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Wada fordert Bekenntnis : Russland soll das Staatsdoping zugeben

Wada-Präsident Craig Reedie bei einer Pressekonferenz in Südkorea. Bild: dpa

Seit November 2015 ist die russische Anti-Doping-Agentur suspendiert. Für eine Wiederzulassung müssen vor allem zwei Punkte erfüllt werden.

          Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) besteht darauf, dass Russland die Ergebnisse des McLaren-Reports, in dem der staatlich aufgezogene Doping-Betrug des Landes dargestellt ist, akzeptiert. Wada-Chef Craig Reedie sagte am Donnerstag in Pyeongchang, davon hänge weiterhin die Wiederzulassung der russischen Anti-Doping-Agentur Rusada ab, die seit November 2015 suspendiert ist. Auch eine weitere Bedingung, nämlich dass die russische Regierung der Wada Zugang zu den im Moskauer Anti-Doping-Labor gelagerten Urinproben gewährt, wurde noch nicht erfüllt.

          Das komplette Ausmaß der Manipulation im Moskauer Labor und damit den Umfang des russischen Doping-Betrugs hat die Wada nach wie vor nicht zu Ende ermittelt. „Wir haben die Internationalen Verbände mit Informationen und Beweismitteln versorgt. Aber es wird weiteres Material geben“, sagte der Wada-Generaldirektor Olivier Niggli. „Wir finden weitere Steroidprofile und andere Elemente in der Lims-Datenbank.“ Hinter dem Akronym verbirgt sich das Labormanagementsystem des Moskauer Labors, das vom Doping-Kronzeugen Gregorij Rodtschenkow geführt wurde, bevor dieser sich in die Vereinigten Staaten absetzte. Seit Ende Oktober ist es im Besitz der Ermittlergruppe der Wada, die vom Deutschen Günter Younger geleitet wird.

          Präsident Reedie lobte die Ermittlergruppe als eine Abteilung von „sehr, sehr hoher Qualität“. Zwar hatten in der vergangenen Woche 28 russische Sportler ein Berufungsverfahren gewonnen, in dem ihre lebenslange Olympiasperre aufgehoben wurde. Doch auf die Frage, ob er von den Sportverbänden erwarte, auf Grundlage der Informationen aus der Datenbank Verfahren gegen russische Sportler zu eröffnen, sagte Niggli: „Wir werden jede einzelne Entscheidung der Verbände über die Frage, ob in einem Einzelfall ein Doping-Verfahren angestrengt wird, überprüfen und gegebenenfalls dagegen in Berufung gehen. Das wird einige Zeit dauern. In einigen Fällen wird es Anklagen geben, in anderen nicht.“

          Zu einem dieser Fälle, dem Umgang des Internationalen Fußball-Verbands Fifa mit möglichen Doping-Fällen russischer Fußball-Nationalspieler, sagte er, es gebe keine neuen Informationen. Die Fifa gibt an, in diesen Fällen laufe seit Monaten eine Untersuchung. Der aktuelle Stand ist unklar.

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