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Athleten Deutschland fordert : „Sich schützend vor die Athletinnen und Athleten stellen“

„Farbe bekennen“, fordert Maximilian Klein von Athleten Deutschland. Bild: dpa

Athleten Deutschland fordert das IOC auf, sich vom Organisationskomitee der Winterspiele zu distanzieren. Eine Äußerung des Generaldirektors sorgt bei der Sportlervereinigung für „Angst und Sorgen“.

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          Athleten Deutschland e.V. hat das Internationale Olympische Komitee aufgefordert, sich vom Organisationskomitee für die Winterspiele in Peking zu distanzieren. Die Äußerung von Yang Shu, dem stellvertretenden Generaldirektor für internationale Beziehungen des Organisationskomitees, bereite der deutschen Sportlervereinigung „Angst und Sorgen“, wie es in einer Pressemitteilung von Donnerstag heißt.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Yang hatte am Dienstag eine Drohkulisse hinsichtlich der Äußerungen ausländischer Sportler während der am 4. Februar beginnenden Winterspiele aufgezogen, als er darauf verwiesen hatte, dass „jedes Verhalten oder jede Äußerung, die sich gegen den olympischen Geist richten, mit einer bestimmten Bestrafung geahndet werden können, insbesondere wenn sie gegen chinesische Gesetze und Regeln verstoßen“.

          Maximilian Klein, der Beauftragte für internationale Sportpolitik bei Athleten Deutschland, fordert vom IOC, es müsse nun „Farbe bekennen und sich schützend vor die Athletinnen und Athleten stellen. Wir erwarten, dass sich das IOC klar von den Aussagen des Organisationskomitees distanziert.“ Das IOC müsse darlegen, wie es Rechte und Schutz der Athleten gewährleisten wird. Es bedürfe eines transparenten Verfahrens, um Konsequenzen und Risiken möglicher Meinungsäußerungen aufzulösen und den Druck von den Sportlern zu nehmen, forderte Athleten Deutschland.

          Es bleibe unklar, welche Bedeutung der Hinweis des IOC in seinen Richtlinien zur Regel 50.2 der Olympischen Charta habe mit Blick auf das Gastgeberland China habe, demzufolge von Sportlern erwartet wird, bei Meinungsäußerungen „die einschlägigen Gesetze zu respektieren“. Am Freitagabend teilte das IOC mit, dass seine Regeln bei den Spielen gelten und es diese auf die Spiele von Peking anwende wie auf alle anderen auch.

          Beobachter sehen in den Äußerungen des Organisationskomitees den Versuch, ausländische Sportler schon im Vorfeld der Spiele vom Gedanken an einen Protest bezüglich der chinesischen Staatsführung missliebigen Themen abzubringen. Das IOC hatte vor den Sommerspielen von Tokio 2021 in seinen Richtlinien zu Regel 50.2 der Olympischen Charta definiert, dass politische Meinungsäußerungen im Rahmen der Spiele abseits der Eröffnungs- und Schlussfeiern, des Spielfelds und der Siegerehrung zulässig sind. Darüber hinausgehend war der deutschen Hockey-Spielerin Nike Lorenz gestattet worden, mit einer Kapitänsbinde in Regenbogenfarben zu spielen.

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