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Olympische Spiele in Südkorea : IOC lehnt nachträgliche Olympia-Einladung für 15 Russen ab

Das Internationale Olympische Komitee um Präsident Thomas Bach (hier am Sonntag auf einer Pressekonferenz in Pyeongchang) hat 15 Russen die Teilnahme an den Wettkämpfen in Südkorea verboten. Bild: dpa

Showdown auf der olympischen Bühne: Zunächst hebt der Sportgerichtshof Cas die Olympia-Sperren gegen 13 russische Sportler und zwei Trainer auf. Jetzt kontert das Internationale Olympische Komitee.

          Das Team der „Olympischen Athleten aus Russland“ wird vorerst nicht erweitert. Um viertel vor zwölf koreanischer Zeit verschickte die Pressestelle des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) die Nachricht, dass die 13 Sportler und zwei Trainer, die am vergangenen Donnerstag erfolgreich gegen ihre lebenslangen Olympia-Sperren vor dem Internationalen Sportschiedsgericht Cas geklagt hatten, nicht nach Pyeongchang eingeladen werden. Dort beginnen am Freitag die Olympischen Winterspiele.

          Damit hat IOC, das nach der Cas-Entscheidung die Sportler überprüfen sollte, entschieden, dass diese den Ansprüchen nicht genügen, um zusammen mit den anderen als „sauber“ erklärten russischen Sportlern unter neutraler Flagge an den Start zu gehen.

          Die Erklärung stellt die Sportler umgehend wieder unter Manipulationsverdacht. Es habe der Untersuchungsgruppe, geführt von der früheren französischen Sportministerin Valerie Fourneyron, weiteres Beweismaterial vorgelegen, das „Verdacht hinsichtlich der Integrität der Sportler auslöst“, wie es in der Erklärung heißt. Diese Beweismittel, die dem IOC nicht vorlagen, als es die Sportler Ende 2017 lebenslang sperrte, umfassen unter anderem Daten aus der Datei des Moskauer Anti-Doping-Labors, die sich seit Herbst 2017 im Besitz der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) befindet, Spuren verbotener Substanzen, Belege für die Manipulation des Steroidprofils und weitere Informationen, die von der Wada zur Verfügung gestellt worden seien, aber geheim bleiben soll. Zudem „stimmt das Gremium zu, dass die Entscheidung des Cas nicht den Doping-Verdacht aufgehoben hat oder dem Gremium das Vertrauen geschenkt hat, diese 13 Athleten als sauber empfehlen zu können“.

          Mit Blick auf die beiden Trainer entschied die Fourneyron-Gruppe, dass die Entscheidung des IOC zur lebenslangen Sperre und „weitere Informationen“ dazu führten, dass „Einladungen dieser Einzelperson nicht in Erwägung gezogen werden sollten“.

          Den russischen Sportlern und Trainern bleibt nun lediglich der Gang vor die Adhoc-Kammer des Cas, die sich am Olympiaort in Pyeongchang konstituiert hat. Offen ist aber, ob diese die Empfehlung des Selektionsgremiums um Fourneyron überhaupt in der Sache prüft. Eine Klage russischer Sportler – die ebenfalls nicht eingeladen worden waren, aber nicht Teil der Sportler waren, die vom IOC mit einem (nun aufgehobenen) Olympiabann belegt waren – war vergangene Woche vor einem Schweizer Zivilgericht gescheitert. Zudem haben prominente russische Sportler wie der Biathlet Anton Schipulin, der Langläufer Sergej Ustjugow und der Shorttracker Wiktor Ahn – alle ebenfalls auf Grund der untersuchten Beweismittel von der Fourneyron-Gruppe abgelehnt – bislang darauf verzichtet, gegen die Entscheidung juristisch vorzugehen.

          169 Sportlern war eine Einladung ausgesprochen worden, die Eisschnellläuferin Olga Graf hatte erklärt, sie nicht annehmen zu wollen, so dass derzeit 168 russische Sportler in Pyeongchang erwartet werden.

          IOC-Präsident Bach hatte das Cas-Urteil am Sonntag scharf kritisiert und eine Reform des Schiedsgerichts gefordert. John Coates, Präsident des Cas, verschickte am Montag ebenfalls eine Pressemitteilung, in der er erklärte, der Cas habe Bachs Bedenken zur Kenntnis genommen und werde sie gründlich prüfen.

          Deutscher Chef de Mission: „Gute Nachricht“

          Der deutsche Chef de Mission hat die Verweigerung einer nachträglichen Olympia-Einladung für 13 russische Athleten und zwei Betreuer als „wichtiges Signal“ gewertet. „Das ist eine gute Nachricht, dass das IOC trotz des Cas-Urteils nach neuerlicher Prüfung bei seiner Entscheidung bleibt und die russischen Athleten, die am betrügerischen System in Sotschi beteiligt waren, nicht zu den Winterspielen in Pyeongchang einlädt“, sagte Dirk Schimmelpfennig am Montag.

          „Für die Chancengleichheit aller Athleten sowie einen konsequenten internationalen Anti-Doping-Kampf ist es ein gutes und wichtiges Signal“, meinte Schimmelpfennig.

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