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Winterspiele 2018 : 200 Athleten im russischen Olympia-Team?

Wie viele Russen bei Olympia in Südkorea dabei sind, ist noch unklar. Bild: dpa

2014 in Sotschi umfasste das russische Team 214 Sportler. Trotz des Doping-Skandals könnten es bei den Winterspielen nun kaum weniger sein. Der Umgang der Sportverbände mit den Gesperrten löst zuvor wieder Kritik aus.

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          389 russische Sportler dürfen sich weiterhin Hoffnung auf eine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen machen. Das wegen des Staats-Dopings bei den Spielen von Sotschi 2014 suspendierte Olympische Komitee Russlands (ROK) soll nun Vorschläge machen. Das ROK darf auswählen aus einer Gruppe Athleten, die von einer Kommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) für eine mögliche Olympia-Teilnahme zur Nominierung freigegeben wurden. Das teilte das IOC mit.

          Jeder der 389 Sportler sei „anonym und individuell“ geprüft und unter anderem mit den Daten aus dem Moskauer Anti-Doping-Labor abgeglichen worden, die der Welt-Anti-Doping-Agentur seit einigen Wochen vorliegen. Die IOC-Exekutive hatte am 5. Dezember vergangenen Jahres entschieden, dass russische Sportler als „Olympische Athleten aus Russland“ unter der olympischen Flagge und Hymne zu den kommenden Winterspielen antreten sollen. Für die Schlussfeier ist – bei Wohlverhalten – die Aufhebung der Suspendierung des ROK in Aussicht gestellt worden. Die Mitteilung zum Einladungsprozess vom Freitag lässt erwarten, das knapp 200 russische Athleten in Pyeongchang an den Start gehen werden. 2014 in Sotschi umfasste das russische Team 214 Sportler, bei den Spielen 2002, 2006 und 2010 waren es erheblich weniger.

          Die Einladungen zu den Spielen sollen am 27. Januar ausgesprochen werden und damit bevor der Internationale Sportgerichtshof Cas in Lausanne über die Einsprüche von 39 in Sotschi erfolgreichen russischen Sportlern entschieden hat, die sich gegen ihre lebenslangen Olympiasperren wegen Dopings durch das IOC wehren. Die Anhörungen beginnen an diesem Montag. Der frühere Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors und heutige Kronzeuge Gregorij Rodtschenkow soll aussagen. Er wird aus den Vereinigten Staaten, wo er im Zeugenschutzprogramm des FBI lebt, in die Anhörung geschaltet. Mit Entscheidungen ist nicht vor dem 29. Januar zu rechnen.

          Der Umgang der Sportverbände mit den Gesperrten hat abermals Kritik ausgelöst. Beim Weltcup der Eisschnellläufer in Erfurt ging unter anderem Olga Fatkulina an den Start, in Sotschi über 500 Meter Zweite und inzwischen vom IOC gesperrt. Sie klagt vor dem Cas. Die Internationale Eislauf-Union will die Cas-Entscheidung abwarten, bevor sie ihr Urteil über die vier vom IOC gesperrten Eisschnellläufer fällt. Fatkulina wurde am Samstag Dritte im 500-Meter-Rennen. „Es ist bizarr, was hier läuft“, sagte Konkurrentin Judith Dannhauer der Deutschen Presse-Agentur. Moritz Geisreiter, Zehnter im 5000-Meter-Rennen, in dem der vom IOC gesperrte Alexander Rumjanzew Vierter wurde, sagte, es gebe zum russischen Konkurrenten kein Vertrauensverhältnis mehr: „Das Ganze widert mich an, da ist so viel Politik im Spiel.“

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