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Aufregung bei Eiskunstlauf : Auffällig gute Noten für Landsmann bei Olympia

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Der Chinese Jin Boyang (links) bekam von einem Landsmann erstaunliche Noten. Bild: AFP

Bei Olympia 2002 gab es einen großen Skandal um Manipulationen bei der Benotung im Eiskunstlauf. Die Regeln wurden verändert. Doch nun muss sich der Weltverband wieder mit bemerkenswerten Zahlen befassen.

          Der chinesische Preisrichter Chen Weiguang ist mit einer ungewöhnlichen Wertung im Herren-Wettbewerb der Eiskunstläufer bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang aufgefallen. Als Mitglied der neunköpfigen Jury bewertete er am Samstag seinen Landsmann Jin Boyang extrem positiv. Der Asiate vergab für den Gesamt-Vierten bei der Ausführung der Elemente zehnmal die höchste Note (plus 3). In den künstlerischen Komponenten blieb er nur knapp unter der Höchstzahl 10 und variierte zwischen 9,25 und 9,50 – die anderen Preisrichter blieben deutlich darunter.

          Damit fiel Chen nicht nur aus der Wertung – von neun Gesamtnoten werden die höchste und die niedrigste gestrichen –, er muss womöglich auch eine jahrelange Sperre befürchten. Die Disziplinarkommission der Internationalen Eislauf-Union (ISU) dürfte sich mit dem Fall voraussichtlich nach Olympia beschäftigen.

          „Die ISU überwacht die Beurteilung aller Eiskunstlauf-Ereignisse genau und verfügt über ein robustes Bewertungs- und Berichterstattungsverfahren“, hieß es in einem Statement des Weltverbands am Sonntag. Eine Beurteilungskommission beobachte das Verhalten der Preisrichter während der Wettkämpfe. Die Spiele seien der Höhepunkt des olympischen Zyklus und der jahrelangen Vorbereitung für die Athleten. „Daher ist es die Priorität der ISU, bei diesem wichtigen Ereignis alles daran zu setzen, ein faires Ergebnis zu garantieren“, hieß es weiter. Zuletzt sperrte die ISU eine türkische Jurorin für ein halbes Jahr. „Wir achten verstärkt darauf“, sagte der Vorsitzende der Disziplinarkommission, Volker Waldeck, der Deutschen Presse-Agentur in Südkorea.

          Nach dem Preisrichterskandal von Salt Lake City 2002 habe sich das überarbeitete Bewertungssystem deutlich verbessert. „Die Manipulationsmöglichkeiten einzelner Preisrichter sind geringer geworden“, betonte Waldeck. „Es ist auch insofern gerechter, weil das Ergebnis von Aljona Savchenko und Bruno Massot aus dem alten System so nicht herausgekommen wäre“, sagte der Dortmunder. Die Paarlauf-Olympiasieger hatten vor allem im technischen Bereich in der Kür Punkte gesammelt und sich vom vierten auf den ersten Platz verbessert.

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