat damit einen hohen Maßstab für die Paralympics in Athen 2004 gesetzt. Nach der umstrittenen Streichung des Stand-Volleyballs aus dem Wettkampf- Programm wird dort Sitz-Volleyball der Frauen neu eingeführt.

          Überschattet wurden "die wirklich besten Paralympics aller Zeiten" nur von den zehn Dopingfällen. Am Sonntag wurde der US-Sprinter Brian Frasure als erster Medaillengewinner der Spiele des Dopings überführt und für vier Jahre gesperrt. Beim Wettkampftest nach dem 200-m-Finale wurde das anabole Steroid Nandrolon im Urin des Leichtathleten gefunden. Die Silbermedaille wurde ihm aberkannt, Marcus Ehm (Wattenscheid) rückte auf den Bronzeplatz vor. Zuvor hatte es neun Dopingfälle im Gewichtheben gegeben, die allesamt aus den insgesamt 129 Trainingstests aus dem Vorfeld der Veranstaltung resultierten. Bis Sonntag wurden rund 500 Wettkampfkontrollen durchgeführt.

          Weitere Themen

          Kältekammer für müde Pferdebeine Video-Seite öffnen

          Cryotherapie : Kältekammer für müde Pferdebeine

          Auch Rennpferde sind Hochleistungssportler. Was bei den Menschen das Eisbad nach einem harten Training ist, ist für Pferde neuerdings die Cryokammer. Die Tiere werden in einen Behälter geführt, in dem die Temperatur auf -140 C° heruntergekühlt wird.

          Zicken und Angsthasen

          EM im Springreiten : Zicken und Angsthasen

          Die deutschen Springreiter liegen nach einem nervenaufreibenden zweiten Tag und vor dem Showdown bei der Europameisterschaft auf Platz zwei hinter Belgien. „Gold ist möglich“.

          Topmeldungen

          Ein Straßenschild mit der Aufschrift „Willkommen in Nordirland“ steht am Straßenrand an der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland.

          Brexit-Streit : Auf gar keinen Fall Kontrollen

          Boris Johnson und die EU sind sich zumindest in einem Punkt einig: Grenzkontrollen zwischen Irland und Nordirland dürfen nicht sein. Doch wie soll das ohne Backstop-Klausel gehen?

          Nach Contes Rücktritt : Linke Regierung in Rom möglich

          Die Sozialdemokraten und die Fünf-Sterne-Bewegung erwägen eine gemeinsame Regierungsarbeit – unter fünf Bedingungen. Staatspräsident Mattarella hat für Dienstag die nächsten Konsultationen angesetzt.

          F.A.Z.-Umfrage zur Lage in Hongkong : Deutsche Unternehmen meiden klare Worte

          Joe Kaeser mahnt gewaltfreien Dialog und Einhaltung des geltenden Rechts in Hongkong an. Viele deutsche Konzerne sind besorgt, drucksen aber herum – sie haben Milliarden in China investiert.
          Der gemeinnützige Verein Deutsches Tagebucharchiv e. V hat seinen Sitz in Emmendingen, einer Stadt im Südwesten Baden-Württembergs.

          Erinnerungen : Einblicke in die deutsche Seele

          Das Deutsche Tagebucharchiv sammelt Lebenserinnerungen und Briefe jeglicher Art – von ganz gewöhnlichen Menschen. Es sind faszinierende Dokumente,die die Vergangenheit spürbar machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.