https://www.faz.net/-g8b-96wqo

Internationale Sanktionen : (K)Ein Handy für alle

  • Aktualisiert am

Lächeln bitte: (Fast) Jeder Olympia-Teilnehmer erhält ein Smartphone als Willkommensgeschenk. Bild: EPA

Ein Elektronikkonzern sponsert die Olympischen Winterspiele und verteilt fast 4000 Smartphones im Wert von je 800 Euro an die Athleten. Doch 22 Nordkoreaner und vier Iraner gehen leer aus. Das sorgt nun für diplomatische Spannungen.

          Sollen die 22 nordkoreanischen Olympia-Athleten auch ein Smartphone geschenkt bekommen? Diese Frage treibt die Organisatoren der Winterspiele von Pyeongchang um. Olympia-Sponsor Samsung hat rund 4000 Smartphones der Modellreihe Galaxy Note 8 in einer Sonderedition für Sportler und Funktionäre zur Verfügung gestellt. Wert je Stück: mindestens 800 Euro.

          Verstoßen die Olympia-Organisatoren nun gegen Sanktionen, die die Vereinten Nationen gegen Nordkorea verhängt haben, falls sie den Athleten aus dem Nachbarland die Handys geben? Außerdem stellt sich die Frage, ob die Geräte überhaupt im nordkoreanischen Mobilfunknetz funktionieren würden.

          Der Grund des Ärgernisses: dieses Smartphone erhalten (fast) alle Olympiateilnehmer als Willkommensgeschenk.

          Das IOC hat die Organisatoren angewiesen, den Nordkoreanern die Smartphones zwar für die Zeit der Spiele zu überlassen, vor der Rückreise müssten die Gäste die Telefone aber wieder abgeben. Doch auch mit dieser nachgerade salomonischen Lösung ist das Organisationskomitee nicht glücklich.

          OK-Sprecher Sung Baik-yoo sagte laut Nachrichtenagentur AP: „Jemand sollte eine klare Ansage machen. Aber es gibt niemanden, der das machen kann, „deshalb haben wir den Nordkoreanern die Smartphones nicht gegeben. Und wir können sie ihnen nicht geben, bis wir nicht sicher sind, dass es kein Verstoß gegen die Sanktionen ist.“ Sung wies allerdings darauf hin, dass alle Sportler laut IOC-Regeln gleich behandelt werden müssen – egal, welcher Nationalität.

          Weil die vier iranischen Teilnehmer an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang ebenso keine Smartphones als Willkommensgeschenk erhalten haben, gibt es zudem diplomatische Verwerfungen zwischen dem Iran und Südkorea. Die Regierung in Teheran sieht darin eine Diskriminierung ihres Teams und bestellte sogar den südkoreanischen Botschafter in Teheran ein. Das Außenministerium warnte Seoul vor Konsequenzen.

          „Das ist unmoralisch und gegen den olympischen Geist“, sagte Irans Außenamtssprecher Bahram Ghassemi nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim am Donnerstag. Samsung müsse sich umgehend für diese „unkluge Entscheidung“ entschuldigen oder es werde wirtschaftliche Konsequenzen geben. Südkorea ist einer der wichtigsten Handelspartner des Irans. Samsung beherrscht seit Jahren den Elektromarkt des Landes.

          Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees des Irans, Resa Salehi Amiri, kündigte derweil an, seinen Athleten die Handys selbst zu schenken.

          Weitere Themen

          Gefährliche Busfahrten für Irans Frauen

          F.A.Z. exklusiv : Gefährliche Busfahrten für Irans Frauen

          Einige Frauen dürfen in nächster Zeit doch zu Fußballspielen ins Stadion: Irans Hardliner gewähren ein zweifelhaftes Zugeständnis. Nun fürchten viele, dass den Frauen Folgen drohen: „Das ist ein Rezept für die nächste Katastrophe.“

          „Neuer ist Deutschlands Nummer 1“ Video-Seite öffnen

          Niko Kovač : „Neuer ist Deutschlands Nummer 1“

          Der Bayern-Trainer freut sich über den Auftaktsieg in der Königsklasse und fordert, die Torwartdiskussion zwischen Neuer und Ter Stegen endlich zu den Akten zu legen.

          Embolo blüht auf

          Borussia Mönchengladbach : Embolo blüht auf

          Breel Embolo überzeugt bei Borussia Mönchengladbach mit starken Leistungen. Nach den Seuchenjahren bei Schalke 04 scheint der Neustart des 22-jährigen Schweizers unter Trainer Marco Rose zu gelingen. In der Europa League will er das am Abend gegen Wolfsberg beweisen.

          Topmeldungen

          Künast hat sich bei zahlreichen Gelegenheiten von der früheren Position mancher Grüner distanziert.

          Hass-Posts gegen Renate Künast : Erlaubt ist alles

          „Stück Scheiße“, „Schlampe“, „Drecksau“ – solche und noch krassere Kommentare prasselten auf Renate Künast ein. Das Landgericht Berlin sieht darin keine persönliche Schmähung, sondern nur zulässige Sachkritik.
          Die Stadt Sassnitz auf der Insel Rügen hat etwa 9000 Einwohner.

          SPD kooperiert mit AfD : „Ich habe da kein schlechtes Gewissen“

          Immer wieder hat die SPD in Bund und Ländern bekräftigt, mit der AfD nicht zusammenarbeiten zu wollen. In Sassnitz auf Rügen reichen die beiden Parteien aber jetzt gleich sieben Anträge gemeinsam ein.

          Prozess um Steuerskandal : Streit über Rolle der Depotbank im Cum-Ex-Wirrwarr

          Der aktuelle Cum-Ex-Prozess am Landgericht Bonn wirft Fragen auf: Wer hätte wann Steuern einziehen sollen? Und wer hätte das wissen müssen? M.M.Warburg und die Deutsche Bank liegen in ihrer Einschätzung sehr weit auseinander.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.